Gibt es Handytarife ohne Vertrag? Na klar!

icon_informationGibt es Handytarife ohne Vertrag? Natürlich, sogenannte Prepaid-Angebote verzichten oft auf eine Grundgebühr, abgerechnet werden nur tatsächlich geführte Gespräche. Einige Tarife bieten sogar eine Abrechnung des Datenvolumens nach Verbrauch. Alle Informationen über die Zufriedenheit anderer Nutzer gibt es im Vergleich, weitere Hintergründe hier im Beitrag. Außerdem stellen wir exemplarisch drei Kunden vor und erklären, was wichtig ist. Das sind der Handykunde, der SMS und Telefonminuten nach Verbrauch bezahlen will, der Kunde, der öfter telefoniert und vielleicht sogar Datenvolumen benötigt und der Besitzer eines Seniorenhandys. 

Was ist mit Handytarif gemeint?

Kürzlich stellte die Stiftung Warentest eine Reihe von Handytarifen vor - und bekam sofort heftige Kritik. Denn die Tester aus Berlin hatten Tarife mit inkludiertem Datenvolumen vorgestellte - nach Meinung vieler Leser ist ein Handy aber ein klassisches Mobiltelefon ohne Apps und Internetzugang. 

Smartphone Absatz Grafik
Standard-Handys ohne Extras werden immer weniger verkauft. Absatz von Mobiltelefonen in Deutschland für Smartphones (blau) und Feature Phones (schwarz). Quelle: Statista

Tatsächlich sind klassische Handys seit langem auf dem Rückzug. Das kann jeder in seinem Bekanntenkreis überprüfen, viele Feature Phone Besitzer steigen nach und nach um. Es bleibt eine kleine Gruppe von hartnäckigen Smartphone-Abstinenzler und eine zweite, die ein Handy als Zusatzgerät besitzt, beispielsweise um nicht jedem die private Telefonnummer geben zu müssen. 

Hinzu kommen immer mehr sogenannte Seniorenhandys. Das sind meist Feature Phones mit besonders großen Tasten und einer Notruffunktion. Wir schlagen deshalb auch einen Tarif für Seniorenhandys vor. 

Die Zahl der noch im Gebrauch befindlichen klassischen Handys ist weit größer als es der Absatz an Feature Phones vermuten lässt. Viele haben im Schrank noch ein altes Handy und nutzen das als Zweitgerät weiter, geben es ihren Kindern als erstes Mobiltelefon oder verschenken es an Freunde. 

Wir stellen deshalb beides vor, Tarife ohne Datenvolumen und solche mit. Ausführlichere Informationen zu Tarifen für klassische Handys gibt es zusätzlich im Beitrag Prepaid Handytarif ohne Internet.

Handy, Händi oder Mobiltelefon? 

Woher der Name Handy kommt, ist nicht ganz klar. Im englischen Sprachraum ist das Wort als Bezeichnung für ein Mobiltelefon nämlich unbekannt, das heißt dort Cell Phone (z.B. USA) oder Mobile Phone (z.B. Großbritannien). Eher ein Witz dürfte die Erklärung sein, der Name stamme von einem schwäbischen Entwickler, der das kabellose Telefon seiner Frau zeigte, die daraufhin fragte: "Hän die koi Kabel?" (Haben die kein Kabel).

Wahrscheinlicher ist, dass der Name Handy auf ein altes Handfunkgerät von Motorola aus dem Zweiten Weltkrieg zurück geht. Funkgeräte waren am Anfang so groß, dass sie kaum beweglich waren. Später kamen kleinere Modell, die wie ein Rucksack auf dem Rücken getragen wurden. Die Soldaten nannten sie Walkie Talkies - von walk gehen und talk reden. Als später noch kleinere, in der Hand tragbare Funkgeräte entwickelt wurden, hießen diese Handie Talkies. 

England wurden Handfunkgeräte teilweise als Handy bezeichnet. Ob das von den tragbaren Funkgeräten aus dem zweiten Weltkrieg inspiriert war oder schlicht eine neue Ableitung aus dem Wort hand held für ein in der Hand tragbares Gerät ist unklar. 

Unbestätigt ist auch eine andere Theorie, nach der das Wort in einer Besprechung der Deutschen Bundespost erfunden sein soll. Allerdings nannte der Staatskonzern es dann doch Pocky und nicht Handy. Der Begriff Handy wurde nur in internen Schreiben verwendet - fand aber vielleicht von dort seinen Weg zu den Herstellern und Händlern.

So oder so, der Begriff befindet sich ohnehin im Niedergang. Denn Smartphones werden nur selten als Handy bezeichnet. Eine andere Attacke hat der Begriff dagegen überstanden, nämlich die vorgeschlagene Schreibweise als Händi. 

