Mobiles Internet ohne Vertrag - Das muss man wissen!

Mobiles Internet ohne Vertrag? Das geht - und ist gar nicht teuer. Wahlweise wird es monatlich oder taggenau abgerechnet. So lässt sich nicht nur mit dem Smartphone oder dem Tablet PC online gehen, sondern auch mit dem Notebook.

Datentarife für Prepaid-Karten

Bei Prepaid-Tarifen werden Telefonminuten und SMS oft einzeln abgerechnet. Für jede angefangene Minute und jede SMS werden dann beispielsweise 6,0 Cent berechnet, zum Beispiel bei n-tv go. Bei Datentarifen funktioniert das aber nur eingeschränkt. Eine Abrechnung nach Minuten, wie sie in den Anfangszeiten des Internets üblich war, ist heute kaum noch sinnvoll. Zu groß ist der Unterschied, ob nur eine Textnachricht verschickt oder ein Video gestreamt werden soll.

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In den Anfangstagen der Online-Kommunikation wurden Daten noch genauso wie Sprache nach Minuten abgerechnet. Doch das ist heute nicht mehr praktikabel.

Der Verbrauch an Datenvolumen lässt sich aber vom Nutzer kaum abschätzen. Üblicherweise wird deshalb nicht nach einzelnen GB bezahlt, sondern Kunden müssen ein bestimmtes Volumen kaufen, beispielsweise 500 GB.

Alternative gibt es auch Datenflats, die aber meist ebenfalls einen Höchstverbrauch vorsehen, beispielsweise 50 GB.Meist lassen sie sich für einen Tag oder einen ganzen Monat kaufen, manchmal auch für eine Woche oder zehn Tage. Sind diese verbraucht, kann entweder nicht mehr gesurft werden oder die Geschwindigkeit wird gedrosselt. Dann lassen sich zwar noch Textnachrichten versenden, aber keine Filme mehr ansehen.

Aufpassen müssen Nutzer bei Tarifen mit Datenautomatik. Bei diesen wird automatisch eine Flat gekauft, wenn der Nutzer online geht. Dazu reicht mitunter schon das Aufrufen einer Anwendung, die Daten zur Aktualisierung benötigt, beispielsweise einer Wetter- oder einer Finanz-App. Ist das Datenvolumen aufgebraucht, wird oft automatisch neues nachgekauft.

Geschwindigkeit erhöhen

Bei Flatrates kann das Problem auftreten, dass der Nutzer zwar noch ins Internet kommt, allerdings nur im Schneckentempo, da das Datenvolumen für schnelles Internet aufgebraucht ist. Dann muss nicht unbedingt eine neue Tagesflat gekauft werden, bei vielen Anbietern lässt sich auch Datenvolumen für schnelles Internet nachkaufen. Das ist billiger, denn es wird ja kein vollständiges Datenpaket gekauft, sondern nur zusätzliche Geschwindigkeit

Infografik: Mobile Traffic ist vor allem visuell  | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Diese Option gibt es bei vielen Mobilfunkanbietern übrigens auch für Vertragskunden. Sie können so ebenfalls Datenvolumen nachkaufen.

Nicht damit zu verwechseln sind Zusatzoptionen wie der Datenturbo von Congstar. Hier wird ohnehin schnelles mobiles Internet noch schneller gemacht.

Mobiles Internet ohne Vertrag kaufen

Wer mobiles Internet ohne Vertrag kaufen will, der hat mehrere Möglichkeiten. Klassischerweise muss zunächst Guthaben aufgeladen werden. Damit lässt sich dann ein Tages- oder Monatspass kaufen.

Der eigentlich Kauf kann über eine App des Telekombetreibers erfolgen, oft aber auch per SMS. Dann muss eine Kurznachricht mit einem festgelegten Texte an den Mobilfunkbetreiber gesendet werden, beispielsweise Daten100 um 100 GB Datenvolumen zu kaufen.

Mobiles Internet ohne Vertrag kaufen
Mitunter reicht schon die Nutzung einer App, die auf Online-Daten zugreift, damit automatisch eine Tagesflat gekauft wird.

Oft wird automatisch eine Tagesflat gekauft, sobald Daten genutzt werden. Damit muss gar kein Browser oder keine Nachricht geschrieben werden, es reicht das Nutzen einer Anwendung, die online auf Daten zugreift, beispielsweise eines Routenplaners oder einer Fahrplanauskunft.

