Den Sparern geht’s an den Kragen – Skatbank führt Negativzins ein

Sparer in Deutschland müssen nicht nur geringe Renditen bei ihrer Geldanlage fürchten, jetzt drohen sogar Strafzinsen, wenn höhere Geldbeträge auf dem Tagesgeldkonto oder dem Sparkonto angelegt werden. Bei der Skatbank aus Altenburg sind negative Zinsen jetzt bereits Realität, ob eine flächendeckende Einführung auch bei anderen Banken folgt, bleibt allerdings erst einmal fraglich.

Verzichten die Banken künftig auf das Geld der Sparer?

Grundlage des Bankgeschäfts war und ist es, das Banken das Geld von Sparern an sich nehmen, verwahren und dieses gleichzeitig als Kredite an Firmen und Unternehmen vergeben. Die Differenz aus Anlagezins und Kreditzins konnte dann als Gewinn verbucht werden. Diese Zeiten scheinen jedoch vorbei, denn die Kreditinstitute haben aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus die Möglichkeit, Geld quasi zum Nulltarif von der Europäischen Zentralbank zu leihen. Diese Niedrigzinspolitik soll nach den Wünschen der EZB dazu führen, dass die Banken günstige Kredite an Privatpersonen und Firmen vergeben, was die Konjunktur belebt. Sollten die Banken hingegen selbst Geld bei der Zentralbank hinterlegen, müssen sie Strafzinsen entrichten. Die Skatbank hat jetzt begonnen, diesen Strafzins an ihre Kunden weiterzugeben, und zwar 0,25 % für Einlagen in Höhe von über 500.000 Euro. Dies gilt sowohl für Privat- als auch für Firmenkunden, die Geld für spätere Investitionen zwischendurch "parken" wollen. Die Gelder der Sparer werden also abgelehnt, da sie derzeit sogar Kosten verursachen.

Strafzinsen für Kleinsparer vorerst nicht in Sicht

Mit der Einführung von Negativzinsen will die Skatbank versuchen, die hohen Kundeneinlagen zu reduzieren, da diese in der aktuellen Situation nicht gewinnbringend investiert werden können und hierdurch Verluste drohen. Vor allem die Gelder größerer Firmenkunden könnten nicht mehr entgegen genommen werden. Wie im Interview von n-tv mit Prof. Hans-Peter Burghof von der Universität Hohenheim jedoch aufgezeigt wird, betrifft die Einführung von Strafzinsen aktuell lediglich Geschäftskunden sowie Firmenkunden und einige vermögende Privatkunden. Eine flächendeckende Einführung für alle Sparer ist derzeit hingegen nicht absehbar. Dennoch muss damit gerechnet werden, dass die Banken auch in Zukunft versuchen werden ihre höheren Kosten sowie die geringeren Margen im Anlagegeschäft an ihre Kunden weiterzugeben. Der Strafzins ist hier ein erster Testversuch.

Können Sparer den Strafzinsen entkommen?

Wenn eine Bank Strafzinsen erhebt, kannst Du Dich als Sparer natürlich von dieser Bank abwenden und versuchen das Geld bei anderen Kreditinstituten anzulegen. Sollte der Versuch der Skatbank jedoch erfolgreich sein und droht eine flächendeckende Einführung, gibt es kaum Chancen dem Negativzins zu entkommen, denn auch ein Ausweichen auf ausländische Kreditinstitute ist meist keine Lösung. Wie die Finanzkrise gezeigt hat, ist mit höheren Zinsen in vielen Fällen auch ein höheres Risiko verbunden. Wenn eine Bank aus dem Ausland also höhere Zinssätze bietet, solltest Du durchaus hinterfragen, wie sicher die Gelder hier angelegt sind und welche Entschädigungszahlungen im Konkursfall erwartet werden können. Eine staatliche Garantie gibt es innerhalb Europas lediglich bis zu einem Einlagenbetrag von 100.000 Euro. Wird dieser überschritten, droht im schlimmsten Fall sogar der Totalverlust.

Wie Anleger auf die Niedrigzinsphase reagieren können

Bereits seit Monaten sorgt die Niedrigzinsphase dafür, dass Du als Anleger auf Sparkonten sowie auf Tages- und Festgeldkonten kaum mehr Renditen erzielen kannst. Als Alternative stehen jedoch vornehmlich Anlagen mit höheren Risiken zur Verfügung, so zum Beispiel Aktien oder Immobilien. In diesen Assetklassen ist es nach wie vor möglich, attraktive Gewinne zu erwirtschaften und das Geld gewinnbringend anzulegen. Um die Risiken einer solchen Anlage zu minimieren bietet es sich an, keine Einzelwerte zu wählen, sondern sich auf Fonds zu konzentrieren, die verschiedene Aktien und Wertpapiere kombinieren. Auch Fonds mit Immobilienanteilen sowie Anteilen festverzinslicher Wertpapiere sind mittlerweile verfügbar. Interessant sind vor allem Vermögensverwaltungen bei denen die Manager zwischen dem Aktien-, dem Renten- sowie dem Immobilienanteil frei variieren können, um so auf Marktveränderungen zu reagieren. Natürlich kann das Wertpapierdepot auch individuell zusammengestellt werden, dies erfordert jedoch viel Zeit und Know How.

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