Günstige DSL Angebote: Wer gut UND günstig ist

Ein schneller Internetanschluss muss nicht teuer sein. Günstige DSL Angebote gibt es viele. Aber welche sind auch gut? Bedenken müssen Kunden, dass nicht alle Anbieter auch überall die gleiche Leistung bieten.

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Günstige DSL Angebote - worauf achten?

Wer einen neuen DSL-Anbieter sucht, sollte auf drei Dinge achten: 

  1. Den Preis, 
  2. die Geschwindigkeit und
  3. die Erfahrung anderer Kunden. 

Der Preis ist natürlich ein wesentliches Kriterium. Vor allem weil teurer nicht immer besser bedeutet. Das heißt aber nicht, dass es keine Qualitätsunterschiede gäbe.

Relativ einfach lässt sich die Geschwindigkeit überprüfen. Vor allem wer Online-Spiele spielen oder Filme streamen will braucht einiges an Tempo. Sonst ruckelt das Bild. Das ist bei Filmen lästig, bei Spielen kann es sogar dazu führen, dass die Spielfigur längst tot ist, bis der Computer die Reaktion des Spielers erhält. 

3 MBit pro Sekunde sind fürs Ansehen von Filmen mindestens nötig - und auch das reicht nur für die Standardqualität (siehe Hintergrund). Spiele können sogar noch anspruchsvoller sein. Bedenken müssen Kunden außerdem, dass oft mehrere Anwendungen über einen Anschluss laufen. Wenn der Vater einen Film ansieht, die Ehefrau ein Online-Spiel spielt und die Tochter gerade übers Festnetz telefoniert, bedeutet das natürlich auch eine dreifache Belastung. 

Außerdem sind die Angaben der Hersteller immer nur Maximalwerte. In der Praxis werden diese meist nicht erreicht. Wer mindestens 16 MBit pro Sekunde haben will darf also keinen Anschluss mit maximal 16 MBit wählen, sondern muss mindestens die nächsthöhere Gruppe bestellen. 

Wichtig ist aber auch der Service. Wie schnell werden Probleme behoben? Wie kundenfreundliche reagiert das Unternehmen? Das lässt sich nur schwer messen, hier hilft am ehesten ein Blick in unseren DSL-Vergleich auf die Erfahrungen der anderen Nutzer. 

Hintergrund: So viel Geschwindigkeit brauchen Sie für Filme

Welche Geschwindigkeit sie zum Ansehen von Filmen übers Internet (Streaming) brauchen, hängt auch von der Bildqualität ab. 3 MBit pro Sekunde sind mindestens nötig, damit Filme ohne ruckeln in Standard-Qualität angesehen werden können. Eine hohe Auflösung (HD - High Definition) erfordert natürlich auch mehr Daten, 5 MBit pro Sekunde müssen es mindestens sein. Ultra HD-Filme (4k) mit besonders hoher Auflösung brauchen noch deutlich mehr Kapazität, bis zu 15 MBit pro Sekunde.  Die meisten Streaming-Dienste bieten HD oder Ultra-HD nur ergänzend zur Standard-Qualität (SD) an. Auch mit einem langsameren Anschluss lassen sich also Filme ansehen, aber eben nicht in Spitzen-Qualität. Erfahrungsgemäß ist die Qualität des Inhalts aber meist entscheidender für den Sehgenuss als die der Auflösung. 

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DSL Anbieter in Deutschland

icon_aktieDas heutige DSL-Netz basiert im Wesentlichen auf dem alten Telefonnetz der Deutschen Bundespost. Die im Vergleich zum alten, analogen Telefonnetz deutlich höhere Geschwindigkeit ergibt sich nicht in erster Linie aus schnelleren Leitungen, sondern aus einer verbesserten Übertragungstechnik. In den meisten Regionen werden noch immer die alten Kupferleitungen verwendet. In einigen wurden diese aber mittlerweile auch durch ein modernes Glasfasernetz ersetzt. Das ist zwar keine Voraussetzung für DSL, bringt aber zusätzliches Tempo. 

