Ein Konkurrent kommt selten allein: Noch mehr Konkurrenz für PayPal

Der Online-Bezahldienst PayPal ist enorm erfolgreich und konnte bereits zahlreiche Kunden für sich begeistern. Nun wollen auch deutsche Banken einen einheitlichen Bezahldienst ins Rennen schicken, der als Konkurrent agieren soll. Ob dieses Vorhaben allerdings erfolgreich wird, bleibt abzuwarten.

Einheitliches Bezahlsystem der deutschen Banken

Auch wenn die deutschen Banken im Kampf um Geld und Kunden untereinander als Konkurrenten agieren, wollen sie sich nun für ein gemeinsames Projekt zusammenschließen. Sowohl die führenden Privatbanken als auch einige Genossenschaftsbanken wollen nämlich ein einheitliches Bezahlsystem auf den Markt bringen. Dieses soll ähnlich wie PayPal funktionieren. Den Kunden soll es dann möglich sein, nach Eingabe ihrer Benutzerkennung und eines Passwortes Online-Einkäufe bequem zu bezahlen. Im Vordergrund soll dabei vor allem die Sicherheit des Bezahlvorgangs stehen. Nach Angaben des Bundesverbands deutscher Banken sollen mit dem neuen Bezahldienst Millionen Kunden angesprochen werden, die ihre Einkäufe dann sicher, einfach und vor allem schnell abwickeln können. Die Zahlung der Einkäufe erfolgt bequem durch Abbuchung über das Girokonto. PayPal konnte in den vergangenen Jahren rund 24 Prozent aller Online-Einkäufer für sich gewinnen. Für viele Experten kommt der Start des neuen, deutschen Bezahlsystems damit deutlich zu spät. Die Kunden von einem neuen Angebot zu überzeugen wird dadurch natürlich deutlich schwieriger.

Technische Abwicklung wird über ein Gemeinschaftsunternehmen erfolgen

Um die technische Abwicklung sicherzustellen, haben die Banken ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, welches bereits seit dem vergangenen Sommer agiert. Zu den beteiligten Banken gehören sowohl die Commerzbank als auch die Deutsche Bank und die Postbank. Den genossenschaftlichen Bankensektor vertreten die DZ Bank sowie die WGZ Bank. Unter Federführung der HypoVereinsbank sind zudem weitere Privatbanken wie die ING DiBa oder die Targobank eingebunden. Nachdem sich die Sparkassen längere Zeit zierten, werden sie sich nun ebenfalls an dem Gemeinschaftsprojekt beteiligen. Die Zustimmung der Sparkassen stand lange Zeit im Raum, da ein eigenes Bezahlsystem auf den Markt gebracht werden sollte. Nachdem dieses Projekt aufgegeben wurde, werden nun auch die Sparkassen an der Gemeinschaftslösung mitwirken und damit rund 50 Millionen Kunden einbringen. Dies könnte die Schlagkraft des neuen Angebots deutlich erhöhen und für Erfolg sorgen.

Pilotversuch soll Ende des Jahres starten

Bereits Ende des Jahres soll nun der erste Pilotversuch starten. Die ersten Bundesbürger könnten das neue System damit bereits im Weihnachtseinkauf nutzen und ausprobieren. Wo das System eingesetzt und getestet wird, bleibt noch abzuwarten. Bis auch Du den Dienst nutzen kannst, wird aber wohl noch einige Zeit vergehen. Der Schritt in die Breite ist erst im Jahr 2016 vorgesehen. Läuft der neue Bezahldienst, ist es nach Aussagen der Banken sogar denkbar, diesen auf das Bezahlen mit Smartphones auszuweiten. Hier könnte ein neuer, großer Markt entstehen, bei dem die deutschen Banken mit einem entsprechend professionellen System bereits von Beginn an mitwirken könnten. Welchen Namen das neue Bezahlsystem haben wird, welche Kosten für Händler anfallen und wie die Abwicklung im Einzelnen erfolgt, darüber schweigen sich die Banken aktuell noch aus. Womöglich sind einige Punkte sogar noch offen. Es heißt also: Abwarten, bis der neue Dienst endlich verfügbar ist und getestet werden kann. Bis dahin kannst Du Einkäufe nach wie vor über PayPal oder aber direkt über Deine Kreditkarte abwickeln.
Nicht nur deutsche Banken wollen PayPal das Leben schwer machen, auch Amazon, Apple Pay und Google haben vielversprechende Bezahlsysteme in der Planung.

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