DAX im Rückwärtsgang – Niedrige Kurse zum Einstieg nutzen?

Der Rückwärtsgang des DAX hält nun seit April 2015 an. Wie sollen die Aktionäre oder werdende Aktionäre verhalten? Sind Aktion aktuell zu gefährlich und man sollte davon eher die Finger lassen? Gilt es nur ein wenig abzuwarten? Sollte man eventuell genau jetzt kaufen, da es demnächst bergauf geht?

Wir können nach den Turbulenzen der letzten Wochen an der Börse nicht sagen, wie es weitergehen wird. Gute Chance dürfen sich aber jene ausrechnen, die langfristig denken. Selbst wenn eine Eintrübung der Konjunktur stattfinden sollte, sind meist die Anleger erfolgreich, welche die Kurskorrektur abgewartet haben und kurz danach eingestiegen sind. 

Qomparo

Staranleger Warren Buffet hat das so zugespitzt: „Sei gierig, wenn andere ängstlich sind und ängstlich, wenn andere gierig sind“. Denn die Märkte neigen zur Übertreibung, in Hochphasen wird so getan, als würden diese nie enden und in Krisen so, als stünde das Ende der Welt bevor. Und im Moment ist noch nicht einmal klar, ob wirklich eine wirtschaftliche Eintrübung bevorsteht.

So gesehen sind die Bedingungen für einen Start in die Welt der Aktien oder eine Ausweitung des Depots aktuell gut, allerdings nicht für alle Personengruppen.

Sind Aktien grundsätzlich für mich geeignet?

icon_fragezeichenZunächst muss jeder sich natürlich die Frage stellen, ob Aktien für ihn oder sie geeignet ist. Denn wer diese Frage mit „nein“ beantwortet, braucht gar nicht weiterlesen.

Grundsätzlich sind Aktien vor allem als langfristige Investition gut geeignet, wer in nächster Zeit ein Haus bauen oder einen teuren Urlaub finanzieren will, der sollte das Geld lieber sicherer anlegen, auch wenn die Zinsen aktuell niedrig sind. Angesichts der niedrigen Inflation liegt der Zinssatz bei guten Banken aktuell immer noch höher als die Geldentwertung. Das war nicht immer so.

Auch wer schwache Nerven hat, für den sind Aktien nicht geeignet. Anleger sollten auch mal Kursverluste aushalten können. Wer das kann und das Geld auch mal zehn Jahre liegen lassen und schlechte Börsenjahre aushalten kann, für den sind Aktien meist eine gute Wahl.

Ein Blick in die Vergangenheit

icon_UhrEin weiterer Abwärtstrend ist nicht unwahrscheinlich, denn erfahrungsgemäß sind Trends auch im Zeitalter des Hochfrequenzhandels oft über längere Zeiträume stabil. Sollten sich die wirtschaftlichen Daten weiter eintrüben, kann es sogar noch einmal deutlich nach unten gehen. Allerdings liegt der DAX schon 30 Prozent unter seinem Höchststand, das entspricht in etwa den Verlusten, die der DAX im Crashjahr 1987 hatte. 2002 waren sie allerdings noch etwas höher, damals verlor der Index von Januar bis Dezember rund 44 Prozent.

In den beiden Folgejahren ging es allerdings dafür mehr als 30 Prozent nach oben. Für langfristige Investoren mit guten Nerven sind die Bedingungen aktuell also besonders gut.

Zumal ein weiterer Abschwung auch keineswegs sicher ist. Sonst wäre es natürlich die beste Strategie, jetzt noch etwas zu warten. Doch gut möglich, dass sich die Märkte wieder beruhigen. 30 Prozent Minus, das ist wie gesagt auch schon eine deutliche Korrektur.

Was Anleger tun können

icon_PersonWer jetzt einsteigen will, aber sich noch unsicher über den weiteren Verlauf ist, der sollte sein Vermögen in mehrere Tranchen aufteilen. Ein Teil des Geldes wird sofort investiert, ein weiterer in einem oder zwei Monaten und vielleicht ein dritter oder vierter noch weiter in der Zukunft.

Das bedeutet natürlich mehrfache Kosten, die lassen sich aber durch die Wahl eines günstigen Brokers minimieren. Ohnehin sollte man nicht alles auf eine einzige Aktie setzen, deshalb sind ohnehin mehrere Trades nötig.  

Helfen können dabei ETFs, also börsengehandelte Fonds. Oft bilden die einen Index nach, sogenannte Smart Beta ETFs wählen Wertpapiere mitunter auch nach eigenen Kriterien, sind aber trotzdem meist billiger als reguläre Fonds, weil sie weniger Fondsmanager und Analysten brauchen. Durch den Kauf eines ETF lassen sich die Risiken streuen. Wird in mehreren Tranchen investiert, kann beispielsweise einmal ein ETF mit Großunternehmen in Industrieländern kaufen, einmal einer mit Aktien aus Schwellenländern und noch ein dritter wachstumsstarken neuen Firmen.

Langfristig sparen

icon_muenzenDas Ersparte nicht nur auf verschiedene Unternehmen zu verteilen, sondern auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten einzusteigen, diese Strategie ist für langfristige Anleger dauerhaft interessant. Gut lässt sie sich mit einem Sparplan umsetzen. Dabei wird regelmäßig ein fester Betrag in einem Aktienfonds oder einen ETF investiert. Der Klassiker dabei ist natürlich der DAX, aber auch andere ETFs und Fonds werden von guten Brokern angeboten. Während der Testsieger Degiro hier wenig bietet, ist für diese Art des Sparens der Zweitplatzierte zu empfehlen, der Broker 1822direkt, ein Tochterunternehmen der Frankfurter Sparkasse. Zumal in den ersten sechs Monaten für nur 4,95 Euro gehandelt werden kann.

Der zur Commerzbank-Gruppe gehörende Broker Comdirect bietet aktuell einen Sparplan mit einem FAZ-Index-ETF (Wertpapierkennnummer ETF006). Der FAZ-Index war vor der Einführung des DAX 1988 der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Auch heute ist er aber noch interessant weil er neben den 30 DAX-Werten auch die 50 MDAX-Unternehmen sowie 20 TecDAX und SDAX Aktien enthält. Das sorgt für eine breitere Streuung.

Fazit

icon_aktieWie der Trend in der Zukunft aussieht, ist erfahrungsgemäß schwer vorherzusagen. Allerdings zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass sich der Einstieg nach einem Kursrutsch fast immer gelohnt hat. Allerdings sollte man etwas langen Atem mitbringen, denn zunächst kann es noch weiter nach unten gehen. Wer das nicht aushält, sollte die Finger von Aktien lassen.

 

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