Auch das noch: Banken verlangen Geld für Papier-Überweisungen

Die niedrigen Zinsmargen verhageln den Banken derzeit das Geschäft. Um die Verluste zu begrenzen, werden jetzt die Bankkunden zur Kasse gebeten. Für viele Leistungen, die bislang kostenlos erbracht wurden, müssen jetzt oft (teils) hohe Gebühren entrichtet werden. Bankkunden sollten Preisänderung ihrer Bank daher genau beobachten und ggf. reagieren.

Banken reagieren auf sinkende Einnahmen

Da es für die Banken am Geldmarkt immer schwieriger wird, Gewinne zu erzielen, versuchen sie nun, neue Wege zu gehen. War es noch vor einigen Monaten möglich die Gelder von Kunden, die etwa auf dem Girokonto nicht benötigt werden, gewinnbringend anzulegen und attraktive Zinsmargen zu erzielen, sinken die Einnahmen in diesem Bereich aktuell deutlich. Viele Institute versuchen daher, durch neue Gebühren ihre Einnahmesituation zu verbessern. So kündigten einige Volks- und Raiffeisenbanken im Januar an, sowohl für bare Einzahlungen als auch für Auszahlungen am Bankschalter Gebühren zu erheben. Gerade für ältere Bankkunden oder Menschen, die nicht auf Automaten ausweichen können oder wollen, kann dies teuer werden. Zusätzlich müssen neben der Grundgebühr bei einigen Instituten Buchungsgebühren bezahlt werden, deren Höhe sich nach der Anzahl der Buchungen orientiert.

Postbank erhebt Gebühren für beleghafte Buchungen

Vor allem der beleghafte Zahlungsverkehr ist für Banken besonders teuer. Überweisungen oder Schecks beispielsweise müssen vor Ort in der Filiale entgegen genommen und schließlich per Kurier an die entsprechenden Buchungsstellen weitergeleitet werden. Um diese Kosten zu begrenzen, erhebt die Postbank ab dem 01. April für papierhafte Buchungen eine Pauschalgebühr von 0,99 Euro. Lediglich dann, wenn die Aufträge online oder vom Kunden selbst am Service-Terminal der Filialen ausgeführt werden, sind sie weiterhin kostenlos. Bei der Commerzbank werden für beleghafte Buchungen beim Aktiv-Konto ebenfalls zusätzliche Kosten fällig. Auf diese verzichtet das Institut lediglich beim kostenlosen Girokonto, für das allerdings monatliche Einnahmen in Höhe von 1.200 Euro pro Monat notwendig sind. Hier zeigt sich, dass die Institute vehement versuchen, ihre Kunden zum Onlinebanking zu bewegen, um ihre eigenen Kosten zu begrenzen.

Verbraucherschützer laufen Sturm

Für Bankkunden, die keine Möglichkeit besitzen, ihr Konto über das Onlinebanking zu führen, können die neuen Gebührenmodelle erhebliche Mehrkosten bedeuten. Denn wie wir alle wissen: Auch Kleinvieh macht Mist. Verbraucherschützer verweisen in diesem Zusammenhang vor allem auf ältere Kunden, die meist nicht über die technischen Voraussetzungen verfügen, ihr Konto online zu führen. Nach einer Klage des Schutzvereins für Bankkunden vor dem BGH jedoch zeigt sich, dass die Banken zwar keine Pauschalkosten für alle Kontobewegungen berechnen dürfen, dass die Institute aber durchaus Extragebühren für bare Ein- und Auszahlungen oder auch für die Einreichung von Schecks erheben dürfen. Lediglich Kosten, die im Interesse der Bank anfallen, dürfen nicht erhoben werden. Hierzu gehören beispielsweise Gebühren für die Prüfung eines Kreditgesuchs. In jedem Fall müssen die Institute ihre Gebühren aber transparent ausweisen und ihre Kunden entsprechend auf diese hinweisen.

Ein Kontovergleich kann sich lohnen

Da die Leitzinsen in den kommenden Monaten wohl kaum steigen werden, wird sich die Einnahmesituation der Banken nicht verbessern. Bankkunden sollten daher etwaige Gebührenerhebungen immer ganz genau prüfen und gegebenenfalls Einspruch erheben. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, die Kosten und Gebühren verschiedener Institute gegenüber zu stellen. Während etwa einige Sparkassen die monatlichen Grundkosten für das Girokonto auf bis zu 10 Euro erhöhten, bleiben andere Konten weiterhin kostenfrei. Vor allem Direktbanken haben hier nach aktuellen Untersuchungen die Nase vorn. In vielen Fällen können Bankkunden hier nicht nur eine kostenfreie Kontoführung in Anspruch nehmen, sondern erhalten auch kostenlose Kreditkarten. Auf eine persönliche Betreuung und Beratung jedoch musst Du in diesem Fall verzichten, da Direktbanken über keine Filialen verfügen. Auch Barzahlungen sind vielfach nicht möglich. Dafür kannst Du aber Monat für Monat bares Geld sparen.

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