Inflation macht das Leben in der Ukraine noch schwerer

Die Ukraine befindet sich aktuell in einer der schwersten Phasen seit dem Zweiten Weltkrieg. Neben den kämpferischen Auseinandersetzungen sind es vor allem wirtschaftliche Probleme sowie eine extrem hohe Inflation, die die Bevölkerung belasten. Von der Ratingagentur Fitch ist die Ukraine erst kürzlich auf die Note „CC“ herabgestuft worden.

Die Ukraine ist vom Staatsbankrott bedroht

Etwa ein Jahr nach dem Ausbruch des politisch-militärischen Putsches in der Ukraine sind die Sorgen des Landes groß. Es belastet vor allem der Konflikt im Osten des Landes bei dem sich seit dem Frühjahr 2014 prorussische Rebellen und Regierungstruppen heftige Gefechte liefern. Viele Investoren, aber auch Privatpersonen haben seither ihre Geldreserven aus der Ukraine abgezogen, was zu deutlichen Wertverlusten der ukrainischen Hrywnja (auch Griwna genannt) geführt hat. Aktuell müssen für einen Dollar rund 27,75 Hrywnja (UAH) gezahlt werden, zu Anfang des Jahres 2015 konnte ein Dollar dagegen bereits für nur 15,77 Hrywnja gekauft werden. Zum Vergleich: Anfang 2014 waren es lediglich 8,24 Hrywnja. Um die Währung zu stützen, investierte die Notenbank bereits die Hälfte ihrer Devisenreserven, die nun erstmals seit fünf Jahren auf weniger als zehn Milliarden Dollar geschrumpft sind. Gleichzeitig sinkt die Wirtschaftsleistung nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (kurz: IWF) in diesem Jahr zwischen 7 und 7,5 Prozent. Schätzungen zufolge sank das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr um rund zehn Prozent. Auch im kommenden Jahr gehen Experten noch nicht davon aus, dass sich die Ukraine nachhaltig erholen kann.

Teuerungsrate liegt bei mehr als 20 Prozent

Ein besonders negativer Begleiteffekt der aktuellen Situation ist die hohe Teuerungsrate. Lag sie Anfang 2014 noch bei nur 1,2 Prozent, wurde im Februar 2015 bereits eine Inflation von mehr als 28 Prozent erreicht. Auch in den kommenden Monaten ist nicht davon auszugehen, dass die Inflation nachhaltig sinkt. Lediglich geringe Reduzierungen auf 15 bis 16 Prozent werden erwartet. Betroffen sind vor allem Menschen mit einem geringen Einkommen, denn teurer werden in erster Linie die Lebensmittel. Für Brot etwa müssen die Menschen binnen Jahresfrist gut 30 Prozent mehr bezahlen, Fleisch und Käse wurden sogar um 80 Prozent teurer. Hilfsgesellschaften bemühen sich derzeit darum, dass die Bevölkerung vor Ort trotz der hohen Inflation ausreichend zu essen bekommt und nicht hungern muss. Das UN-Hilfswerk etwa verteilt hierzu Einkaufsgutscheine, die bereits gut 80.000 Menschen nutzen. Dennoch kann bislang noch nicht der gesamten Bevölkerung geholfen werden, da sich zahlreiche Menschen auf Grund der aktuellen Situation im Land auf der Flucht befinden.

Hilfsprogramm des IWF soll die Not lindern

Auch die Ratingagentur Fitch hat auf die anhaltenden Probleme in der Ukraine reagiert. Sie stufte das Land auf die Rating-Note „CC“ herab. Dies zeigt, dass auch die Experten der Ratingagentur davon ausgehen, dass die Zahlungsunfähigkeit des Landes nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Dies gilt auch obwohl der IWF der Ukraine bereits ein Hilfspaket mit einem Volumen von rund 40 Milliarden US-Dollar zugesichert hat. Der IWF trägt in diesem Zusammenhang 17 Milliarden Dollar, den Restbetrag übernehmen die USA, die EU sowie die Mitglieder der G7. Allerdings, so die Bonitätswächter, sei diese Hilfe nur dann sinnvoll und nachhaltig investiert, wenn die Ukraine gleichzeitig Reformmaßnahmen durchführt. Zwar sollen die Reformauflagen nicht zu hart sein, um den Rückhalt der Bevölkerung für die Regierung nicht zu gefährden, ohne Reformmaßnahmen jedoch sei es nicht möglich die Wirtschaft nachhaltig zu stärken. Ob die Ziele durchgesetzt werden können, ist jedoch noch fraglich. Es wird wohl auch damit zusammen hängen, ob endlich Frieden in der Ostukraine einkehrt und ob die Menschen ihr Land wieder aufbauen können.

 

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