Bekommt PayPal jetzt ernsthafte Konkurrenz?

Das Online-Bezahlsystem PayPal konnte sich in den vergangenen Jahren, auch durch die Zusammenarbeit mit dem Mutterunternehmen eBay immer weiter etablieren. Jetzt jedoch droht Konkurrenz, denn sowohl Amazon als auch MasterCard und Visa führen eigene Bezahlsysteme ein, mit denen Kunden bequem online einkaufen und bezahlen können.

Der neue Bezahldienst von Amazon

Kunden, die bei Amazon einkaufen, nutzen hierfür in der Regel die in deren Amazon-Konto hinterlegten Zahlungsdaten. Einkäufe werden dann entweder per Lastschrift oder per Kreditkarte bezahlt, ohne diese Angaben immer wieder neu eingeben zu müssen. Mit Hilfe der im Amazon-Konto hinterlegten Login-Daten soll es mit Amazon Payments auch möglich sein mit diesen auf anderen Seiten bequem einzukaufen. Hierzu wird einfach auf die gespeicherten Zahlungsdaten zurückgegriffen. Dies soll die gesamte Abwicklung erleichtern. Egal, ob die User per PC, Tablet oder Smartphone einkaufen: Die Daten sind immer und überall verfügbar und sollen natürlich gesichert übertragen werden. Die Einkäufe seien nach Angaben von Amazon genauso sicher wie auf der Webseite von Amazon selbst.

Bezahlen mit Apple Pay

Auch Apple arbeitet derzeit an einer eigenen Bezahlmöglichkeit. Über Apple Pay soll es auch bald in Deutschland möglich sein, Zahlungen ganz einfach über das Handy abzuwickeln. So hat das Unternehmen beispielsweise bereits seine neusten iPhone-Modelle mit Fingerabdruckscannern ausgestattet, die für das bequeme Bezahlen per Smartphone einsetzbar sein sollen. In den USA ist dieser Dienst bereits verfügbar und ein voller Erfolg. Inwieweit Apple jedoch hierzulande auf Zuspruch des neuen Bezahlsystems stoßen wird, ist noch unklar. Ein mögliches Problem stellt insbesondere der deutlich geringere Anteil an iPhones an den in Deutschland verkauften internetfähigen Smartphones dar. Dieser beträgt derzeit nur 21,4 Prozent. Hinzu kommt, dass das Bezahlsystem für europäische Banken auf Grund der Verordnung der Europäischen Kommission, mit der die Gebühren bei bargeldlosem Zahlungsverkehr eingeschränkt werden sollen, nicht sonderlich attraktiv erscheint. Für Banken ist es somit nahezu unmöglich noch einen Gewinn mit Apple-Transaktionen zu erwirtschaften, da der Konzern einen bestimmten Anteil am Umsatz für jeden Zahlvorgang einbehalten will. Inwieweit diese Gegebenheiten den Erfolg von Apple Pay in Deutschland und anderen europäischen Ländern einschränken werden, bleibt abzuwarten.

Weitere alternative Bezahlmöglichkeiten

Doch damit nicht genug: Auch die Sparkassen arbeiten laut an einer PayPal-Alternative. Für diese könnte der Startschuss schon im Herbst 2015 fallen. Zudem testen die Kreditkarten-Giganten MasterCard und Visa seit geraumer Zeit Apps, die Zahlungen ganz einfach per Klick ermöglichen. Da viele Kreditkarteninhaber diese Angebote ohne zusätzliche Kosten nutzen können, wird sich hier wohl schon bald eine Verschiebung von PayPal, hin zu anderen alternativen Bezahlsystemen abzeichnen. Last but not Least will auch Google auf dem attraktiven Bezahlmarkt mitmischen. Über einen Google Checkout-Account, den Nutzer von Android-Handys für den Kauf von Apps benötigen, sollen Zahlungen ebenfalls abgewickelt werden können. Beim Verkauf von täglich mehr als 150.000 Geräten bietet sich hier ein extrem schnell wachsender Markt.

Die Folgen für Anbieter und Verbraucher

Die harte Konkurrenz auf dem Markt für mobile Bezahlsysteme hat für Dich als Verbraucher in erster Linie Vorteile. Nicht nur, dass Du aus unterschiedlichen Angeboten wählen und so die für Dich beste Alternative heraussuchen kannst, die Angebote werden auch immer übersichtlicher und einfacher. Schließlich will jeder Entwickler möglichst viele Kunden für sich begeistern und wartet mit immer neuen Innovationen auf. Aber auch für die Onlineshops selbst werden sich Verbesserungen ergeben, denn bei zahlreichen Bezahlsystemen müssen aktuell Gebühren erhoben werden. Je größer das Angebot wird, desto geringer werden jedoch auf Grund eines steigenden Konkurrenzkampfes die Gebühren. Es wird also spannend, welche Entwicklungen die kommenden Monate bringen und welche dieser Bezahl-Systeme sich letztendlich am Markt auch durchsetzen können.

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