Günstigste Versandapotheke: Wer ist gut und günstig?

Welche Versandapotheke ist besonders günstig? Und sind die günstigen Anbieter auch gut? Wir haben sie unter die Lupe genommen und fragen auch, was die Stiftung Warentest und andere renommierte Tester herausgefunden haben.

Zum Online-Apotheken Vergleich!

Was heißt hier günstig?

Zahlt die Krankenkasse das Rezept, dann spielen die Kosten im Regelfall keine Rolle. Nicht nur, weil die Krankenkasse die Rechnung bezahlt, sondern auch weil es feste Preise gibt, die von den Versicherungen übernommen werden. Man entlastet seine Kasse also nicht, wenn man eine günstige Versandapotheke wählt. Nur in Ausnahmefällen können die Kosten eine Rolle spielen, nämlich dann, wenn die Preise bei der Online-Apotheke höher liegen als der übernommene Festbetrag.

Günstigste Online-Apotheke
Egal ob Techniker, Hanseatische Krankenkasse, hkk oder Betriebskrankenkasse: Die Krankenkassen überweisen an die Apotheken einen Festbetrag pro Präparat. Bild: Pressefoto der Techniker Krankenkasse

Für privat versicherte Kunden gilt ähnliches, verschreibungspflichtige und üblicherweise von den Versicherern übernommene Medikamente kosten oft bei allen Anbietern gleich viel. Denn hier gilt eine Preisbindung.

Für nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten wurde diese dagegen schon vor mehr als zehn Jahren aufgehoben. Die meisten Vor-Ort-Apotheken orientieren sich bis heute an der Preisliste, bei den Versendern gibt es dagegen deutliche Unterschiede.

Das gilt auch für jene Grenzfälle, bei denen zwar ein Rezept nötig ist, die Kosten aber üblicherweise von den Kunden selbst übernommen werden müssen. Klassische Beispiele sind die "Pille" zur Empfängnisverhütung bei Frauen sowie Potenzmittel wie Viagra oder Silda für Männer.

Vergleich meistens einfach

Wer die Preise bei zwei Apotheken vergleichen will, der tut sich meist leicht. Denn die Packungsgrößen sind standardisiert und jedes Präparat hat eine Pharmazentralnummer (PZN). Anhand dieser achtstelligen Nummer lässt sich nicht nur das Medikament, sondern auch die Packungsgröße genau identifizieren.

Wer die Kosten für ein Präparat bei zwei Anbietern vergleichen will, der muss nur die beiden Anbieter aufrufen, das Medikament suchen und die die PZN dann in das Suchfeld der zweiten Online-Apotheke kopieren. Praktisch alle Anbieter erlauben nämlich die Suche nicht nur nach dem Namen, sondern auch nach der Pharmazentralnummer.

Schwierig kann das nur bei einigen verschreibungspflichtigen Medikamenten werden. Viele Direktapotheken führen diese nämlich nicht im Katalog, obwohl die Arznei lieferbar ist. Stattdessen erscheint ein Hinweis wie: "Es handelt sich um ein verschreibungspflichtiges Präparat, das nicht in unserem Online-Katalog geführt wird. Bitte senden sie uns ein Rezept".

Das ist bei ohnehin zum Festpreis angebotenen und von der Krankenkasse oder der privaten Krankenversicherung erstatteten Medikamenten kein Problem, wohl aber bei jenen, die zwar verschreibungspflichtig sind, aber vom Kunden selbst bezahlt werden müssen.

Hintergrund: Die PZN

Die Pharmazentralnummer, kurz PZN, funktioniert ähnlich wie die ISBN (Internationale Standardbuchnummer) bei Büchern. Sie besteht aus acht Ziffern, wobei die letzte eine Prüfziffer ist. Sie wird aus den ersten sieben Ziffern berechnet und erlaubt es, eine fehlerhafte Eingabe sofort zu erkennen, ähnlich wie die dritte und vierte Stelle bei der internationalen Kontonummer IBAN. Bei der PZN wird zur Berechnung der Prüfziffer die erste Stelle mit 1 multipliziert, die zweite mit 2 und so weiter bis zur sechsten Stelle und die Summe daraus gebildet. Die Differenz zur nächstkleineren durch elf teilbaren Zahl ist die Prüfziffer. Ist die Summe beispielsweise 79, dann ist die Prüfziffer 2, weil die nächstkleinere durch elf teilbare Zahl 77 und die 79 genau um zwei größer ist. Ist die Differenz zehn, dann wird die Nummer nicht vergeben.  Die Nummer 10203626 bezeichnet beispielsweise Aspirin - und zwar genau die Verpackung mit 40 Tabletten zu je 500 Milligramm. Beim nächstgrößeren Gebinde mit 80 Tabletten sind die ersten sechs Stellen identisch, als siebte Ziffer steht aber eine 3 statt der 2. Damit ist natürlich auch die Prüfziffer eine andere, in diesem Fall ist es eine 2 statt eine 6. Die PZN erlaubt deshalb den gezielten Vergleich zweier Produkte. Denn mit gleicher Nummer enthalten sie nicht nur den gleichen Wirkstoff und sind vom gleichen Hersteller, sondern die Packungen sind auch gleich groß.

