Bundesanleihen – Großer Crash oder kleiner Kurseinbruch?

Anfang Mai haben deutliche Kursrückgänge bei Staatsanleihen viele Anleger aufgeschreckt. Auch das leichte Schwächeln der Aktienmärkte sowie der niedrige Kurs des Euro gegenüber dem US-Dollar werfen Fragen auf. Kommt jetzt ein großer Crash oder handelt es sich lediglich um einen leichten Kurseinbruch, der schon bald zu neuen Höchstständen führen wird?

Die Renditen von Staatsanleihen steigen wieder

In den vergangenen Monaten versuchte die EZB mit historisch niedrigen Zinsen und einem immensen Anleihekaufprogramm, Investitionen zu fördern und gleichzeitig die Inflation anzuheben. In diesem Zusammenhang sanken nicht nur die Zinsen für Sparkonten auf ein Minimum, bei der Anlage von Staatsanleihen mussten sich Sparer Ende April sogar mit einer negativen Rendite zufrieden geben. Der Markt akzeptierte damit ein Renten-Kursgewinnverhältnis (kurz: Renten-KGV) von 2.000, was die Kursrisiken deutlich in die Höhe schnellen ließ. Die Korrektur, die nun zu sehen war, ist laut Analysten aber vor allem technischer Natur, da nach Bekanntgabe des Anleihekaufprogramms wohl zu schnelle Kursgewinne verbucht wurden. Das Erreichen der 160er Marke beim Bund Future war für einige Händler ein wichtiges psychologisches Signal, welches als Zielmarke die Mitnahme von Gewinnen auslöste. Diese Korrektur war also durchaus gesund, zeigt Dir als Anleger aber auch, dass Bundesanleihen nicht mehr unbedingt als sicherer Hafen taugen und auch hier durchaus mit Kursveränderungen zu rechnen ist.

Auch am Aktienmarkt werden die Risiken größer

Doch nicht nur am Anleihemarkt, auch am Aktienmarkt mehren sich die Risiken. Wie Die Zeit in einem Blog aufzeigt, besteht vor allem im Herdentrieb eine große Gefahr. Da beispielsweise der DAX in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich 15,3 Prozent pro Jahr zugelegt hat, entscheiden sich nun weitere Anleger für eine Investition in Aktien. Durch diesen Herdentrieb steigen die Kurse zwar vorerst, sorgen aber für eine Überbewertung am Aktienmarkt. Aktuell befindet sich das Kursgewinnverhältnis im DAX bei 19,1 und ist damit deutlich von einer fairen Bewertung entfernt. Man bezeichnet solche Situationen auch oft als Blasen, die vor allem für unerfahrene Anleger riskant werden können. Bereits eine kleine Erschütterung, etwa die Zahlungsunfähigkeit Griechenlands oder das Ende der Niedrigzinspolitik in den USA, könnten in solchen Phasen zu Gewinnmitnahmen und damit zu deutlichen Kursrückgängen führen. Derartige Kettenreaktionen sowie automatisch ausgeführte Orders, die bei Erreichen gewisser Kurse ausgeführt werden, könnten solche Entwicklungen noch verstärken.

Wie Du Dich als Anleger verhalten solltest

Die Entwicklungen der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die Volatilität an den Aktien- und Anleihemärkten deutlich zugenommen hat. Was das für Dich als Anleger bedeutet, darüber sind sich selbst Experten uneinig. Während einige Analysten einen drohenden Crash prognostizieren, gehen wiederum andere Experten davon aus, dass der Aktienmarkt infolge des niedrigen Euro-Kurses wieder zulegen wird. Generell gibt es durchaus einige Risiken. So zum Beispiel die weitere Situation in Griechenland. Sollte hier eine Lösung gefunden werden, könnte dies die Aktienmärkte positiv beeinflussen. Ein eventueller Euro-Austritt hingegen hätte wohl gravierende Auswirkungen. Um die Risiken im Depot zu begrenzen, ist es sinnvoll, nicht das gesamte Vermögen „auf eine Karte“ zu setzen und das Kapital zu streuen. Hierzu gehört etwa, nicht in einzelne Aktienwerte, sondern in Fonds zu investieren, die in verschiedenen Branchen und Unternehmen anlegen. Auch Mischfonds, die Aktien, Anleihen, Immobilien und gegebenenfalls Rohstoffe beinhalten, können die Risiken begrenzen und dafür sorgen, dass die jeweiligen Chancen der verschiedenen Anlageklassen genutzt werden.

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