Immobilienkauf – Ja oder nein?

Der Kauf einer Immobilie erscheint gerade aktuell sinnvoll. Nicht nur, dass Geld in Zeiten des Niedrigzinsumfeldes attraktiv angelegt werden kann, die Zinsen für Immobiliendarlehen sind zudem auf historischen Tiefstständen und sorgen dafür, dass die Kosten einer Finanzierung überschaubar bleiben. Experten jedoch warnen bereits seit längerem vor einer drohenden Immobilienblase, die Kapital vernichten könnte. Anleger, aber auch Privatpersonen, die den Schritt in die eigenen vier Wände planen, sind daher verunsichert. Lohnt der Immobilienkauf überhaupt noch?

Die Gründe für einen Immobilienkauf

Immobilien haben in Deutschland ein positives Image. So zeigte die Umfrage „Immobilienbarometer“, dass gut 25 Prozent der Immobilienkäufer vor allem deshalb als Käufer auftreten, weil Immobilien als krisensicher gelten. Gleichzeitig geben 29 Prozent an, auf Immobilien zurückzugreifen, da sie vielen anderen Anlageformen wie etwa Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren nicht mehr vertrauen. Aber auch der Schritt in die eigenen vier Wände und die Unabhängigkeit von Vermietern ist nach wie vor ein wichtiger Grund, eine eigene Immobilie zu erwerben. Hierfür spricht natürlich auch, dass bei einer eigenen Immobilie keine Miete mehr zu zahlen ist und Hausbesitzer nach Rückzahlung der Kredite an die Hausbank schuldenfrei sind. Dies kann gerade im Rentenalter wichtig sein, um die monatlichen Belastungen zu senken. Damit sind Immobilien für viele Deutsche auch eine sinnvolle Altersvorsorge, die natürlich schon viele Jahre vor dem Eintritt ins eigentliche Rentenalter genutzt werden kann.

Historisch niedrige Zinsen senken die Finanzierungskosten

Es gibt somit viele Gründe, die für den Kauf einer Immobilie sprechen. Nicht zuletzt sorgt natürlich das aktuell niedrige Zinsumfeld dafür, dass sich viele Menschen gerade jetzt für den Immobilienkauf entscheiden. Erstrangige Annuitätendarlehen für den Hauskauf können bei einwandfreier Bonität und zehnjähriger Zinsbindung aktuell bei vielen Banken für rund 1,5 Prozent in Anspruch genommen werden. Selbst dann, wenn die Bonität nicht einwandfrei oder die Beleihung nicht erstrangig möglich ist, steigen die Konditionen nur geringfügig, denn die Baufinanzierung ist für die Banken eine wichtige Einnahmequelle. Sie versuchen daher, möglichst viele Kunden für sich zu begeistern und finanzieren selbst Objekte, die vielleicht vor einigen Jahren noch abgelehnt worden wären. In diesem Zusammenhang ist es sogar möglich, eine Finanzierung zu 100 Prozent der Kosten zu vereinbaren. Als Kreditnehmer hast Du hiermit die Möglichkeit, alle beim Kauf oder Bau anfallenden Kosten per Kredit zu finanzieren. Aufgrund der aktuell niedrigen Zinsen ist die Mehrbelastung in Folge der höheren Darlehenssumme dennoch tragbar.

Mögliche Risiken beim Immobilienkauf für Eigennutzer

Trotz niedriger Zinsen und zahlreicher Gründe, die für den Immobilienkauf sprechen, solltest Du genau überlegen, bevor Du einen Kauf- oder Bauvertrag unterzeichnest. Was Du insbesondere bei der Baufinanzierung beachten solltest, findest Du hier. Aufgrund der hohen Nachfrage steigen die Immobilienpreise in vielen Städten nämlich rasant. Laut Spiegel befürchtete Finanzminister Schäuble bereits im Sommer 2014 eine Immobilienblase, die bei steigenden Zinsen zu platzen droht. Diese Sorge ist nicht unberechtigt, denn es lassen sich durchaus Parallelen zur Situation in den USA von 2008 ableiten. Damals wurden auch hier zinsgünstige Hauskredite vergeben. Als die Zinsen dann wieder stiegen, konnten viele Hausbesitzer ihre Kreditraten nicht mehr begleichen und die Banken mussten zahlreiche Finanzierungen abschreiben. Auch hierzulande muss beachtet werden, dass nach dem Ablauf der Zinsbindung die Konditionen auf Basis des dann geltenden Zinsniveaus neu festgelegt werden. Steigen die Zinsen, steigt auch die Kreditbelastung. Es ist daher wichtig, dass Du genau prüfst, welche Belastung möglich ist und auch eventuelle Zinssteigerungen nach dem Ablauf der Zinsbindungsfrist kalkulierst. Alternativ bietet es sich an, Darlehen mit Zinsfestschreibungszeiträumen zwischen 15 und 20 Jahren zu wählen oder den Kredit über einen Bausparvertrag langfristig abzusichern.

Risiken für Investoren

Auch als Investor solltest Du einen Immobilienkauf genau überdenken, denn schließlich willst Du ja eine attraktive Rendite erzielen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem die Lage des Objektes. In beliebten Städten finden sich zahlreiche potenzielle Mieter, was die Vermietungsquote sicher positiv beeinflusst. Negativ ist jedoch, dass die Preise für Immobilien gerade in diesen Regionen bereits deutlich gestiegen sind und das Investment daher auf Basis des Mietpreisspiegels genau kalkuliert werden muss. Hinzu kommt, dass die Bundesregierung in diesen Tagen die Mietpreisbremse beschließt und künftige Mietsteigerungen daher deutlich geringer ausfallen könnten. Letztlich müssen zusätzlich auch die Nebenkosten für den Erhalt der Immobilie berechnet werden. Erst dann, wenn alle Punkte berücksichtigt und positiv bewertet wurden, ist der Immobilienkauf als Investment wirklich lohnend.

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