PayDirekt oder PayPal – Wie entscheidest Du Dich?

Onlinebezahldienste wie PayPal konnten sich in den vergangenen Jahren am Markt etablieren und zahlreiche Kunden für sich begeistern. Um nicht gänzlich von der Konkurrenz abgehängt zu werden, wollten auch die deutschen Banken eine Alternative anbieten – wir berichteten bereits über die Pläne des einheitlichen Bezahldienstes. Nun ist es soweit: Endlich konnte mit PayDirekt das erste Pilotprojekt erfolgreich abgewickelt werden und der Bezahldienst will nun Ende des Jahres durchstarten.

Online-Bezahldienste erfreuen sich großer Beliebtheit

icon_muenzenWer im Internet Einkäufe tätigt, wünscht sich natürlich auch eine einfache und unkomplizierte Bezahlung. Dies hat PayPal bereits vor Jahren erkannt und bietet Dir als Kunde seither die Möglichkeit, alle Einkäufe ganz bequem durch die Eingabe der Mailadresse und eines Passwortes zu bezahlen. Je nach Wunsch wird die Summe dann per Lastschrift Deinem Girokonto belastet oder per Kreditkarte beglichen. Neben der reinen Bezahlung bietet Dir PayPal zusätzlich einen Käuferschutz, der Privatpersonen erfreut. Die ehemalige Tochter von eBay ist führend in der Branche und konnte mittlerweile 16 Millionen Kunden für sich begeistern. Die deutschen Banken hingegen waren bislang ausgenommen, denn sie konnten einen solch einfachen und benutzerfreundlichen Bezahldienst nicht anbieten und es bleibt abzuwarten, ob sie mit PayDirekt zu spät reagiert haben. In diesem Jahr haben sie endlich erkannt, wie wichtig es ist, auf dem internationalen Markt mitzumischen und haben mit PayDirekt einen eigenen Bezahldienst ins Leben gerufen.

Man using credit card and laptop on couch

Diese Vorteile sollen die Kunden überzeugen

icon_Daumen_hochHintergrund dieses Vorgehens ist vor allem die Tatsache, dass die deutschen Banken ihre Kunden immer weiter aus den Augen verlieren. Da diese immer häufiger online agieren, haben es die Institute schwer, weitere Produkte zu platzieren und letztlich zusätzliche Geschäfte zu machen. Der neue Bezahldienst soll daher einfach, sicher und schnell funktionieren, um auch bisherige PayPal-Nutzer zu überzeugen. Der große Vorteil im Vergleich zu PayPal besteht vor allem darin, dass PayDirekt mit Deinem Girokonto direkt verbunden ist. Einzige Voraussetzung ist der Zugang zum Onlinebanking. Damit sprechen die Institute aktuell rund 100 Millionen Kunden an, die diese Voraussetzungen erfüllen. Nach der einmaligen Anmeldung mit Benutzername und Passwort sind Bezahlungen künftig ganz einfach über das Girokonto möglich. Um die Sicherheit zu erhöhen, werden bei größeren Beträgen oftmals zusätzliche TAN-Nummern benötigt. So wird vermieden, dass unberechtigte Zahlungen abgewickelt werden können. Für Händler hat die direkte Verknüpfung mit dem Girokonto den Vorteil, dass sie sicher sein können, dass Zahlungen auch ausgelöst werden, denn ohne vorhandene Kontodeckung erfolgt keine Abwicklung. Kunden hingegen haben innerhalb von sechs Wochen die Möglichkeit, die gebuchte Lastschrift zu stornieren. Sollte die Ware nicht ankommen, kann die Zahlung rückgängig gemacht werden.

Der Ausbau erfolgt Schritt für Schritt

icon_einstellungenDer neue Bezahldienst der deutschen Banken ist nun technisch soweit ausgefeilt, sodass im August 2015 die erste Transaktion erfolgreich abgewickelt werden konnte. In den kommenden Wochen planen die Institute nun den weiteren Ausbau, der jedoch nur Schritt für Schritt erfolgen soll. Um eventuelle Fehler frühzeitig beheben zu können, solle es keinen „Big Bang“ geben, sondern der Ausbau sukzessive und planmäßig erfolgen. Bis Ende des Jahres soll so ein attraktives Portfolio an Händlern erreicht werden. Doch erst wenn dieses vorhanden ist, werden sich auch die Kunden PayDirekt zuwenden. Um möglichst viele Kunden zu überzeugen, ist es vor allem wichtig, dass zahlreiche Händler die neue Bezahlmethode anbieten. Derzeit stehen die Institute mit verschiedenen Händlern im Gespräch – Abschlüsse sind bereitsgeplant.

Der Erfolg wird sich in den kommenden Monaten zeigen

icon_NewsMittelfristig planen die Banken schätzungsweise 50 Millionen Girokonten an den neuen Bezahldienst PayDirekt anzuschließen. Auch Du wirst künftig die Möglichkeit haben, Dich bei Einkäufen im Netz für den neuen Dienst zu entscheiden und – sofern Du möchtest – von PayPal abzuwenden. Ob diese Zahl erreicht werden kann, wird sich allerdings erst zeigen, denn wer mit den bisherigen Diensten zufrieden ist, muss erst überzeugt werden. Mittlerweile jedoch kommt bereits ein weiterer, neuer Trend auf – das mobile Bezahlen per Smartphone. In diesem Segment ist beispielsweise Apple mit seinem Dienst Apple Pay sehr aktiv und auch Samsung versucht sich so neu zu positionieren. Die deutschen Banken hingegen konzentrieren sich jetzt auf das Internetbezahlverfahren, das jedoch bereits als „alter Hut“ bezeichnet werden muss. Das neue Bezahlverfahren per Smartphone scheint also der nächste wichtige Schritt zu sein, um Kunden zu binden, den die Banken – jedenfalls zunächst einmal – verschlafen werden.

Bildnachweis: © gpointstudio - Fotolia.com

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