Prepaid Datenflat: Welche ist die beste?

Prepaid Tarife sind von klassischen Postpaid-Verträgen kaum noch zu unterscheiden. Zwar gibt es immer noch die Angebote ohne Grundgebühr und mit Einzelabrechnung von verbrauchten Einheiten, daneben aber auch Angebote mit Flat. Welche Datenflat ist die besten? Und warum ist eine Prapaid Datenflat manchmal besser als ein Vertrag? 

Zum Prepaid Karten Vergleich

Warum eine Prepaid Datenflat?

Bei Prepaid-Angeboten muss man zuerst Geld einzahlen und kann dann erst telefonieren. Bei Postpaid-Tarifen, manchmal auch als Verträge bezeichnet, muss man erst am Ende bezahlen. Was spricht trotzdem für Prepaid? 

Kredit trotz Schufa Bild
Die Schufa wird auch bei den meisten Telefonverträgen eingeschaltet. Bei Prepaid-Angeboten ist eine Schufa-Abfrage dagegen nicht nötig. Foto: Pressebild der Schufa AG

Klar ist die Sache, wenn man wegen eines sehr schlechten Schufa-Eintrags keinen Vertrag erhält. Denn die meisten Telefongesellschaften prüfen zunächst mit Hilfe der Kreditauskunftei die Bonität. Schließlich wollen sie sicher gehen, dass ihre Kunden am Ende des Monats die Rechnung auch bezahlen können.

Auch bei ausreichender Bonität gefällt aber nicht jedem die Vorstellung, dass Daten an die Schufa übertragen werden.  Wer später einen Kredit aufnehmen will, bekommt dann vielleicht schlechtere Konditionen. 

Prepaid-Angebote sind außerdem schnell zu kündigen. Wird kein Geld mehr eingezahlt, dann endet die Laufzeit. Wer die Datenflat für sein Smartphone will und fürs Telefonieren keine Flat braucht, für den bringt ein Prepaid-Tarif außerdem mehr Transparenz. Mehr als auf der Guthabenkarte aufgeladen ist, kann man nicht vertelefonieren. 

Das sind also die Vorteile: 

  • Keine Schufa-Abfrage
  • Keine Mindestlaufzeit
  • Kostenkontrolle

Nachteile gibt es natürlich auch. Als Kunde muss man sich ums regelmäßige Aufladen des Guthabens kümmern. Außerdem fallen manchmal Gebühren für die SIM-Karte an. Schließlich weiß die Telefongesellschaft nicht, ob man sie auch wirklich nutzt. Eine Mindestvertragszeit gibt es ja nicht. 

Was leistet die Datenflat?

Um es kurz zu machen, unbegrenzt mit LTE- oder wenigsten HDSPA-Tempo surfen, das geht aktuell bei keinem Anbieter. Überhaupt gibt nur wenige Anbieter, die eine Datenflat anbieten. Bei Telefonie und SMS ist die Auswahl groß, bei Daten dagegen die Ausnahme. 

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Erstens ist Telefonie nicht so datenintensiv wie beispielsweise das Streamen eines Films. Und außerdem telefoniert kaum jemand mehr als einige Stunden am Tag, mit Filme streamen, Musik über Deezer oder Spotify hören, Navigations-Apps nutzen, in sozialen Netzwerken aktiv sein und im Internet surfen kommen einige Nutzer aber sehr schnell auf einen sehr hohen Datenverbrauch. Eine Flat müsste deshalb sehr teuer sein - und wäre damit nur noch für eine sehr kleine Zielgruppe attraktiv. 

Datenverbrauch Live-Stream
Fußball im Live-Stream statt live? Das braucht Datenvolumen.

Wenn wir hier von einer Flat sprachen, dann ist damit ein Tarifangebot gemeint, bei dem der Kunde ein begrenztes Volumen an schnellem Internet hat und anschließend mit reduzierter Geschwindigkeit weiter surfen kann. Üblicherweise wird man auf etwa jenes Tempo gedrosselt, dass im klassischen GSM-Netz üblich ist, also dem alten Handynetz ohne UMST und LTE. 

Bei Online-Vergleichen ist Vorsicht geboten. Einige Anbieter verstehen unter einer Flat auch ein Pauschalangebot, bei dem beispielsweise 500 GB gekauft werden - im Gegensatz zur Einzelabrechnung nach verbrauchten Daten oder Zeit. Das ist in unseren Augen aber keine echte Flatrate. Ohnehin gibt es außer den Drillischmarken n-tv go!, EXPRESSmobil und DiscoTel kaum Anbieter, die eine Bezahlung nach verbrauchten GB anbieten. 