Anbieter oft wichtiger als Apotheke

Kunden sollten aber nicht nur auf die günstigste Apotheke achten, sondern auch auf das richtige Medikament. Oft sind die Preisunterschiede dabei nämlich wesentlich größer als zwischen den einzelnen Apotheken.

Fast alle Online-Apotheken bleiben unter der Empfehlung der Pharmaunternehmen. Der Preis für eine Aspirin-Packung mit 80 Tabletten zu je 500 Milligramm lag im Test bei drei Anbietern immer mindestens 22 Prozent unter der Empfehlung. Zwischen der teuersten und dem billigsten Versandapotheke lagen aber noch einmal rund 20 Prozent.

Das ist aber noch gar nichts im Vergleich zu den Unterschieden zwischen verschiedenen Herstellern. Bei Medikamenten wie Aspirin ist der Patentschutz längst abgelaufen. Zwar darf in Deutschland nach wie vor nur die Bayer AG den Markennamen Aspirin verwenden, doch der Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) darf auch von Konkurrenten verwendet werden. Diese sogenannten Generika sind oft viel billiger. Für Generika wie ASS Stada oder ASS Heumann zahlt man nur rund ein Viertel dessen, was für eine gleich große Packung Aspirin berechnet wird.

Generika-Hersteller wie Stada, Ratiopharm oder Heumann bieten oft gleich wirksame Medikamente zu einem Bruchteil der Kosten, die für das Original fällig werden. Bild: Historisches Werbemotiv des Generikaherstellers Stada.

Die Finger sollte man dagegen von einem anderen Präparat lassen, dass der Aspirin-Erfinder Felix Hoffmann für die Bayer AG als Schmerzmittel erfand. Dabei verwendete er ebenfalls Acetanhydrid, statt Salicylsäure nahm er aber Morphin. Sein Arbeitgeber war von dem Ergebnis so überzeugt, dass er den Markennamen von der griechischen Bezeichnung für "Heldin" ableitete und dieses "Heroin" in verschiedenen Ländern für mehr als 40 Indikationen vermarktete. Später stellte sich aber die süchtig machende Wirkung heraus, so dass Bayer die Produktion 1931 aufgab und sich stattdessen ganz auf das am Anfang vernachlässigte Aspirin konzentrierte.

Günstige Versandapotheke: apo-rot.de

Versandapotheken sind keine Online-Buchhändler, die nur das gewählte Produkt verschicken. Stattdessen gehört es zu ihren Aufgaben auch, das Rezept zu prüfen und eine telefonische Beratung anzubieten. Kauft ein Kunde beispielsweise verschiedene Medikamente, die nicht zusammen eingenommen werden dürfen, muss die Apotheke ihn darauf hinweisen. Das klappt oft sogar besser als bei den Vor-Ort-Apotheken.

Aber nicht alle Direktapotheken sind gleich gut. Deshalb haben wir nur Apotheken betrachtet, die in unserem Online-Apotheken-Vergleich gut abschneiden.

Unter den in unserem Vergleich am besten bewerteten fünf Unternehmen haben wir die Preise für drei Arzneimittel vergleichen:

  • Aspirin,
  • Ibuprofen Heumann,
  • Umckaloabo.

Bei Aspirin war apo-rot.de der günstigste Anbieter, bei Ibuprofen Heumann und bei Umckaloabo kam das Hamburger Unternehmen auf Platz zwei. Keine andere Apotheke kam bei allen drei Vergleichen unter die günstigsten zwei, zumal der Preisunterschied im Fall von Ibuprofen Heumann mit zwei Cent sehr klein war. Medipolis bietet beispielsweise Umckaloabo günstiger an als die vier untersuchten Konkurrenten, ist dafür bei den anderen beiden Arzneien deutlich teurer als apo-rot.de. Auch bei den anderen Präparaten hat das Hamburger Unternehmen oft die günstigsten Konditionen.