Quellen: u32.de, Wikipedia

Worauf achten beim Handytarif ohne Vertrag?

Die Wahl des richtigen Anbieters ist von einer Reihe von Faktoren abhängig. Das sind die wichtigsten: 

  • Kosten, 
  • Netzqualität, 
  • Service. 

Die Kosten

Was ist mit Handytarif ohne Vertrag gemeint? Ein Vertrag in irgendeiner Form wird natürlich immer geschlossen. Er heißt, der Kunde darf über das Netz des Anbieters (oder von ihm eingekaufte Kapazitäten bei einem Netzbetreiber) telefonieren und muss dafür ein festgelegtes Entgelt bezahlen. 

Mit der Frage "Gibt es Handytarife ohne Vertrag" ist aber meist etwas anderes gemeint, nämlich ein Tarif, bei dem nur für verbrauchte Telefonminuten und SMS bezahlt wird. Anders als bei klassischen Telefontarifen, bei denen eine Monatsgebühr entrichtet wird, gegen die man meist eine bestimmte Zahl von Freiminuten und SMS erhält. 

In diesem Fall ist vor allem der Preis je Minute oder je SMS interessant. Der Preisvergleich ist relativ einfach, je günstiger die Kosten je Einheiten, desto besser. Bei Tarifen mit Freiminuten muss dagegen immer auch die Zahl der enthaltenen Einheiten berücksichtigt werden. Einen genauen Vergleich kann man nur anstellen wenn man weiß, wie viele Telefonminuten und SMS man braucht. 

Oft meint man mit Handytarif ohne Vertrag aber auch einfach nur einen Prepaid-Tarif, bei dem zuerst Guthaben aufgeladen werden muss und dann telefoniert hat. Im Gegensatz zu sogenannten Postpaid-Verträgen, bei denen erst am Ende des Monats abgerechnet wird, sind Prepaid-Angebote relativ unverbindlich. Ist das Guthaben verbraucht, kann zwar nicht mehr telefoniert oder gesurft werden, es fallen aber auch keine Kosten an. Anders als beim Postpaid-Vertrag, bei dem so lange Geld abgebucht wird bis er gekündigt wurde und die Vertragszeit ausläuft. 

Unser Ratschlag

Oft kann sich auch für Wenignutzer ein Vertrag mit monatlichen Gebühren lohnen. Congstar bietet beispielsweise bei seinem Prepaid-Tarif die Möglichkeit, für nur 2,- Euro im Monat 100 Telefonminuten oder 100 SMS zu kaufen.

Netzqualität

Wer nur telefonieren und SMS schreiben will, der muss sich um das Netz nicht mehr so viele Gedanken machen. Denn in diesem Punkt ist es mittlerweile sehr gut ausgebaut. Der Rückstand, den die beiden E-Netze früher hatten, ist spätestens seit der Fusion von E-Plus und O2 nahezu ausgeglichen. 

ePlus seite
E-Plus und o2 gehen zusammen - das sorgt für ein dichteres E-Netz.

Das bestätigt auch ein Test der Zeitschrift Computerbild aus dem Dezember 2016. Nur bei den Netzabbrüchen sind das D1- und das D2-Netz auf dem Land noch deutlich besser. Das ist für Normalnutzer wenig entscheidend, wer viel in der Natur ist kann den Unterschied aber bemerken. Wichtig ist eine gute Netzabdeckung natürlich vor allem für Natur-Sportler. Wer sich beim Klettern in der Fränkischen Schweiz oder beim Mountainbiken im Sauerland verletzt, für den ist eine Funklücke im Netz natürlich ärgerlich. Wobei Notrufe mit der Telefonnummer 112 auch über fremde Netze geleitet werden (siehe unser Infokasten unten).

Notrufe: Auch ohne Empfang im Heimnetz

Notrufe sind nicht an das Netz des jeweiligen Vertragspartners gebunden. Auch die PIN muss man für Notrufe nicht eingeben. Stürzt beispielsweise der Partner und hat man selbst kein eigenes Handy dabei, lässt sich auch dessen Telefon benutzen, selbst wenn man die Nummer nicht kennt.  Moderne Smartphones haben oft eine Notruf-Funktion. Schon wenn zur Eingabe der PIN aufgerufen wird erscheint ein kleines Schaltfeld mit der Beschriftung "Notruf". Und wer 112 wählt, wird automatisch über ein verfügbares Netz geleitet.  Bei älteren Telefonen gibt es diese Funktion noch nicht. Bei vielen klassischen Handys können Nutzer dagegen statt einer PIN 112 eingeben. Dann wird es automatisch für Notrufe entsperrt und gleichzeitig wird, falls der eigene Netzbetreiber keinen Empfang bietet, nach anderen Verbindungen gesucht. Falls das Handy keinen Empfang hat und auch die Telefonnummer 112 nicht funktioniert kann es deshalb ratsam sein, es auszuschalten und sich dann mit der PIN 112 anzumelden.  

