Nominal vs. Effektivzins – Wo ist da eigentlich der Unterschied?

Bei der Angabe von Zinsen wird vielfach zwischen dem Nominalzins und dem Effektivzins unterschieden. Willst Du die tatsächlichen Kosten eines Kredites oder aber den effektiven Ertrag einer Anlage genau ermitteln, benötigst Du den Effektivzins. Bei Darlehensangeboten wird dieser mittlerweile von den Banken per Gesetz angegeben. Bei Anlagen hingegen musst Du diesen als Sparer oft selbst berechnen.

Der nominale Zinssatz

Der Nominalzins ist der von den Banken angegebene Zins, der auf Basis der Nettokreditsumme bzw. der Nettoanlagesumme berechnet wird. Bei Darlehen gibt der Nominalzins an, wie viele Zinsen Du für die Geldleihe pro Jahr an die Bank überweisen musst. In der Regel wird die Verzinsung über die monatliche Rate eingezogen und im Kreditvertrag für die Laufzeit des Vertrages fest vereinbart. Gleiches gilt bei Geldanlagen. Auch hier wird die Verzinsung im Anlagevertrag fixiert und je nach Vereinbarung ausgezahlt. Bei Festgeldern beispielsweise erfolgt die Auszahlung jeweils zum Ende eines Jahres oder zum Ende des Anlagezeitraums. Bei festverzinslichen Wertpapieren wird der Nominalzins meist ebenfalls jährlich ausgezahlt. Der individuelle Zinszahlungstermin kann anhand der Wertpapierkennnummer (kurz: WKN) – eine sechsstellige Ziffern- und Buchstabenkombination zur Identifikation von Wertpapieren – abgefragt werden.

Der effektive Zinssatz bei Krediten

Als effektiver Zinssatz wird der tatsächliche Zins bezeichnet, der für einen Kredit bezahlt oder bei einer Anlage vereinnahmt werden kann. Bei Krediten etwa werden im Effektivzins die Kosten der Kreditaufnahme berücksichtigt. Neben Bearbeitungs- und Kreditgebühren gehören hierzu auch Auszahlungskosten sowie ein eventueller Abschlag bei der Kreditauszahlung, das sogenannte Disagio. Lediglich Wertermittlungs- oder Schätzkosten, die für die Bewertung einer Immobilie erhoben werden können, sind nicht berücksichtigt. Der Effektivzins zeigt Dir also die tatsächlichen Kreditkosten und bietet so Verbrauchern die Möglichkeit verschiedene Angebote zu vergleichen.
Ein kleines Beispiel zur Veranschaulichung: Bei einem Kreditbetrag von 100.000 Euro und einem Auszahlungskurs von 96 Prozent ergibt sich bei einer Verzinsung von fünf Prozent eine effektive Verzinsung in Höhe von 5,84 Prozent.
Wenn Du noch mehr darüber wissen möchtest, was Du insbesondere bei einer Kreditaufnahme beachten solltest wirst Du hier fündig.

Der effektive Zinssatz bei Geldanlagen

Der Effektivzins begegnet Dir in der Finanzwelt aber nicht nur bei der Vergabe von Krediten. Auch bei Geldanlagen ist es möglich, den effektiven Jahreszins zu ermitteln. In diesem Zusammenhang wird jedoch häufig von Rendite gesprochen. Sowohl der Effektivzins als auch die Rendite beinhalten neben dem Nominalzins auch die für die Anlage zu zahlenden Kosten wie etwa den Ausgabeaufschlag bei Fonds oder die Gebühr für den Kauf von festverzinslichen Wertpapieren. Bei Festgeldern werden hingegen meist keine Kosten fällig, sodass der Nominalzins in der Regel mit dem Effektivzins gleichzusetzen ist. Zudem berücksichtigt die Effektivverzinsung den Unterschied zwischen dem Kaufkurs und dem Verkaufskurs von Wertpapieren. Liegt der Kaufkurs unterhalb des Verkaufskurses, kannst Du als Investor zusätzliche Gewinne erzielen und damit Deine Rendite erhöhen. Wichtig ist dabei jedoch, dass Du für die Berechnung die Restlaufzeit des Wertpapieres berücksichtigst.

Wieder ein kleines Beispiel zum besseren Verständnis: Bei einem festverzinslichen Wertpapier mit einem Kupon von drei Prozent und einer Restlaufzeit von vier Jahren ergeben sich bei einem Kaufkurs von 98 Prozent und einem Rückzahlungskurs von 100 Prozent eine Effektivverzinsung in Höhe von 3,55 Prozent. Kaufst Du das Wertpapier hingegen bei einem Kurs von 101 Prozent, sinkt die Rendite auf nur noch 2,73 Prozent. Beim jetzigen Zinsniveau kann aber auch diese Anlage interessant sein.

Das solltest Du Dir merken

Um die Kosten eines Kredites oder die Rendite einer Anlage wirklich bewerten zu können, benötigst Du also unbedingt den Effektivzins. Fehlen diese Angaben, erleichtern Dir mittlerweile viele Rechnungstools, die Du auch online finden kannst, die effektive Verzinsung online zu berechnen, um eine Anlage oder einen Kredit besser beurteilen zu können.

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