Die Online-Apotheke apo-rot.de im Schnelltest

Bis zu 55 Prozent bleibt apo-rot.de nach eigenen Angaben unter dem unverbindlichen Apothekenverkaufspreis, der Preisempfehlung der Pharmaunternehmen für rezeptfreie Medikamente. Aber stimmen auch Service und Beratung?

Im Test der Stiftung Warentest landet das Unternehmen nur im Mittelfeld. Schuld daran sind unter anderem Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Die waren so deutlich, dass die Apotheke hier ein "Mangelhaft" bekam und die Gesamtnote abgewertet wurde.

Das Angebot von Apo-rot.de im Überblick

Allerdings stammt der jüngste Test der Stiftung auch aus dem Jahr 2014. Seitdem hat sich einiges verändert. In unserem Vergleich schneidet das Unternehmen sehr gut ab.

apo-rot.de: Hintergrund

Bei den Wörtern apo und rot mögen ältere Menschen noch an eine politische Bewegung denken. Der Name leitet sich aber von der Apotheke am Rothenbaum ab, die wiederum nach der Rothenbaumchaussee in Hamburg benannt ist. 

Die Apotheke existiert nach wie vor, allerdings hat die Besitzerin schon vor mehr als zehn Jahren die Zeichen der Zeit erkannt und einen Online-Handel aufgebaut. Daneben trägt auch eine ganze Reihe von Apotheken überall in Deutschland den Zusatz apo-rot.de. Überwiegend handelt es sich dabei um Kooperationen mit der Versandapotheke und keine echten Filialen, abgesehen von den Niederlassungen in Hamburg. 

Das Sortiment

Über 200.000 Artikel hat das Unternehmen im Sortiment. Angeboten werden sowohl rezeptpflichtige als auch rezeptfreie Arzneien. Natürlich gehören auch hier Naturheilkunde und Homöopathie mit zum Sortiment. Leider lässt sich bei verschreibungspflichtigen Medikamenten der Preis online nicht abfragen, falls sie im Einzelfall doch selbst bezahlt werden müssen. Vorrätig sind sie im Regelfall trotzdem. Wer sein Rezept einschickt, erhält die Ware auch ohne sie vorher online in den Warenkorb gelegt zu haben. 

Versand und Rechnung

Ab einem Einkaufswert von 40,- Euro sind Bestellungen versandkostenfrei. Auch wer für weniger Geld einkauft kann die Kosten sparen, wenn er ein rezeptpflichtiges Medikament mit bestellt. Hier ist der Shop aber bisher wenig kundenfreundlich. Es fehlt die Möglichkeit bei der Bestellung das Einreichen eines Rezepts bereits anzukündigen. In den meisten Fällen bekommt man deshalb die Versandgebühr trotzdem in Rechnung gestellt. 

apo-rot.de Test
Wer rezeptpflichtige Medikamente bestellt und gleichzeitig bei apo-rot.de auch rezeptfreie einkaufen will, der legt am besten dem Rezept eine Liste mit den gewählten Arzneien bei und schickt alles per Brief. Foto: Deutsche Post AG

Die einzige Möglichkeit das zu umgehen ist eine schriftliche Bestellung. Wer mit dem Rezept eine Liste der gewünschten rezeptfreien Medikamente mitschickt bleibt von der Gebühr verschont. Doch das ist umständlich. Um Missverständnisse zu vermeiden bietet es sich an, bei jedem Rezept die Pharmazentralnummer (PZN, siehe oben) anzugeben. Sie definiert genau das gewünschte Medikament in der gewählten Größe und Stärke. Außerdem enthält sie eine Prüfziffer, so dass Fehler in den meisten Fällen sofort erkannt werden. Die Zustellung erfolgt dann in ein bis zwei Tagen und damit auch im Vergleich zu anderen Online-Apotheken durchaus zügig. 

Daneben gibt es noch die Möglichkeit das Medikament abzuholen. Entweder direkt in der Hauptstelle in Hamburg-Rotherbaum, in einer der Filialen in der Hansestadt oder bei einer Partnerapotheke. Allerdings ist das Unternehmen fast nur in Norddeutschland präsent. Südlich von Magdeburg gibt es gerade mal vier Partner-Apotheken, die sich auf zwei Regionen konzentrieren, nämlich den Raum Mannheim und Südost-Sachsen. In insgesamt sieben Bundesländern gibt es keine einzige Partnerfiliale.  

Simbabwe Hyperinflation Bild
apo-rot.de bietet zahlreiche Zahlungsmöglichkeiten. Bar kann man natürlich nur zahlen, wenn man das Medikament bei einem Kooperationspartner abholt. Und schon gar nicht mit der nach einer Hyperinflation abgeschafften Währung Simbabwes, die hier im Bild zu sehen ist.