Wer das vermeiden will, der muss in seinem Mobiltelefon die Datennutzung ausschalten - oder eine Prepaid-Karte kaufen, bei der nicht automatisch Daten gekauft werden.

Prepaid Tarif mit monatlicher Grundgebühr

Ein Mittelweg zwischen klassischem Vertrag und Prepaid-Tarifen, bei denen jeweils eine Tagesflat für die Datennutzung gekauft wird, sind Prepaid-Tarife mit monatlicher Grundgebühr und inklusivem Datenvolumen. Das funktioniert genauso wie ein klassischer Vertrag, gegen eine meist monatliche Gebühr kann man in einem bestimmten Rahmen surfen. Oft kann man so Datenvolumen kaufen, ohne Telefonminuten und Frei-SMS mit erwerben zu müssen, die werden weiterhin einzeln abgerechnet. Reine Prepaid-Datentarife sind bereits für 2,00 Euro erhältlich, beispielsweise bei Congstar.

Auch ein klassischer Postpaid-Vertrag kann sich aber anbieten. Manche Telefongesellschaften bieten die Möglichkeit, einen reinen Datenvertrag abzuschließen. Hier müssen Nutzer aber aufpassen, bei manchen Datentarifen ist keine Telefonie möglich, auch nicht über eine Einzelabrechnung. Ausgenommen ist davon natürlich VOI-Telefonie (Voice over IP), die vom Telefon wie Datenverkehr behandelt wird. Diese Tarif sind für den Einsatz in Tablet PCs oder Notebooks gedacht.

Prepaid und Postpaid:

Grundsätzlich bedeutet Prepaid nur, dass ein Guthaben aufgeladen werden muss, bevor telefoniert oder gesurft werden kann. Der Gegensatz dazu ist Postpaid, dann wird am Ende des Monats eine Rechnung gestellt, wie das bei Telefonverträgen üblich ist.

Bei klassischen Prepaid-Verträgen wird oft nur der tatsächliche Verbrauch abgerechnet. Das macht sie für Wenignutzer attraktiv. Es gibt aber auch Angebote mit Grundgebühr, Inklusivminuten und Datenpaketen, die sich von einem Postpaid-Vertrag nur dadurch unterscheiden, dass zuvor ein Guthaben eingezahlt werden muss. Das ist vor allem für Nutzer attraktiv, die wegen schlechter Schufa-Werte keinen Vertrag erhalten oder die die Kontrolle über die laufenden Kosten behalten wollen.

Mobiles Internet ohne Vertrag Tablet PC

Reine Datentarife sind beispielsweise für Tablet PCs gut geeignet. Wer regelmäßig von unterwegs und ohne WLAN surft, für den ist ein Datentarif eine gute Wahl. Anders sieht es aus, wenn der Flachrechner vor allem daheim genutzt wird oder unterwegs nur offline genutzt wird, etwa zum Bücher lesen.

Die meisten Deutschen nutzen ihren Tablet PC vor allem in den eigenen vier Wänden. Auch bei der mobilen Nutzung verzichtet die Mehrheit auf mobile Datentarife. Unterwegs liest man vor allem Zeitungen und Bücher, die man daheim heruntergeladen hat. Foto: Deutsche Telekom/Tolino
Die meisten Deutschen nutzen ihren Tablet PC vor allem in den eigenen vier Wänden. Auch bei der mobilen Nutzung verzichtet die Mehrheit auf mobile Datentarife. Unterwegs liest man vor allem Zeitungen und Bücher, die man daheim heruntergeladen hat. Foto: Deutsche Telekom/Tolino

Wer den Tablet PC zumindest hin und wieder mobil nutzen will, für den ist ein Prepaid-Tarif oft die beste Wahl. Wahlweise lässt sich ein geringes Datenvolumen buchen oder aber man erwirbt jeweils eine Tagesflat. Auch hier gilt natürlich: Unbedingt darauf achten, dass entweder ein Tarif gewählt wird, der nicht bei jedem Versuch einer Datennutzung automatisch eine Tagesflat kauft oder die Funktion "Mobile Datenverbindung" auf aus geschaltet ist. Letzteres bedeutet natürlich, dass sie zunächst eingeschaltet werden muss, wenn sie doch genutzt werden soll.

Weil man mit den meisten Tablet PCs nicht telefonieren kann, benötigt man auch keinen Tarif mit Freiminuten oder Frei-SMS. Ob es sich um einen reinen Datentarif handelt oder Telefonminuten individuell abgerechnet werden, spielt dagegen keine Rolle. Solange man nicht telefoniert, wird bei der Einzelabrechnung auch nichts abgebucht.

