Die Deutschen und die Aktien

Deutsche Anleger gelten gemeinhin als traditionell. Besonders beliebt sind seit Jahrzehnten vor allem Sparkonten, Festgelder und Immobilien. In der aktuellen Niedrigzinsphase ist es jedoch kaum mehr möglich, mit diesen Investments Geld zu verdienen. Zahlreiche Anleger denken daher jetzt um und erhöhen ihr Anlagerisiko.

Sicherheitsbewusste deutsche Privatanleger

Der klassische Anleger in Deutschland ist vor allem eins: Sicherheitsbewusst. Wie sich in einer Umfrage des Handelsblattes zeigte, stufen sich die meisten Deutschen als wenig risikobereit ein und würden ihr Geld lieber auf dem Sparbuch als in einem Aktienfonds sehen. Schließlich bleibt das Geld hier in der Summe erhalten und Verluste oder Wertschwankungen müssen nicht befürchtet werden. Obwohl die Kenntnisse über Geldanlagen insgesamt immer besser werden, investieren nur rund ein Drittel aller Anleger in Aktien oder Fonds, mit denen jedoch über Jahre gesehen höhere Renditen zu erzielen gewesen waren. In der jetzigen Niedrigzinsphase vernichten die Deutschen sogar ihr Vermögen, denn die Erträge liegen in den meisten Fällen unter dem aktuellen Inflationsniveau.

Mit der Niedrigzinsphase beginnt die Suche nach Alternativen

Die derzeitige Niedrigzinsphase, die der Unterstützung der Wirtschaft dienen soll, belastet vor allem die Sparer. Sowohl auf Sparkonten als auch auf Tagesgeldkonten sind derzeit kaum mehr als ein Prozent Rendite möglich, vielfach liegen die Zinssätze sogar weit darunter. Anleger, die jetzt noch Erträge generieren wollen, müssen sich daher nach Alternativen umsehen. Diese sind sowohl in Unternehmensanleihen, aber auch in Aktien zu finden, die von der Niedrigzinsphase überproportional profitieren können. Seit der Finanzkrise 2008 hat sich der DAX sogar fast verdoppelt, wie die FAZ aufzeigt. Leider waren viele Anleger bei dieser Rallye nicht dabei, vor allem aus Angst vor Verlusten. Diese Angst und Verunsicherung, die sich nach den Aktienverlusten der Jahre 2000-2002 noch verstärkt hat, scheint sich jetzt jedoch langsam wieder zu legen, wie deutsche Vermögensverwalter bei ihren Beratungen beobachten können.

Ein Umdenken setzt ein

Da es kaum mehr möglich ist, ansehnliche Renditen mit klassischen Sparanlagen zu erzielen und die Risiken bei Aktien und vor allem Fonds als überschaubar gelten, setzt bei Anlegern jetzt ein Umdenken ein. Sie gehen nun offener mit alternativen Geldanlagen um und beschäftigen sich vermehrt mit Vermögensanlagen. Vor allem dann, wenn das Geld langfristig oder aber für den Ruhestand investiert werden soll, gehen Anleger immer häufiger neue Wege. Wie Vermögensverwalter aufzeigen, solltest Du als Anleger dennoch nie Dein gesamtes Geld in Aktien investieren. Das Beste ist ein guter Mix aus verschiedenen Anlageformen, sodass Gewinne in jeder Marktphase möglich sind und das Risiko gestreut wird. Neben Aktien und Aktienfonds sollten daher auch hoch verzinste Anleihen sowie offene Immobilienfonds ins Depot aufgenommen werden. ETFs, die etwa einen Index abbilden oder die Möglichkeit eröffnen in Rohstoffe oder Edelmetalle zu investieren, komplettieren das Angebot.

Darauf sollten Anleger bei einer Investition in Aktien achten:

  • Einzelne Aktienwerte bergen hohe Risiken und gehören daher nur begrenzt ins Depot
  • Aktienfonds bieten breitere Anlagespektren und reduzieren das Risiko
  • Index-ETFs eignen sich als Beimischung für Rohstoff- und Edelmetallanlagen

Vermögensverwaltungen und Mischfonds als gute Alternative

Vor allem Anleger, die sich selbst als eher konservativ einschätzen, greifen gern auf Mischfonds oder Vermögensverwaltungen der Banken zurück. Hier kümmern sich Fondsmanager und Vermögensverwalter um die Aufteilung der Gelder, sodass Du Dich als Anleger hierum nicht kümmern brauchst. Das Geld fließt in unterschiedliche Anlagefelder wie Aktien, Anleihen und Immobilien und kann dort Renditen erzielen. Die Zusammensetzung der Fonds und Vermögensverwaltungen ist in der Regel vorgegeben und bietet die Chance, diese auf das eigene Risikoprofil abzustimmen. Wenn Du eher sicherheitsorientiert investieren möchtest, kannst Du beispielsweise Fonds mit einem Aktienanteil von maximal 30 Prozent wählen. Für den eher chancenbewussten Anleger hingegen stehen Fonds mit einem Aktienanteil von bis zu 100 Prozent zur Verfügung, die dann natürlich in Boomphasen hohe Renditen erzielen können, aber gleichzeitig natürlich auch wiederum höhere Risiken bergen.

Das könnte Sie auch interessieren: Aktien vs Immobilien – Alternativen zum Zinssparen

Welche weiteren Alternativen Du in der aktuellen Niedrigzinsphase hast, mit Deinem Geld eine Rendite zu erwirtschaften, kannst Du in unserem Artikel „Niedrigzins – Wohin mit Deinem Geld?“ lesen.

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