Warum ist die Datenflat wichtig?

Auch mit reduziertem Tempo - eine Datenflat ist bei gleichen Kosten die beste Wahl. Bei einigen Anbietern lässt sich einfach nicht mehr surfen, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist. Da ist eine Flat die zweifellos bessere Wahl. Textnachrichten über WhatsApp oder Line versenden, das ist auch mit gedrosseltem Tempo möglich. Und das ist eine der Hauptbeschäftigungen bei vielen Smartphone-Nutzern. 

Auch Börsendaten oder Sportergebnisse lassen sich mit gedrosseltem Tempo noch abrufen. Zum es spezielle Anwendungen für Mobiltelefone gibt, die weniger Daten benötigen als diese PC-Ansicht.

Auch andere Aktivitäten sind noch möglich. Börsenkurse oder Sportergebnisse abrufen, etwas in Wikipedia oder einem anderen Online-Lexikon nachschlagen, all das geht auch mit weniger Tempo. Selbst surfen ist noch möglich, allerdings dauert es womöglich etwas länger, bis die Bilder heruntergeladen sind. 

Selbst das Anhören von Musik kann noch drin sein. Nur das Streamen von Videos funktioniert nicht mehr. Selbst bei geringer Auflösung braucht man weitaus mehr Datenvolumen als die gedrosselten Zugänge im Regelfall bieten. 

Auch das Surfen macht nicht mehr besonders viel Spaß. Aber natürlich lässt sich jederzeit schnelles Internet nachkaufen. Meist muss man dafür nur eine SMS an die Telefongesellschaft schicken oder im Kontobereich Volumen anfordern. 

Kostenfalle Datenautomatik

O2 wirbt aktiv mit seiner Flatrate. Im Gegensatz zu den meisten Konkurrenten ist bei dem Unternehmen das Tempo auch dann noch hoch, wenn das LTE-Volumen ausgeschöpft ist. Aber leider gilt das Angebot nicht für die Prepaid-Tarife. Hier bieten die Mobilfunker eine Datenautomatik. 

Die Datenautomatik von hellomobil
Eine Datenautomatik ist bequem, kann aber schnell teuer werden. Denn nicht immer gibt es, wie in diesem Fall, einen Kostenstopp.

Datenautomatik heißt, dass automatisch neues Datenvolumen nachgekauft wird, sobald das alte verbraucht ist. Gefragt wird der Kunde nicht, er wird erst nach dem Kauf darüber informiert. Einige Anbieter versprechen immerhin einen Kostenstopp, dann wird kein neues Datenvolumen mehr nachgekauft, sobald ein vorher festgelegter Umsatz erreicht wurde. 

Ärgerlich ist so eine Datenautomatik aber trotzdem oft. Beispielsweise wenn zwei Tage vor dem Beginn eines neuen Abrechnungsmonats automatisch Datenvolumen nachgekauft wird, obwohl man die zwei Tage leicht auch ohne schnelles mobiles Internet überstanden hätte. 

Diese Wahl hat man nämlich mit einer echten Datenflat, auch wenn das Tempo dann oft deutlich langsamer ist. 

Langsame Flat

Egal ob Congstar, Vodafone oder die Drillisch-Marken, wenn das Volumen an schnellem Internet aufgebraucht ist, surft man üblicherweise mit maximal 32 KBit pro Sekunde weiter. Das ist ein deutlicher Temporückgang. Mit LTE surft man in der Stadt bei den großen  Anbietern durchschnittlich mit rund 25 MBit pro Sekunde, also 25.000 KBit. 

Geht man davon aus, dass die 32 KBit pro Sekunde nur ein Höchstwert sind, sinkt das Tempo auf rund ein Tausendstel. Zum Versenden von Textnachrichten ist das allerdings völlig ausreichend, sogar Websites lassen sich öffnen, auch wenn nur deutlich langsamer.

Bei der Congstar Messaging Option sind es sogar nur 2 KBit, wenn ein Volumen von 1,0 GB im Monat überschritten wurde. Allerdings ist die ohnehin nicht zum Surfen gedacht, sondern nur zum Versenden von Textnachrichten - und außerdem ist sie kostenlos. Wer einen regulären Datentarif erwirbt surft hier nach der Drosslung ebenfalls mit 32 KBit pro Sekunde. 

Für Mobiltelefone optimierte Websites benötigen oft weniger Datenvolumen.