Mit dem Notebook mobil online

Tethering
Via Smartphone mit dem Notebook online gehen: Das geht entweder über ein USB-Kabel oder auch ein WLAN-Hotspot.

Mobiles Internet ohne Vertrag lohnt sich ganz besonders für Nutzer, die nur hin und wieder mit dem Notebook unterwegs arbeiten müssen. Beispielsweise den Selbständigen, der zwei- bis dreimal im Monat Kunden besucht und dann unterwegs online gehen will. Ein Datenvertrag ist dann schlicht zu teuer.

Die eine Möglichkeit besteht darin, das Smartphone zu nutzen um mit dem Notebook auch ohne WLAN online zu sein. Dabei gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Die eine ist es, das Smartphone per USB-Kabel direkt mit dem Laptop zu verbinden. Es geht allerdings auch ohne Kabel. Viele Smartphones bieten die Möglichkeit, über das Gerät eine Art Mini-WLAN aufzubauen. Allerdings muss dann darauf geachtet werden, dass nicht andere Menschen die Verbindung mitnutzen. In jedem Fall muss die Internetfreigabe zunächst im Smartphone eingestellt werden.

Allerdings verbieten einige Mobilfunkunternehmen dieses sogenannte Tethering, beispielsweise o2. Außerdem kann es aus anderen Gründen nicht gewollt sein, beispielsweise weil ein Unternehmer für seine Mitarbeiter im Außendienst mobilen Zugang zum Internet möchte, ohne ihnen ein Smartphone bezahlen zu müssen. Oder weil man schlicht mit einem klassischen Handy ohne Internetzugang ganz zufrieden ist.

In diesen Fällen bietet ein Surfstick mobiles Internet ohne Vertrag. Er wird von allen drei Netzbetreibern angeboten und einfach in den USB-Steckplatz geschoben.

Mobiles Internet ohne Vertrag
Surfsticks der Anbieter o2 und Congstar.

Es gibt auch Prepaid-Surfsticks für mobiles Internet ohne Vertrag. In diesem Fall muss beim Start entschieden werden, ob man einen Tages- oder einen Monatstarif bucht, wobei der Monatstarif bei vielen Anbietern immer 30 Tage umfasst, unabhängig von der tatsächlichen Länge des Monats. Einige Anbieter bieten auch Datenpakete, man kauft also keine Tages- oder Monatsflat, sondern beispielsweise 250 GB.

Teilweise lassen sich mit einem Surfstick auch SMS über den Rechner versenden. Das kostet allerdings meist extra, die Kurznachrichten werden so abgerechnet, als wenn sie vom Handy aus versendet worden wären.

Mobiles Internet ohne Vertrag, aber mit Tempo

Jeder, der schon einmal über eine GSM-Verbindung eine Internetseite aufgerufen hat, weiß wie quälend langsam das sein kann. GSM steht für Global System for Mobile Communications und bezeichnet den im D- und E-Netz verwendeten Standard, also jenen unterhalb von UMTS und LTE. Mittlerweile haben die meisten Mobilfunkbetreiber ihn zwar auf die EDGE-Technik aufgerüstet, doch an die Geschwindigkeit des Standards UTMS kommen sie nicht annähernd heran.

Daten langsam Grafik
Trotz EDGE ist die Datennutzung ohne LTE und UMTS meist recht langsam. Foto: ErKi 1998 @ Flickr (Creative Commons Lizenz)

Mobiles Internet ohne Vertrag bedeutet aber heute meist UMTS-Geschwindigkeit. Das Herunterladen von Daten erfolgt oft über High Speed Downlink Packet Access (HSDPA), ein Datenübertragungsverfahren innerhalb des UMTS-Standards. Manchmal wird es auch als 3G+ bezeichnet.

Einer der wenigen Datentarife ohne HSDPA ist die Messaging Funktion bei Congstar mit einer maximalen Übertragungsgeschwindigkeit von 32 KBit pro Sekunde, also 0,032 MBit. Mit dem Tarif dürfen aber laut Vertragsbedingungen ohnehin nur Textnachrichten über Messenger wie WhatsApp oder Line versendet werden, das Versenden von Bildern oder Audionachrichten ist nicht erlaubt. Außerdem ist der Dienst kostenlos.

Das Netz der Telekom gilt als besonders dicht.
Das Netz der Telekom gilt als besonders dicht.