Groß ist die Auswahl an Zahlungsmöglichkeiten bei apo-rot.de. Es stehen zur Verfügung: 

  • Vorkasse,
  • SofortÜberweisung
  • Bankeinzug,
  • PayPal,,
  • Kreditkarte,
  • Ratenkauf.

Beim Ratenkauf nutzt apo-rot.de die Dienste des schwedischen Zahlungsdienstleisters Klarna, der seit 2013 auch Eigentümer von SOFORT ist, dem Anbieter des Dienstes SofortÜberweisung. Bei Kreditkartenzahlung akzeptiert das Unternehmen nicht nur VISA und MasterCard, sondern auch den in Europa nicht besonders verbreiteten Anbieter AmericanExpress. 

Fazit zu apo-rot.de

Die Hamburger Online-Apotheke apo-rot ist günstig, aber nicht schlecht. Allerdings schnitt sie im Test der Stiftung Warentest bei der Beratung nur mäßig ab und die Bestellung von rezeptfreien Medikamenten zusammen mit einem Rezept ist umständlich. Gut geeignet ist das Unternehmen deshalb vor allem dann, wenn man ohnehin ausschließlich rezeptfreie Arzneien und Kosmetika bestellt. 

Wer hat Recht? Siehst du apo-rot.de auch nur im Mittelfeld, so wie die Stiftung Warentest? Oder teilst du die positive Bewertung unserer Nutzer! Schreibe deine Meinung und berichte von deinen Erfahrungen.

Anbieter bewerten

Jetzt direkt zu apo-rot.de

Der Qomparo Vergleich

Ist apo-rot.de nicht die richtige Wahl? Oder möchte man wirklich den genau für dieses Präparat günstigsten Anbieter finden? Das lohnt sich vor allem bei teuren Artikeln. Dann können zehn Prozent Preisunterschied schon mal einen zweistelligen Euro-Betrag bedeuten. 

Für diesen Fall ist der einfachste Weg der über unseren Vergleich. Einfach die drei, vier oder fünf am besten bewerteten Anbieter über den Link in der Liste aufrufen,  die Pharmazentralnummer (PZN, siehe Hintergrundbericht oben) eingeben und vergleichen. 

Comparo Vergleich
Qomparo bietet unterschiedliche Vergleiche.

Aber wie funktioniert der Qomparo-Vergleich überhaupt? Es gibt ihn nicht nur zum Thema Apotheken, sondern auch für Diäten, DSL- und Mobilfunkanbieter, Baufinanzierer und andere Dienstleister. Doch das Prinzip ist immer das gleiche. 

Hinter dem Namen des Anbieters findet sich in der Liste die allgemeine Empfehlungsrate. Sie gibt an, welcher Prozentsatz der Nutzer, die das Unternehmen bisher bewertet haben, es auch weiterempfehlen würde. Dabei gibt es nur zwei Optionen, nämlich Daumen hoch oder Daumen runter. Eine Zustimmungsrate von 75 Prozent bedeutet also, dass drei von vier Nutzern das Unternehmen empfehlen, einer von vier dagegen abrät. 

Wer mit dem Cursor über das Ergebnis fährt ("Mouseover"), erhält die genaue Zahl der Bewertungen angezeigt. Natürlich ist das Urteil umso aussagekräftiger, je mehr Nutzer sich an der Abstimmung beteiligt habe. Eine Empfehlungsrate von 100 Prozent könnte theoretisch ja auf einer einzigen Stimme basieren. 

 

Apotheken Test
So lassen sich Apotheken auf Qomparo bewerten

 

Zusätzlich lässt sich auch eine Bewertung zu den Unterrubriken 

  • Produktangebot, 
  • Preise und
  • Versandzeit

aufrufen. Allerdings bewerten erfahrungsgemäß nicht alle Nutzer diese Teilaspekte. Zumal aus der Liste selbst heraus nur ein Gesamturteil abgegeben werden kann. Wer die einzelnen Unterpunkte bewerten will, muss erst den Erfahrungsbericht aufrufen. 

Fazit

icon_aktieDer Hamburger Anbieter apo-rot.de gehört unter den am besten bewerteten Apotheken in unserem Vergleich besonders oft zu den günstigsten. Allerdings zeigt die Erfahrung auch, dass bei drei untersuchten Medikamenten immer eine andere Versandapotheke besonders billig war. Bei teuren Medikamenten kann es sich deshalb lohnen, den Preis direkt bei den drei, vier oder fünf am besten bewerteten Apotheken zu vergleichen. 

 

Zum Online-Apotheken Vergleich!

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