Kein Kredit? – Augen auf bei der Wahl Deiner Facebook-Freunde!

Facebook ist in den vergangenen Jahren oft in die Kritik geraten. Vor allem die enorme Datensammelwut des Unternehmens hat dafür gesorgt, dass sich immer mehr Kunden genau überlegen, welche Angaben gemacht werden. Mit einem neu gesicherten Patent soll es jetzt sogar möglich werden, den Freundeskreis genau zu durchleuchten, um die Kreditwürdigkeit eines Users noch besser bestimmen zu können.

Kreditwürdigkeitsprüfung im sozialen Netzwerk

icon_fragezeichenBevor Dir eine Bank einen Kredit auszahlt, wird sie genau prüfen, ob Du diesen auch zurückzahlen kannst. Neben Deinen Einkommensnachweisen wurden hierzu auch die Daten der Schufa herangezogen, denn hier ist gespeichert, ob und in welcher Höhe Du weitere Kredite nutzt und ob Du diese fristgerecht zurückzahlst beziehungsweise alte Kredite fristgerecht zurückgezahlt hast. Hinzu kommen weitere Faktoren wie beispielsweise die Gegend in der Du lebst: Falls Du in einem Gebiet wohnst, in der die Zahl der Kreditausfälle statistisch gesehen relativ hoch ist, ist es jetzt schon tendenziell schwerer für Dich einen Kredit bewilligt zu bekommen. Künftig könnte Deine Kreditwürdigkeit nun zusätzlich anhand Deiner sozialen Kontakte bewertet werden. Beantragst Du dann bei der Bank einen Kredit, kann es sein, dass diese bei Facebook anfragt und Dich anhand Deiner Facebook-Freunde bewertet. Nur wenn hier ein gewisser Minimalwert überschritten wird, kann der Kredit ausgezahlt werden. Bist Du also vornehmlich mit Menschen verbunden, die kein oder ein nur geringes Einkommen erzielen, kann sich dies zukünftig gegebenenfalls negativ auf Deinen Kreditwunsch auswirken.

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Pläne liegen bereits seit 2012 in den Schubladen

icon_LupeDer Plan, einen Menschen anhand seiner Freunde zu bewerten, stammt bereits aus dem Jahr 2012. Schon damals stellte die Schufa Überlegungen an, Daten aus Sozialen Netzwerken zu nutzen, um Dich als Kreditnehmer noch besser bewerten zu können. Auch die Daten aus anderen Netzwerken wie Twitter oder Google Street View sollten genutzt werden. Allerdings musste die Schufa viel Kritik für diese Pläne einstecken. Jetzt jedoch sicherte sich Facebook ein neues Patent, das genau diese Möglichkeiten bietet. Neben der Auswertung der Freunde ist es nun auch möglich, einen Menschen anhand dessen Wohnumfeldes zu bewerten. So soll es möglich werden, Bevorzugungen zu verhindern, denn die Kreditentscheidung trifft künftig nicht mehr der Sachbearbeiter in der Bank, sondern das Computerprogramm. Gleichzeitig bestehen hier natürlich auch Risiken, denn kein Mensch kann auf seine virtuellen Freunde reduziert werden.

Umsetzung in die Praxis wird geprüft

icon_alarmAktuell hat sich Facebook lediglich das Patent gesichert, um die Daten seiner Kunden noch individueller zu überprüfen. Derzeit steht noch nicht fest, ob und wann dieses Patent tatsächlich in die Praxis umgesetzt werden kann. Die Versuche der Institute jedoch zeigen, dass es durchaus Bemühungen gibt, Dich als Kunde noch besser zu durchleuchten. Nach wie vor gibt es zwar Bedenken von Daten- und Verbraucherschützern, die Entwicklungen jedoch zeigen, dass die Bonitätsprüfung mit Facebookdaten durchaus gängige Praxis werden könnte. Schließlich wurde das Patent bereits 2012 eingereicht und zunächst abgelehnt. Jetzt allerdings wurde es genehmigt, sodass weiter an der Umsetzung gearbeitet werden kann. Bis dahin werden weiterhin Deine vorhandenen Konten, die bestehenden Kredite sowie eventuell vorhandene unbezahlte Rechnungen für eine Kreditentscheidung zugrunde gelegt. Die Schufa bietet den Banken in Deutschland hier umfangreiche Informationen, sodass die neuen Angebote hierzulande zunächst überhaupt nicht nachgefragt werden und eher für Regionen vorgesehen sind, in denen es wenige Kreditprüfer gibt. Des Weiteren ist es auch durchaus möglich einen Kredit ohne Schufa zu beantragen. Hierzu findest Du alle wichtigen Infos in unserem Beitrag zur Kreditvergabe ohne Schufa Prüfung.

Wie Du als Kreditnehmer reagieren kannst

icon_informationWenn immer mehr persönliche Daten von Institutionen und Unternehmen genutzt werden, wird es künftig noch wichtiger, welche Informationen im Netz preisgegeben werden. Du solltest daher genau überlegen, was in Deinem Facebook-Account steht und welche Daten Du online zur Verfügung stellst. Eine spätere Löschung ist nämlich nur schwer möglich. Wenn Du verhindern möchtest, dass Deine Daten in falsche Hände geraten, solltest Du Deinen Account umfassend absichern und nur wenige Angaben tätigen – oder, um auf Nummer sicher zu gehen: Sozialen Netzwerken vollständig den Rücken zukehren.

Bildnachweis: © Marco2811 - Fotolia.com

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