Keine Veränderung in Sicht – Die Zinsen bleiben niedrig

Die Zinsen in Europa befinden sich – wie bereits berichtet  – auf einem immer noch historisch niedrigen Level. Vor allem die nach wie vor kriselnde Wirtschaft in den Staaten Südeuropas sowie die geringe Inflation im gesamten Euroraum werden wohl dafür sorgen, dass dies auch noch einige Jahre anhält.

Die Leitzinsen steuern den Geld- und Kapitalmarkt

Die Europäische Zentralbank legt den für die Banken im Euroraum so wichtigen Leitzins regelmäßig fest. Grundlage für die Festlegung ist zum einen das aktuelle Wirtschaftswachstum, zum anderen aber auch die vorherrschende Inflation. Mit der Veränderung der Leitzinsen hat die Zentralbank die Möglichkeit auf aktuelle Trends und Entwicklungen am Kapitalmarkt zu reagieren und die Geldmenge zu steuern. Steigt die Inflation beispielsweise enorm an, werden die Verantwortlichen wohl mit steigenden Leitzinsen reagieren, um Kredite zu verteuern und neue Investitionen zu begrenzen. Im Gegensatz hierzu werden die Zinsen sinken, wenn die Wirtschaftsleistung zu wünschen übrig lässt oder eine Deflation droht. Mit etwas Verzögerung kommt eine solche Leitzinssenkung schließlich auch bei den Bankkunden – also den Verbrauchern und Unternehmen – an. Steigt der Leitzins, werden Kredite teurer und die Verzinsung auf Geldanlagen steigt. Sinkt der Leitzins hingegen, reduzieren sich auch die Kosten für Kredite. Als Sparer hingegen musst Du auf die Renditen bei klassischen Sparanlagen verzichten.

Die Leitzinssenkungen seit 2008

Mit der Finanzkrise 2008 geriet die Welt in eine wirtschaftliche Schieflage. Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück und auch Privatleute versuchten ihre Geldausgaben zu begrenzen, um für schlechte Zeiten vorzusorgen. In Südeuropa kam erschwerend hinzu, dass viele Länder aufgrund der Stützung ihrer Banken in finanzielle Schwierigkeiten gerieten und ihre Schulden nicht mehr zahlen konnten. Die EZB sah sich daraufhin gezwungen die Leitzinsen von 4,25 Prozent im Juli 2008 auf jetzt 0,05 Prozent zu senken. Ziel war es dabei die Kreditzinsen deutlich zu senken, um die Kreditaufnahme zu fördern. Unternehmen sollten leichter die Möglichkeit bekommen, neue Investitionen zu tätigen und so auch neues Personal einzustellen. Durch die Senkung der Leitzinsen war es nun auch den Staaten leichter und vor allem günstiger möglich, Kredite aufzunehmen und ihre Verbindlichkeiten zu tragen. Wie die Welt aufzeigt, profitiert auch Deutschland von den Niedrigzinsen und kann im kommenden Jahr 2015 voraussichtlich sogar einen ausgeglichenen Haushalt ohne Neuverschuldung vorlegen.

Die Zinsen werden wohl längerfristig niedrig bleiben

Bereits im Mai 2013 sanken die Leitzinsen auf nur noch 0,5 Prozent und markierten schon damals ein historisches Tief. Trotz der weiteren Absenkung gelang es jedoch nicht die Investitionstätigkeit zu steigern und die Kreditvolumen signifikant zu erhöhen. Hinzu kommen nach wie vor strukturelle Probleme in den südeuropäischen Ländern, die durch eine zu geringe Wirtschaftsleistung und hohe Arbeitslosigkeit geprägt ist. Finanzexperten und sogar Bundesbank-Präsident Jens Weidlich gehen daher davon aus, dass die Niedrigzinsen noch einige Jahre anhalten werden. Auch die Inflation wird wohl noch für einige Jahre auf dem derzeit niedrigen Niveau verharren. Erst wenn die Euro- und Schuldenkrise gelöst ist und die Inflation wieder anzieht, können auch die Leitzinsen wieder angehoben werden. Bislang ist ein Ausstieg aus der Niedrigzinspolitik allerdings nicht in Sicht. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass die jeweiligen Länder ihre Wirtschaftskraft steigern und wieder Vertrauen am Markt gewinnen können. Auch in Amerika bleibt nach Informationen des Handelsblattes die derzeitige Niedrigzinspolitik bestehen. Bis zu einer Anhebung können Kreditnehmer von den niedrigen Zinsen profitieren. Als Anleger jedoch solltest Du Dich nach Alternativen zum Spar- bzw. Tagesgeldkonto umsehen (Interne Verlinkung: Niedrigzins – Wohin mit Deinem Geld?).

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