Aktuelle Wechselkursveränderungen und was dahinter steckt

Währungskurse werden nach Angebot und Nachfrage bestimmt. Steigt die Nachfrage nach einer bestimmten Währung, etwa weil die Wirtschaftszahlen oder das Zinsniveau des Landes positiv bewertet werden, erhöht sich auch der Wechselkurs gegenüber anderen Währungen. Demgegenüber sinkt der Wert einer Währung, wenn sich Investoren aus diesen Positionen zurückziehen. Wer als Anleger am Devisenmarkt handeln möchte, sollte sich daher gut über die Entwicklung einzelner Währungen und mögliche Auswirkungen auf die Zukunft informieren.

Der Euro-Kurs – Verluste durch Grexit, Inflation und Geldflut

Der Euro, die Leitwährung innerhalb Europas, musste im Verhältnis zum US-Dollar in den vergangenen Monaten deutliche Verluste hinnehmen. Hast Du bei einem Devisentausch am 10. März 2014 noch 1,39 US-Dollar für einen Euro erhalten, sank dieser Wert bis zum 19.01.2015 auf nur 1,11 US-Dollar. Dies entspricht einer Veränderung von fast 20 Prozent. Diese herbe Abwertung hat verschiedene Gründe. Dies sind zum einen die nach wie vor ungelösten Schuldenprobleme in Europa, allen voran die Defizite in Griechenland. Auch der mögliche Austritt der Griechen – vielfach auch als Grexit bezeichnet – aus der Währungszone sorgen für weiteren Druck auf den Euro. Die extrem niedrige Inflation, die mittlerweile sogar schon negativ ist, tut ihr übriges. Hinzu kommt, dass die Europäische Zentralbank bereits seit Monaten versucht mit extrem niedrigen Zinsen das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Seit Januar werden zusätzlich forderungsbesicherte Anleihen erworben, die zusätzliche Milliarden ins Wirtschaftssystem pumpen. All diese Maßnahmen haben für einen enormen Euro-Überschuss und damit sinkende Währungskurse gesorgt. Für Europa ist dies aber nicht einmal negativ, denn so ist es möglich eigene Erzeugnisse zu attraktiven Preisen zu verkaufen und die eigene Wettbewerbsfähigkeit weiter zu erhöhen.

Positive Entwicklung des US-Dollars

Die Währungskurse für den US-Dollar sind für viele Bereiche wichtig. Im Vergleich zum Euro konnte der US-Dollar in den vergangenen Monaten Boden gut machen. Auch gegenüber dem Yen konnten deutliche Kursgewinne erzielt werden. Japan befindet sich seit Jahren in einer Deflation, aus der das Land nur schwer ausbrechen kann. Aktuell erhältst Du als Anleger für einen US-Dollar 118,89 Yen. Die bislang höchsten Preise wurden am 01. Dezember 2014 erzielt, als ein US-Dollar 121,60 Yen kostete. Positiv für den US-Dollar ist vor allem, dass sich die Wirtschaftsleistung Amerikas seit der Krise deutlich gebessert hat. Aktuell ist es nicht einmal mehr nötig, dass die amerikanische Notenbank ihr Anleihekaufprogramm fortsetzt und den Märkten weitere Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellt. Sogar eine Erhöhung der Leitzinsen ist im Gespräch und könnte dem US-Dollar weiteren Auftrieb geben. Um diese positive Entwicklung nicht zu gefährden, will Fed-Chefin Yellen laut Handelsblatt aber nicht voreilig handeln. Bis zum Sommer 2015 werden die Leitzinsen wohl stabil bleiben.

Kursentwicklung des Schweizer Franken sorgt für Kredit-Verluste

Die Schweiz gehört zu den stabilsten Ländern der Euro-Zone. Dies zeigte sich bislang auch im Kurs von Euro und Schweizer Franken (CHF), der weitgehend stabil bei 1,20 Euro für einen Franken lag. Dieses stabile Wechselsystem wurde jedoch von der Schweizer Notenbank Aufrecht erhalten, die durch Stabilitätskäufe diesen festgelegten Mindestwechselkurs halten musste. Im Januar 2015 jedoch verabschiedete sich die Schweizer Nationalbank von diesem Mindestwechselkurs und schickte den Euro auf Talfahrt. Am 25. Januar wurde sogar die Parität unterschritten. Für einen Euro erhielt man nur noch 0,98 CHF. Mittlerweile hat sich der Euro von diesem Schock leicht erholt, auch aufgrund verbesserter Wirtschaftsdaten. Für EZB-Chef Draghi hat im Euroraum sogar die Konjunkturwende begonnen. Sollte diese fortgesetzt werden und sollten sich die Probleme mit Griechenland lösen lassen, könnten sogar wieder Kurse von 1,20 CHF erreicht werden, wie sie von der Deutschen Bank prognostiziert werden.

Japanischer Yen und US-Dollar – Yen auf tiefstem Stand seit 7 Jahren

Japan befindet sich bereits seit fast zehn Jahren in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Dies hat sich auch aktuellen Zahlen zufolge nicht geändert. Im vierten Quartal 2014 stieg das vorläufige BIP um lediglich 2,2 Prozent, erwartet waren 3,7 Prozent. Um die Wirtschaft zu stützen, wird die japanische Notenbank nun für 80 Billionen Yen jährlich Anleihen und Wertpapiere aufkaufen und so die Geldmenge weiter erhöhen. So soll nicht nur die Wirtschaft gestützt, sondern endlich auch die Inflation auf über zwei Prozent angehoben werden. Auf die Entwicklung des Wechselkurses von US-Dollar und Yen hat dies allerdings keinen positiven Einfluss. Mittlerweile befindet sich der Yen auf dem tiefsten Stand seit sieben Jahren. Ein Ende dieser Entwicklung ist Experten zufolge nicht absehbar. Das liegt unter anderem daran, dass die amerikanische Wirtschaft weiter wächst und im Sommer sogar Leitzinserhöhungen anstehen könnten. Lediglich gegenüber dem Euro konnte der Yen leicht Boden gut machen, da auch die europäische Gemeinschaftswährung an Wert verliert.

Eine Übersicht über die aktuellen Devisenwechselkurse findest Du beispielsweise hier.

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