Bank Austria: Guthabenzinsen für Neukunden gestrichen

Mit Wirkung vom 01. Juni hat die Bank Austria für Neukunden die Abschaffung der Guthabenzinsen auf Girokonten beschlossen. Lediglich Bestandskunden können sich nach wie vor über Zinsen freuen – wenn auch auf niedrigem Niveau. Deutsche Bankkunden müssen oft schon seit Jahren auf die Verzinsung ihrer Kontoguthaben verzichten.

Keine Guthabenzinsen mehr auf Girokonten

icon_verbotenDie UniCredit Bank Austria, die nach Kernkapital und Bilanzsumme gerechnet die größte Bank in Österreich ist, hat jetzt beschlossen, die Guthabenzinsen auf neu eröffnete Girokonten zu streichen. Wenn Du Dich also als Neukunde jetzt für ein Girokonto bei dieser Bank entscheidest, erhältst Du somit keine Guthabenzinsen mehr. Lediglich Bestandskunden, die ihr Girokonto bereits seit einiger Zeit nutzen, können aufatmen: Der bisherige Zins in Höhe von 0,125 Prozent bleibt vorerst bestehen. Ein großer Vorteil ergibt sich hieraus natürlich nicht, denn selbst bei einem Guthaben von 2.000 Euro ergibt sich ein jährlicher Zinsertrag von nur 2,50 Euro, von dem auch noch Kapitalertragssteuer abgezogen werden muss. Als Ausgleich für den fehlenden Guthabenzins bietet die Bank allerdings einen besonders günstigen Überziehungszins. Dieser liegt bei sieben Prozent plus dem Dreimonats-Euribor. Da dieser aktuell negativ tendiert, bleibt es bei nur sieben Prozent Sollzins.

Die Bank passt sich dem Branchentrend an

icon_Null_EuroDie Europäische Zentralbank (EZB) hat sich auf ihrer Sitzung am 03. Juni erneut dazu entschlossen, den Leitzins auf dem historischen Tief von 0,05 Prozent zu belassen. Gleichzeitig wird frisches Geld durch den Ankauf von Staatsanleihen ins System gepumpt, um die Neuvergabe von Krediten anzuschieben. Damit die Banken ihr Geld auch wirklich an Dich als Kunde vergeben, müssen sie Strafzinsen bezahlen, wenn sie ihr Geld bei der EZB „zwischenparken“. Die Banken haben daher kaum noch Interesse daran, Geld von ihren Kunden anzunehmen, denn eine deutliche Ausweitung des Kreditvolumens ist nicht ohne Risiko möglich. Aus diesen Gründen müssen insbesondere Groß- und Firmenkunden für hohe Kontoguthaben zum Teil bereits Negativzinsen berappen. So hatte sich beispielsweise die thüringische Skatbank bereits im Oktober 2014 zu einem solchen Schritt entschieden. Weitere Banken wie etwa die Commerzbank und die WGZ haben nachgezogen. Der Schritt, jetzt die Zinsen für Girokonten zu streichen, kommt demnach nicht überraschend. Gleichzeitig senken viele Banken die Zinsen für Kontoüberziehungen und Kredite. Wenn Du also finanzieren möchtest – egal, ob in den Neukauf eines Autos oder die Anschaffung der eigenen vier Wände – ist dies derzeit so günstig wie noch nie.

Deutsche Bankkunden müssen oft schon länger auf Guthabenzinsen verzichten

icon_GlobeDer Verzicht auf Guthabenzinsen bei Girokonten ist in Deutschland bei vielen Banken und Sparkassen schon längst Realität. Viele Banken haben solche Guthabenzinsen bereits seit Jahren abgeschafft. Und auch wenn die Institute noch Zinsen bezahlen, liegen diese selten oberhalb des Leitzinsniveaus von 0,05 Prozent. Wenn Du als Anleger daher Geld zur Verfügung hast, solltest Du nach Alternativen Ausschau halten. Zu ihnen gehören beispielsweise Tagesgeldkonten. Die Guthaben sind hier ähnlich schnell verfügbar wie beim Girokonto, Du erhältst allerdings nach wie vor attraktive Zinsen. Wie hoch dieser Zins ist, ist allerdings von Institut zu Institut sehr unterschiedlich. Hier kann es sich lohnen, die Angebote der Banken zu vergleichen und auch mal einen Blick ins Ausland zu riskieren. Hier werden oftmals deutlich höhere Zinssätze gezahlt. Wichtig ist allerdings, dass Du Dich vor einem Abschluss über die Einlagensicherung informierst, um Deine Risiken zu begrenzen.

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