DAX überspringt erstmals die 11.000-Punkte-Marke – Droht bald der Crash?

Erstmals in der Geschichte des Deutschen Aktienindex hat dieser am 13. Februar 2015 die Marke von 11.000 Punkten überschritten. Vor allem positive Konjunkturzahlen aus Deutschland, aber auch die leichte Entspannung in der Ukraine sowie der Griechenland-Krise sorgten für Aufwind.

Politische Unsicherheit war bislang enorm groß

In den vergangenen Wochen haben den Deutschen Aktienindex vor allem politische Unsicherheiten bestimmt. So sorgten die Unruhen in der Ukraine sowie die hiermit in Zusammenhang stehenden Sanktionen gegen Russland immer wieder für Sorgen. Auch die nach wie vor ungelösten Probleme in Griechenland sowie die starre Haltung der neuen griechischen Regierung zogen die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. Jetzt jedoch gewinnen zunehmend die positiven Konjunkturdaten aus Deutschland die Oberhand. In einer am 13. Februar veröffentlichten Meldung des Statistischen Bundesamtes zeigte sich, dass die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2014 stärker als erwartet wachsen konnte. Auch die Kauflaune der Konsumenten verbesserte sich, sodass auch in Zukunft mit guten wirtschaftlichen Daten gerechnet werden kann. Als weitere Unterstützung der Börsen sehen Experten auch die Aussagen der amerikanischen Notenbank Fed, wonach eine Leitzinserhöhung in den USA wohl noch einige Zeit auf sich warten lässt.

Billiges Geld treibt die Kursrally weiter an

Auch das nach wie vor günstige Geld gehört zu den wesentlichen Kurstreibern. Die Europäische Zentralbank hatte erst im Januar eine billionenschwere Geldspritze auf den Weg gebracht und will die Wirtschaft im Euroraum auch weiterhin unterstützen. In erster Linie sollen die Banken das vorhandene Kapital als Kredite an ihre Kunden ausgeben, die hiermit neue Investitionen sowie Konsumausgaben tätigen können. Ein Großteil des Geldes wird von Anlegern aber auch direkt an der Börse investiert, denn Alternativen für lukrative Investments gibt es derzeit nicht. Viele Experten gehen daher davon aus, dass auch in Zukunft viel Geld in Aktien investiert werden wird. Der DAX selbst ist hierbei durchaus interessant, denn in der Bewertung zeigt sich, dass trotz der Kursgewinne, die seit Januar 17 Prozent betragen, offiziell noch keine Überhitzung zu sehen ist. Sowohl im historischen Vergleich als auch im Vergleich zu Börsen auf der ganzen Welt ist der DAX durchaus fair bewertet. Dies gilt auch mit Blick auf die Anleihemärkte. Es ist daher davon auszugehen, dass die aktuelle Kursrally bei anhaltend positiven Rahmenbedingungen weiter fortgeführt wird.

Mögliche Risiken stetig steigender Aktienkurse

Die Kurse an den Börsen werden nicht nur von politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern auch von Psychologie bestimmt, wie die Börse ARD in zahlreichen Artikeln zur Börsenpsychologie aufzeigt. Seit Mitte Oktober 2014 konnte der DAX gut 30 Prozent an Wert gewinnen. Obwohl viele Aktien fair bewertet sind, muss bereits von einer Überhitzung gesprochen werden. In einer solchen Phase sind Atempausen nötig, in denen die Werte zumindest einen Teil ihrer Gewinne wieder abgeben und schließlich zu neuen Höhenflügen ansetzen können. Diese Höhenflüge sind aufgrund der derzeitigen Marktphase jedoch eher begrenzt. Experten gehen davon aus, dass die Luft für den DAX bei einer Marke von 11.400 Punkten deutlich dünner wird. Zudem könnten überraschende Ereignisse wie etwa Rückschläge in der Verhandlung mit Griechenland oder weitere politische Unruhen die Sorge der Anleger vergrößern. In einem solchen Fall wären deutliche Kursverluste möglich, die sich durch die Psychologie an den Börsen sowie automatische Handelssysteme durchaus auch zu einem Crash entwickeln könnten.

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