Japan rutscht in die Rezession – Was bedeutet das für Dich als Anleger?

Die japanische Wirtschaft ist im dritten Quartal dieses Jahres erneut in eine Rezession gefallen. Diese Nachricht kam zugegebenermaßen überraschend, gingen doch die großen Wirtschaftsinstitute bislang davon aus, dass die Wirtschaft wächst, wenn auch nur in kleinen Schritten.

Abenomics muss vorerst als gescheitert erklärt werden

In den vergangenen zwei Jahren hat Japan versucht, durch den Druck mehrerer Billionen Yen die Wirtschaft zu stützen. Firmen sollten durch die Geldschwemme und den damit verbundenen Niedrigzinsen angeregt werden, neue Investitionen zu tätigen. Auch Einkäufe von Privatpersonen sollten helfen die Wirtschaft zu stützen. Hiermit sollte erreicht werden, dass die bereits seit gut 20 Jahren andauernde Deflation bekämpft und endlich eine Inflation erzielt wird. Im April jedoch wurden die Verbrauchersteuern von bislang fünf auf nun acht Prozent erhöht. Obwohl es grundlegend richtig war, die Geldschwemme etwas einzudämmen, kam dieser Schritt wohl etwas zu früh. Wie Tagesschau.de aufzeigt, brach die Wirtschaft daraufhin um 7,3 Prozent ein. Zwischen Juli und September ist die Wirtschaftsleistung des Landes – das BIP – sogar um real 1,6 Prozent gefallen. An dieser Entwicklung wird deutlich, dass nicht nur die Unternehmen von weiteren Investitionen absehen, sondern auch die Privatpersonen ihr Vermögen überwiegend für sich behalten. Betrachtet man die oben dargestellten Entwicklungen kann die „Abenomics“ – ein zusammengesetzter Begriff aus „Abe“, dem Nachnamen des japanischen Premierministers, und „economics“ (engl. für Volkswirtschaft), der die Reformpolitik von Shinzō Abe benennt – vorerst als gescheitert erklärt werden.

Ablauf und Folgen der Rezession in Japan

Schrumpft die Wirtschaft eines Landes in zwei Quartalen hintereinander, sprechen Wirtschaftsexperten von einer Rezession (=Rückgang). Sie ist gekennzeichnet durch sinkende Preise und eine abwartende Haltung der Konsumenten. Diese schieben Ihre Investitionen vorerst auf, da sie davon ausgehen, dass die Preise noch weiter sinken. Die Folge ist eine Spirale aus weiter sinkenden Preisen, einer sich reduzierenden Wirtschaftsleistung, niedrigeren Investitionen und höherer Arbeitslosigkeit. Regierungschef Abe hat daher bereits die für das kommende Jahr geplante weitere Anhebung der Verbrauchersteuern auf zehn Prozent abgesagt und auf April 2017 verschoben. Gleichzeitig hat Abe, nachdem sein ursprünglicher Plan gescheitert ist, Neuwahlen angekündigt, mit der Absicht sein Amt nun erneut bestätigen zu lassen und sich die Rückendeckung des Volkes für seine Politik zu holen. Ob jedoch eine neue Regierung die aktuellen Probleme lösen könnte, ist fraglich, da diese bereits fest verankert sind. Hinzu kommt, dass voraussichtlich gar keine neue Regierungsbildung zustande kommen wird, sondern die Liberale Demokratische Partei unter Abe die Mehrheit behält und sogar, auf Grund einer schwächelnden Opposition, noch Sitze dazu gewinnt.

Die Rezession bedroht nicht nur Japan

Die aktuelle Rezession in Japan hat nicht nur im eigenen Land Auswirkungen. So sank etwa der Nikkei-Index – der Aktienindex der Börse in Tokio, der 225 Werte enthält und somit als japanisches Börsenbarometer gilt – nach der Veröffentlichung der Daten um mehr als drei Prozent und rutschte sogar unter die wichtige Marke von 17.000 Punkten. Aber auch auf Europa hat die Rezession Auswirkungen, denn der Versuch die Wirtschaft mit neuem Geld zu stärken, ohne die vorhandenen Strukturprobleme zu lösen, muss als gescheitert betrachtet werden. Europa und die USA agieren derzeit ähnlich und sollten nun verstärkt die möglichen Folgen dieses Vorgehens bedenken. Nach den notwendigen Reformen ist es nämlich äußerst wichtig wieder zur Normalität zurück zu finden und die Leitzinsen wieder anzuheben. Geschieht dieser Schritt zu spät, droht die japanische Krankheit aus Stagnation ohne Aussicht auf eine Besserung auch Europa zu erreichen.

Auswirkungen für Anleger und Investoren

Anleger und Investoren, die trotz Rezession Gewinne erzielen wollen, haben verschiedene Möglichkeiten. Hierzu gehört beispielsweise der Handel mit Währungen am Forex-Markt. Da die Rezession meist nicht alle Länder betrifft, haben Investoren nach wie vor die Chance durch den Kauf unterschiedlicher Währungen Gewinne zu erzielen. Schließlich kannst Du nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse setzen. Wenn jedoch das Vertrauen in die Währungen allgemein schwindet, kann es durchaus sinnvoll sein. auf Edelmetalle wie Gold und Silber zu setzen. Sie gewinnen genau in den Zeiten an Wert, wenn Anleger nach Alternativen suchen und bieten so eine gute Gelegenheit trotz Rezession und sinkender Kurse am Aktienmarkt eine ansehnliche Rendite zu erzielen.

 

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