Service 

Preise lassen sich leicht vergleichen und auch zur Netzqualität gibt es viele Daten. Schwieriger ist es, die Qualität des Service zu bewerten. Muss beispielsweise erst eine teure Nummer angerufen werden, um die SIM-Karte freizuschalten? Wie gut ist die Hilfe, wenn es mal Probleme gibt? Der erste Punkt lässt sich leicht überprüfen, der zweite nicht so einfach. Denn nicht alle Mitarbeiter eines Unternehmens arbeiten gleich gut. Um die Servicequalität bewerten zu können müssen mehrere Anfragen gestellt werden. 

Oder man lässt einfach die Kunden zu Wort kommen. Das tun wir in unserem Prepaid Tarife Vergleich. 

Zum Prepaid Karten Vergleich

Unsere drei Musterkunden

Die Ansprüche an einen Datentarif sind verschieden, je nachdem wie viel man telefoniert, ob man Datenvolumen braucht, wo man wohnt und welche Kriterien einem besonders wichtig sind. Unsere drei Musterkunden sind deshalb natürlich nur begrenzt auf andere Fälle übertragbar. Aber sie sind eine gute Orientierung für alle, die noch auf der Suche nach dem richtigen Anbieter sind. 

Musterkunde 1: Der Wenignutzer

Wer nur selten telefoniert, für den ist die Abrechnung nach Verbrauch die günstigste Lösung. Es handelt sich bei dieser Variante geradezu um die Urform des Prepaid-Tarifs. Es gibt keine monatlichen Kosten, allerdings fällt dafür oft eine einmalige Gebühr beim Vertragsabschluss an, mit der die Kosten der Mobilfunkgesellschaft für die SIM-Karte gedeckt werden sollen. 

Außerdem muss Guthaben eingezahlt werden, telefonieren und SMS versenden kann man nur solange noch Guthaben vorhanden ist. Ist das eingezahlte Geld aufgebraucht ist man meistens noch eine Zeitlang erreichbar, dann wird der Anschluss ganz abgeschaltet. 

n-tv go! screenshot
Günstiger Anbieter: n-tv go!

Alle Gespräche und SMS werden einzeln abgerechnet, die SMS pro Stück und Gespräche im Regelfall nach angefangenen Minuten. Ein Gespräch von 1:21 Minuten kostet also zwei Einheiten. 

Ist das Guthaben aufgebraucht, muss neues eingezahlt werden, entweder indem eine Guthabenkarte gekauft wird oder indem Geld online über das Kundenkonto überwiesen wird. Bei einigen Tarifen wird auch automatisch neues Guthaben gekauft, sobald der Guthabenstand unter eine bestimmte Schwelle sinkt oder es wird monatlich ein fester Betrag eingezahlt. 

Ein besonders günstiges Angebot macht die Drillisch-Tochter GTCom. Allerdings bietet sie die Tarife nicht unter dem eigenen Namen an, sondern unter dem von Vertriebspartnern, beispielsweise ExpressMobil oder n-tv go! Die Minuten- und SMS-Preise sind sehr günstig. Das verwendete E-Netz ist zwar etwas dünner als das von Deutscher Telekom und Vodafone, für normale Telefongespräche aber immer noch sehr dicht. Und die Lücken im LTE-Netz sind für Nutzer klassischer Handys ja nicht wichtig. Auch Daten werden einzeln nach verbrauchten MB abgerechnet, eine eher seltene Konstruktion die auch schnell teuer werden kann. Daher ist es für Smartphones nur bei Nutzern geeignet, die so gut wie kein Datenvolumen nutzen. 

Kaum ein Anbieter ist so günstig wie n-tv go! Gibt es beim Angebot einen Hacken? Wir freuen uns auf Eure Rückmeldungen! 

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Musterkunde 2: Aktive Nutzer

Wer viel telefoniert oder auch Daten nutzen, für den sind Angebote wie das vorgestellte von n-tv go! nicht attraktiv. Wer mehr als 33 Minuten telefoniert spart Geld, wenn er bei Congstar einen Tarif mit mindestens 100 Telefonminuten bucht. 