ISDN
Vor allem die Deutsche Bundespost baute das heutige DSL-Netz auf. Quelle: Von Deutsche Bundespost - scanned by NobbiP, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12350911

 

Entsprechend ist der größte Teil des DSL-Netzes heute in der Hand der aus der Bundespost hervorgegangenen Deutschen Telekom. Ab Mitte der 1990er Jahre entstanden aber auch zahlreiche regionale Netzbetreiber, die in den ersten Jahren vor allem Großkunden bedienten. Oft waren die Gründer dieser Unternehmen regionale und lokale Energieversorger, die bereits im Verlegen und Anschließen von Leitungen Erfahrungen hatten. Viele sind, wie die Nürnberger NEFkom, durch Fusionen und Übernahmen vom Markt verschwunden, andere wie die Oldenburger EWE AG bieten nach wie vor eine günstige Alternative zur Deutschen Telekom. 

Vor allem durch Zusammenschlüsse und Übernahmen regionaler Anbieter haben einige Unternehmen sogar ein deutschlandweites Netz aufgebaut, etwa die heute zur 1&1 Gruppe gehörende Versatel.

Die meisten Anbieter verfügen allerdings über kein eigenes Netz, sondern nutzen die Dienste anderer Unternehmen, vor allem der Deutschen Telekom. Diese erhält dafür ein von den Regulierungsbehörden festgelegtes Nutzungsentgelt. 

Hinzu kommen die Käufer des ehemaligen Fernsehkabel-Netzes, wie TeleColumbus und Vodafone Kabel Deutschland, die über diese Leitungen auch Internet- und Telefondienste anbieten. Außerdem offerieren einige Unternehmen einen kabellosen Zugang zum Internet. 

Unser Ratschlag

Beschränken Sie sich nicht nur auf DSL Angebote, sondern prüfen Sie auch Telefonie über das ehemalige Fernsehkabelnetz als Alternative. In Regionen ohne schnelles DSL kann Internet über Satellit oder Mobilfunk eine Alternative sein. 

DSL ist nicht gleich DSL

Die Abkürzung DSL steht für Digital Subscriber Line. Wie ISDN ist DSL ein digitales System, Sprachnachrichten werden also nicht mehr direkt in elektrische Impulse umgesetzt und so übertragen, sondern zunächst in eine Reihe von Einsen und Nullen zerlegt. Im Gegensatz zu ISDN nutzt DSL aber ein viel breiteres Frequenzspektrum, was die Übertragungskapazität erhöht. DSL ist aber nicht DSL, oft liest man Begriffe wie VDSL, ADSL oder SDSL. Was ist der Unterschied? 

VDSL und VDSL Vectoring

VDSL steht für Very High Speed Digital Subscriber Line. Das ist die besonders schnelle Variante von DSL. Eigene Leistungen sind dafür nicht nötig, vielmehr funktioniert diese Technik auch mit den klassischen Kupferkabeln. 

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Der Begriff VDSL beschreibt dabei weniger eine spezielle Technik als vielmehr eine Reihe von Standards, die von der Internationalen Fernmeldeunion ITU aufgestellt wurden und in zwei Untergruppen aufgeteilt werden können. VDSL 1 fasst verschiedene Techniken zusammen, die sich aufgrund der geringen Signalreichweite dieses Standards aber kaum durchgesetzt haben. 

In Deutschland wird, wie in den meisten anderen Ländern, vor allem VDSL 2 verwendet. Hier sind Geschwindigkeiten von bis zu 100 MBit pro Sekunde möglich. Eine Weiterentwicklung ist VDSL 2 Vectoring. Durch verschiedene Techniken werden bei dieser Technik vor allem Störungen zwischen den verschiedenen Datenströmen ("Übersprechen") reduziert. Das erlaubt höhere Geschwindigkeiten. 

ADSL und SDSL

ADSL steht für Asynchrones DSL. Das bedeutet, dass die Geschwindigkeit beim Herunterladen von Daten (Downstream) höher ist als beim Hochladen (Upstream). In den meisten Fällen ist das vom Nutzer auch so gewünscht. Denn im Regelfall werden größere Datenmengen heruntergeladen als ins Netz gestellt, etwa beim Streamen eines Films. Wenn das Einstellen eines Videos etwas dauert ist das außerdem meist weniger schlimm als wenn das Bild beim Abspielen einer Serie über Netflix, Maxdome oder Sky Go ständig stockt. 

