DAX-Familie nimmt Zalando auf

Seit dem 01. Oktober wird der Online-Händler Zalando an der Börse gehandelt. Auch wenn der Börsenstart nicht unbedingt als erfolgreich bezeichnet werden kann, wird die Aktie ab dem 22. Dezember im S-DAX (Interne Verlinkung: X-DAX, M-DAX, S-DAX, L-DAX, Tec-DAX… – Wir helfen Dir beim Durchblick) gehandelt. Mit der Aufnahme in die DAX-Familie bietet sich dem Unternehmen eine gute Chance, den Bekanntheitsgrad zusätzlich und damit auch den Börsenwert zu steigern.

Reif für die Börse?

Unter dem Börsengang eines Unternehmens versteht man den erstmaligen Handel einer Aktie an der Börse. Zu den wichtigsten Gründen für einen Börsengang gehört die Zuführung neuer finanzieller Mittel, die das jeweilige Unternehmen schließlich für Investitionen oder neues Wachstum nutzen kann. Alternativ können Unternehmen mit einem Börsengang auch eventuell vorhandene Verpflichtungen reduzieren und ihre Eigenkapitalposition stärken. Allerdings ist es nicht jedem Unternehmen gestattet an die Börse zu gehen, denn hierfür müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Ob diese erfüllt werden, wird im Zuge der Börsenreifeprüfung ermittelt. Das Handelsblatt hat in Kooperation mit forsa, statista und prognos hierzu einen umfassenden Leitfaden zusammengestellt, in dem sämtliche Informationen zur Börsenreife bzw. zum Börsengang zusammengetragen wurde. Neben einer Überprüfung der Unternehmensdaten wird auch eine Produkt- und Wettbewerbsanalyse sowie eine Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt. Ein Vergleich mit bereits an der Börse befindlichen Unternehmen sowie die Bewertung aktueller Trends sollen zudem sicherstellen, dass sich die Aktie nach dem Börsengang wunschgemäß entwickelt.

Das Börsenklima spielt eine wichtige Rolle

Neben den allgemeinen Unternehmensdaten spielt natürlich auch das Börsenklima bei einem Börsengang eine wichtige Rolle. Nur dann, wenn die Börsenteilnehmer davon ausgehen, mit der Aktie einen Gewinn zu erzielen, werden sie diese zeichnen oder später auf dem Parkett erwerben. Aus diesem Grund gibt es bei positiven Vorzeichen deutlich mehr Börsengänge als etwa in Krisenzeiten. Dies zeichnete sich etwa in den Jahren 2012 und 2013 ab, als nur wenige Unternehmen den Schritt an die Börse wagten. Auch Du hast als Privatanleger die Möglichkeit, Dich an einer Zeichnung zu beteiligen und so in ein aufstrebendes Unternehmen zu investieren. Du solltest dabei aber natürlich alle möglichen Informationen zu diesem Unternehmen sammeln und beispielsweise auch einen Blick in den Geschäftsverlauf und die Historie werfen. Das Börsenprospekt bietet hier zahlreiche Daten. Laut Statista verfügt Zalando über 13,1 Millionen Kunden, bearbeitet 35,1 Millionen Bestellungen und macht hiermit einen Umsatz von 1.762 Millionen Euro. Da derzeit davon auszugehen ist, dass sich der Onlinehandel auch in Zukunft positiv entwickelt, kann sich dies wiederum auch auf den Aktienkurs auswirken. Lediglich die hohe Rücksendequote von 50 Prozent sowie eventuell auftretende Krisen könnten sich auf den Geschäftsverlauf sowie auf den Gewinn negativ auswirken.

Der Börsengang Zalandos

Am 01. Oktober war es nun auch für Zalando soweit. Die Börsenreife war gegeben und so konnte der Versandhändler 11,3 Prozent seiner Anteile auf dem Börsenparkett anbieten. Hiermit wurden gut 600 Millionen Euro erzielt, die dem Unternehmen direkt zu Gute kommen. Auch wenn anfangs mit einem Betrag von 750 Millionen Euro gerechnet wurde, schaffte es Zalando auf Anhieb unter die Top Ten der deutschen Börsengänge. Jedoch mussten diejenigen Anleger die die Aktie nicht direkt nach ihrer Emission (Ausgabe) wieder verkauften, mit deutlichen Verlusten rechnen. In der ersten Handelswoche reduzierte sich der Preis der Neuemission nämlich von Tag zu Tag, was Anlegern Verluste von gut 20 Prozent bescherte. Hintergrund waren vor allem die negativen Vorzeichen an der Börse, durch die die Erwartungen enttäuscht wurden. Mittlerweile hat sich der Aktienkurs jedoch wieder erholt und wird sich nun auf Basis der Unternehmenswerte entwickeln.

Zalando nun auch im S-DAX

Mit Wirkung vom 22. Dezember wurde die neue Zalando-Aktie sogar in den S-DAX aufgenommen. In diesem Aktienindex sind 50 Unternehmenswerte – sogenannte Small Caps – enthalten, die hinsichtlich Börsenkapitalisierung und Marktwert den Werten des M-DAX folgen. Daneben müssen die Aktien des S-DAX im Prime Standard gehandelt werden und damit entsprechende Voraussetzungen erfüllen. Auch Zalando muss somit in Zukunft Quartalsberichte vorlegen und eine jährliche Analystenkonferenz durchführen. Zusätzlich ist es nötig, börsenrelevante Nachrichten, die auch als Ad-hoc-Mitteilungen bekannt sind, unverzüglich zu veröffentlichen. So soll Transparenz geschaffen werden, die die Anleger vor hohen Verlusten schützen soll. Mit der Aufnahme in den S-DAX ergeben sich für Zalando eine Reihe von Vorteilen, denn die Aktie wird so weitaus bekannter und gleichzeitig von verschiedenen Fondsmanagern, deren Fonds den Index abbilden, ausgewählt.

War der Artikel hilfreich?
0 x 0 x

Kommentar hinterlassen

Sicherheitsfrage:?

Mögliche Zeichen: 1000
Senden

Ihr habt gewählt. Das sind die besten Anbieter im Bereich: AKTIENDEPOT