Allerdings ist das Netz nicht bei allen Anbietern gleich dicht. Bisher galten D1 Netz der Deutschen Telekom und von Vodafone als besonders dicht, durch die Fusion mit E-Plus konnte aber auch o2 jetzt seine Netzdichte verbessern. Denn außerhalb der Reichweite von UMTS surft man weiterhin mit EDGE und damit deutlich langsamer.

Um UMTS beziehungsweise HSDPA zu nutzen benötigt man also keinen besonderen Tarif. Allerdings ist nicht bei allen Anbietern die maximal mögliche Geschwindigkeit im Preis enthalten. Die ist nämlich auch von der Kategorie des Empfängers abhängig. Kategorie 6 bedeutet beispielsweise bis zu 3,6 MBit pro Sekunde, bei Kategorie 8 sind es bis zu 7,2 MBit je Sekunde.

Congstar
Bei der Telekom-Tochter Congstar lässt sich zusätzliche Geschwindigkeit für die Datenübertragung kaufen.

Noch schneller mit LTE

Wer mobiles Internet ohne Vertrag sucht, muss deshalb die verschiedenen Geschwindigkeiten vergleichen. Am schnellsten geht es natürlich mit LTE. Allerdings bieten nicht alle Anbieter solche Tarife - und schon gar nicht ohne Vertrag.

Bei einigen Prepaid-Angeboten lässt sich LTE zubuchen. Das bedeutet, man wählt zunächst einen ganz normalen Prepaid-Tarif. Dann bucht man zusätzlich LTE-Geschwindigkeit. Bei einigen Anbietern wie Vodafone ist LTE auch grundsätzlich inklusive.

Allerdings lässt sich das schnelle Internet nicht immer als Tagesflat kaufen. Komfortabel für Wenignutzer ist das Angebot von Vodafone. Die Prepaid-Karte kostet nichts, zum Surfen muss man sich ein bestimmtes Datenvolumen kaufen, beispielsweise 250 MB. Ist das aufgebraucht, muss neues erworben werden.

Bei der Telekom fällt auch beim Prepaid-Tarif eine monatliche Grundgebühr an. Allerdings ist die sehr gering. Zum Surfen muss zusätzlich eine Tagesflat erworben werden, die deutlich billiger ist als das Datenpaket von Konkurrent Vodafone, dafür aber auch nur einen Tag gültig ist und weniger Daten bietet. Außerdem wird nur das etwas langsamere LTE50 angeboten.

O2 bietet ebenfalls eine Tagesflat mit LTE, zusätzlich auch noch eine 10-Tages-Option. Alle drei Netzbetreiber haben natürlich auch Angebote für 30 Tage, die dann allerdings schon einem regulären Vertrag ähneln.

Verfügbarkeit von LTE in Deutschland. Grafik: Statista.de
Verfügbarkeit von LTE in Deutschland. Grafik: Statista.de

Prüfen muss man allerdings, ob das eigene Smartphone oder der Tablet PC überhaupt LTE-fähig ist. Auch gibt es nicht in allen Gegenden LTE. Zwar liegen in allen Bundesländern mindestens 90 Prozent der Haushalte in einem Gebiet, das LTE-Empfang bietet. Allerdings liegt das nicht zuletzt daran, dass ein großer Teil der Menschen in Städten und dicht besiedelten Gebieten wohnt. In kleinen Dörfern jenseits von Großstädten ist LTE oft nicht verfügbar - und erst recht gibt es außerhalb der Siedlungsgebiete Lücken, beispielsweise auf Autobahnen, in Zügen oder beim Zelten am See. Wobei es im letzten Fall vielleicht ohnehin eine gute Idee ist, Smartphone, Tablet PC und Notebook aus zu lassen.

Fazit

Mobiles Internet ohne Vertrag ist ein Kinderspiel. Man benötigt dafür zunächst nur eine Prepaid Karte. Dann muss aber noch Datenvolumen gekauft werden. Üblich sind Tagestarife, manchmal auch 10-Tages-Tarife. Einige Anbieter sehen den Kauf eines bestimmten Datenvolumens vor, beispielsweise 250 MB. Mit diesem Datenguthaben lässt sich so lange online gehen, bis es aufgebraucht ist, egal ob das ein, zwei oder noch mehr Tage dauert. Wer ausschließlich mit seinem Notebook online gehen will, der kann dafür einen Prepaid Surfstick kaufen.

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