ADSL Definition
Das Streamen von Filmen setzt eine hohe Übertragungsrate voraus, ebenso viele Online-Spiele. Deshalb ist für die meisten Nutzer die Downstream-Geschwindigkeit wichtiger.

Deshalb nutzen fast ausschließlich Unternehmen SDSL, die Symmetric Digital Subscriber Line, bei der in beide Richtungen die gleiche Geschwindigkeit angeboten wird, beispielsweise 2,3 MBit pro Sekunde. Viele Anbieter garantieren bei SDSL außerdem eine bestimmte Geschwindigkeit, was bei ADSL-Angeboten für Privatkunden meist nicht der Fall ist.

In der Praxis gibt es auch bei VDSL im Regelfall eine höhere Down- als Upstream-Geschwindigkeit, wer von ADSL spricht, meint aber im Regelfall die etwas langsamere Variante. 

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DSL Alternativen im Vergleich

Neben dem DSL-Netz der Deutschen Telekom oder privater Anbieter gibt es drei weitere Möglichkeiten ins Internet zu gehen: 

  1. Internet über das ehemalige Fernsehkabelnetz
  2. Internet über Mobilfunk
  3. Internet über Satellit

Internet übers Fernsehkabel

Streng genommen funktioniert Internet übers Fernsehkabel auch nicht wesentlich anders als über DSL. Trotzdem unterscheidet beispielsweise Vodafone bei den Tarifen zwischen Vodafone Kabel und Vodafone DSL. Das hat verschiedene Gründe. Als ab den 1980er Jahren in Deutschland Fernsehen nicht nur über Funkwellen, sondern auch über Kabel verbreitet werden sollten, baute die Bundespost dafür ein eigenes Netz mit besonders leistungsfähigen Leitungen auf. Später erzwang das Kartellamt deren Verkauf an eine Reihe von regionalen Anbietern. Größter Kabelnetzbetreiber in Deutschland ist die Vodafone-Tochter Kabel Deutschland. 

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Wer bei Vodafone einen Kabel-Tarif bucht, telefoniert also über das eigene Netz von Vodafone Kabel, DSL-Kunden nutzen dagegen im Regelfall das Netz der Deutschen Telekom. Außerdem sind beim Telefonieren über das Fernsehkabel höhere Geschwindigkeiten möglich, im Falle von Vodafone bis zu 400 MBit pro Sekunde statt bis zu 100 MBit pro Sekunde. Allerdings gibt es das Angebot nicht überall. Grundsätzlich gilt: In Hessen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ist Unitymedia aktiv, in den anderen 13 Vodafone Kabel. Doch ganz so einfach ist es nicht, denn vor allem in den Neuen Bundesländern besitzt auch TeleColumbus einen Teil des Kabelnetzes, hinzu kommen regionale Betreiber, die ihr Netz oft parallel oder statt der Deutschen Bundespost aufgebaut haben. 

Kabel Deutschland jetzt Vodafone
Kabel Deutschland gehört mittlerweile zu Vodafone. Das Unternehmen ist in 13 Bundesländern aktiv. 

Unser Ratschlag

Internet über das Fernsehkabel ist eine gute Möglichkeit, allerdings müssen Interessenten erst prüfen, ob das Unternehmen in der Region aktiv ist. Am einfachsten geht das, indem man im Vergleich einfach auf "Zum Anbieter" klickt. Dort finden Interessenten dann eine entsprechende Prüffunktion. 

Internet über Mobilfunk

Egal ob DSL oder Kabelfernsehnetz, vor allem in ländlichen Regionen gibt es immer noch weiße Flecken. Deshalb hat die Bundesregierung bei der Ausschreibung der LTE-Lizenzen nicht nur versucht einen möglichst hohen Preis zu erzielen, sondern die Lizenznehmer auch zum Ausbau eines LTE-Netzes in den ländlichen Gebieten verpflichtet. 

Mobilfunk statt Festnetz
Viele Länder in Afrika haben kein gut ausgebautes Festnetz. Stattdessen hat das Mobiltelefon dort eine viel größere Bedeutung. Foto: Christine Vaufrey, Telekomanbieter Leo in Burundi - Lizenz CC BY 2.0

 

Mit Hilfe von LTE lassen sich auch Privathaushalte anschließen. Besonders offensiv beworben wird das Angebot von Vodafone unter dem Markennamen LTE Zuhause. Für den besseren Empfang lässt sich auch eine Außenantenne mitkaufen. 