Günstiger Prepaid Handytarif ohne Internet
In Sachen günstiger Prepaid Handytarif ohne Internet sind Kunden bei der T-Mobile-Tochter Congstar meist besser bedient als bei der Muttergesellschaft selbst.

Auch 100 SMS lassen sich zum gleichen Preis kaufen. Leider können SMS und Telefonminuten nicht gegeneinander ausgetauscht werden. Es ist also nicht möglich 100 Einheiten zu kaufen und davon 87 für Telefonie und 23 für SMS zu verwenden, wie das beispielsweise bei Vodafone CallYa teilweise möglich ist. Dafür sind die Preise günstig, das Netz ist gut und der Tarif kann individuell zusammengestellt werden.

Auch für Smartphone-Besitzer ist der Tarif interessant. Denn auf Wunsch kann auch Datenvolumen gebucht werden. Wer dagegen ein klassisches Handy ohne Internet und Co besitzt, schiebt den Regler für Daten einfach auf Null. Wer alle Regler auf Null setzt, der muss nur telefonierte Einheiten und verbrauchte SMS zahlen, die sind aber etwas teurer als beim n-tv go!

Alle die Datenvolumen nutzen, profitieren außerdem von einer Flatrate. Denn ist das Datenvolumen aufgebraucht, kann man mit reduzierter Geschwindigkeit weiter surfen. Wer mehr will als nur Textnachrichten über WhatsApp oder Threema verschicken, der hat allerdings bei diesem Tempo wenig Freude. In diesem Fall lässt sich zusätzliches Tempo nachkaufen.

Wer ohnehin nur Textnachrichten versendet kann auch die kostenlose Messanger-Funktion nutzen. Ohne Zusatzkosten lassen sich dann Nachrichten über Messanger-Dienste versenden. Bilder, Audiodateien oder gar Filme lassen sich so natürlich nicht übertragen.

Tarif für Seniorenhandy

Seniorenhandys sind einfach zu bedienen und richten sich, wie der Name schon sagt, vor allem an ältere Menschen.  Aber auch für jüngere Kunden mit starker Sehschwäche oder eingeschränkter Motorik können diese Geräte interessant sein.

Meist handelt es sich um Feature Phones, einige Anbieter haben aber auch besondere Smartphones für Senioren entwickelt. Praktisch alle haben eine Notruf-Funktion, bei der aber keine Rettungsleitstelle, sondern Freunde oder Verwandte angerufen werden. 

CallYa
Die Vodafone-Prepaid-Tarife im Überblick. Im einfachsten Fall werden einfach Gespräche und SMS nach Verbrauch abgerechnet.

Diese Notruf-Funktion ist natürlich auf ein gutes Netz angewiesen. Anders als beim Notruf über die Nummer 112 wird nämlich nur über den jeweiligen Netzbetreiber versucht eine Verbindung herzustellen.

Die Stiftung Warentest und verschiedene Fachzeitschriften haben die deutschen Netze immer wieder vergleichen. Klar ist, dass das E-Netz die geringste Abdeckung bietet. Der günstige Tarif von n-tv go! scheidet deshalb aus. Besser geeignet sind die Angebote von Deutscher Telekom und Vodafone. Bei LTE ist Branchenprimus Telekom nach wie vor die Nummer 1, doch Besitzer von Seniorenhandys dürften das kaum nutzen. Selbst Senioren-Smartphones nutzen meist maximal UMTS. Hier aber hat Vodafone laut eines Tests der Zeitschrift Computerbild mittlerweile die Nase vorne, da sich die Telekom so auf den LTE-Ausbau konzentriert hat, dass kaum noch in UMTS investiert wurde.

Auch beim klassischen Telefonnetz sind Telekom und Vodafone mittlerweile gleichauf. Neben Congstar ist deshalb Vodafone für Besitzer von Seniorenhandys eine gute Wahl.
 

Fazit

Wer keinen lange laufenden Vertrag eingehen will, der ist mit einem Prepaid-Tarif meist am besten bedient. Das gilt vor allem für Besitzer klassischer Handys, die wenig telefonieren. Denn sie müssen bei einigen Angeboten nur die tatsächlich vertelefonierten Einheiten bezahlen. Wer etwas mehr telefoniert, der kann gegen eine geringe Monatsgebühr auch Inklusivminuten erhalten und so unter Umständen Geld sparen. Benötigt man auch Datenvolumen ist ein solcher Tarif sogar fast unverzichtbar. Auch hier haben Prepaid-Tarife Vorteile. Wer das Angebot nicht mehr nutzen will, zahlt einfach kein Geld mehr ein - oder er nutzt die Gelegenheit zur kurzfristigen Kündigung, die Prepaid-Tarife fast immer bieten.

 

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