Die Geschwindigkeit liegt mit bis zu 50 MBit pro Sekunde in einer Größenordnung, die auch viele DSL-Angebote nicht übertreffen. Allerdings ist der Preis für 50 MBit über LTE ab dem 13. Monat deutlich höher als bei DSL oder Kabel. 


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Internet über Satellit

Wo auch LTE nicht verfügbar ist, bleibt als letzter Weg zum schnellen Internet noch der ins All. Mehrere Firmen bieten einen Internetzugang mit bis zu 20 MBit pro Sekunde über Satellit. Das Tempo kann zwar nicht mit den bis zu 400 MBit mithalten, die im Fernsehkabelnetz maximal möglich sind, reicht aber aus um Filme zu streamen und die meisten Online-Spiele zu spielen. 

Screenshot skyDSL
Größter Anbieter für Internet via Satellit ist skyDSL.

 

Die Preise sind allerdings etwas höher als bei LTE oder kabelbasierten Angeboten. Deshalb lohnt sich das Verfahren vor allem dort, wo beides nicht verfügbar ist. Zumal im Regelfall noch die Installation einer neuen Sat-Schüssel nötig ist. Denn zum Telefonieren und Surfen ist eine bidirektionale Anlage nötig, normalerweise sind diese ausschließlich für den Empfang von Daten konzipiert.

Ein Problem ist außerdem die lange Latenzzeit. Denn Daten müssen erst zu einem Satellit und von dort wieder auf die Erde gesendet werden. Das dauert zwar weniger als eine Sekunde, doch für manche Online-Spiele ist das schon zu lange. In unserem Vergleich sind aktuell mehrere Anbieter von Internet via Satellit vertreten, nämlich orbitcom, StarDSL und skyDSL.

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Der Vodafone Schnelltest

Als einziger Anbieter bietet Vodafone sowohl Internet über DSL als auch über Kabel und LTE. Deshalb ist Vodafone uns einen eigenen Schnelltest wert. Die ausführliche Version findet sich hier.

Kabel Deutschland jetzt Vodafone
Kabel Deutschland gehört mittlerweile zu Vodafone. Damit besitzt der Mobilfunkkonzern jetzt auch ein eigenes Festnetz - und sogar ein besonders schnelles.

 

Besonders stark ist Vodafone dort, wo es mit dem Breitbandnetz von Kabel Deutschland über eigene Leitungen verfügt. Denn die Verbindung ist schnell und die Kosten sind moderat. Auch beim Thema LTE für Zuhause ist Vodafone gut aufgestellt. Konkurrenten wie Congstar machen ähnliche Angebote, aber kaum jemand bietet so ein umfangreiches Paket wie Vodafone. Beispielsweise durch die Option, eine Außenantenne für einen besseren Empfang zu installieren.

Der klassische Weg ins Netz ist aber nach wie vor DSL. Auch hier macht Vodafone ein konkurrenzfähiges Angebot. Allerdings nutzt der Mobilfunkanbieter hier die Infrastruktur der Deutschen Telekom.

Wie der magentafarbene Konkurrent hat Vodafone den Vorteil, dass Kunden alle Dienstleistungen von Mobilfunk bis Festnetz aus einer Hand bekommen können.

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Fazit

Die hicon_aktieöchsten Geschwindigkeiten sind aktuell meist über das einst für das Kabelfernsehen aufgebaute Breitband-Netz möglich, das sich vor allem im Besitz von Vodafone, Unitymedia und TeleColumbus  sowie regionaler Anbieter befindet. Daneben bietet DSL hohes Tempo, vor allem in jenen Gegenden, die mit einem Glasfasernetz aufgerüstet wurden. LTE ist meistens die zweitbeste Option, wenn schnelles DSL nicht verfügbar ist. Telefonie über Satellit bietet meist maximal 20 MBit pro Sekunde und damit deutlich weniger als LTE. Fürs Streamen von Filmen und die meisten Online-Spiele reicht das allerdings. Die Latenzzeit für das Senden des Signals zu Satellit und wieder zurück ist allerdings bei einigen Spielen ein Problem.

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