Die O2 Flat ist die einzige, die mit 1,o MB pro Sekunde aktuell ein einigermaßen hohes Tempo verspricht. Allerdings reicht auch das zum Streamen von Filmen schon nicht mehr aus, dafür sollte es mindestens das doppelte sein, also 2,0 MB pro Sekunde. Zumal es sich bei den Angaben nur um Maximalwerte handelt, die tatsächliche Geschwindigkeit kann darunter liegen. Vor allem aber gilt das Angebot nicht für Prepaid-Tarife. 

Drei Anbieter einer Datenflat

Welche Anbieter aus unserem Prepaid Karten Vergleich bieten eine Flat? Wir haben drei rausgesucht, bei denen man so lange surfen kann, wie man möchte. Natürlich nur begrenzt mit 3G oder gar 4G-Geschwindigkeit. 

Schnelltest 1: Congstar

Die Telekom-Tochter Congstar zählt zu den ersten Anbietern, die eine Datenflat anboten. Mehrfach wurde das Unternehmen für seine Fairness ausgezeichnet. Jüngst beispielsweise erhöhte man beim Smart-Tarif beispielsweise das monatliche Datenvolumen für Neukunden. Deshalb dürfen auch Bestandskunden jetzt monatlich länger mit 3G-Tempo surfen. Das ist nicht selbstverständlich, oft müssen Altkunden erst dafür kämpfen auch den neuen, günstigeren Tarif zu bekommen. 

Ein weiterer Vorteil von Congstar: Die Tarife lassen sich mit der Option "Prepaid wie ich will" einigermaßen individuell zusammenstellen. Wer kaum noch SMS schreibt, der kann sein Einheitenpaket auf Null stellen und nur Telefonminuten und Datenvolumen kaufen. Und wer wenig telefoniert und viel surft, der kann beispielsweise nur 100 Telefonminuten und 500 MB Datenvolumen kaufen. 

Weil Kunden im Netz der Deutschen Telekom surfen, ist der Empfang beim Telefonieren fast überall gut, egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Einziger Nachteil: Statt LTE gibt es nur UMTS-HDSPA. Und weil die Muttergesellschaft aktuell fast alle Kapazitäten in den Ausbau des 4G-Netzes steckt, werden die bestehenden Lücken dort kaum noch geschlossen. In den meisten Fällen dürfte aber auch 3G völlig ausreichen, um damit zu surfen. 

Wie ist deine Erfahrung mit Congstar? Stimmst du mit uns überein, dass der Anbieter besonders fair ist? Oder hast du eine andere Meinung?

Anbieter bewerten

Jetzt direkt zu Congstar

3G und 4G

4G meint Mobilfunktechnik der vierten Generation, also LTE. UMTS mit seinen Ausbaustufen wie HSDPA wird als 3G bezeichnet. Nur selten liest man 2G, gemeint ist damit das klassische GSM-Netz, das noch heute für Telefongespräche und SMS verwendet wird. Wo es kein schnelleres Netz gibt, lässt sich über das 2G Netz auch surfen. Dank der neuen Technologie EDGE sogar etwas schneller als früher, aber immer noch sehr langsam. 1G wären nach dieser Logik sämtliche analogen Mobilfunknetze wie das A-, B- und C-Netz, die in Deutschland aber längst abgeschaltet sind. 

Schnelltest 2: Vodafone

Schon seit dem Start von D2 Mannesmann Anfang der 1990er Jahre ist Vodafone der ewig Konkurrent der Deutschen Telekom. Während O2 ein deutlich dünneres Netz hat, liegen Vodafone und Deutsche Telekom nahezu gleichauf, wobei die Briten beim 3G-Netz sogar leicht die Nase vorne haben, in den anderen beiden Disziplinen dagegen leicht zurück liegen. 

CallYa
Vodafone bietet bei allen Tarifen LTE.

Anders als Congstar bietet Vodafone auch Datenflats mit LTE, die preislich kaum teurer sind als die der Konkurrenz. Ein weiterer Vorteil: Für SMS gibt es kein eigenes Budget, stattdessen lassen sich die Einheiten sowohl für Telefonie als auch für Kurznachrichten nutzen. Das ist ein Vorteil, wenn man zu wenige SMS schreibt um sich ein eigenes Budget dafür zu leisten aber auch nicht völlig ohne auskommt. 

Mittlerweile bietet Vodafone auch DSL und besitzt mit dem ehemaligen Fernsehkabelnetz von Kabel Deutschland sogar ein eigenes Festnetz. Wie die Deutsche Telekom kann das Unternehmen damit nahezu alle Dienstleistungen rund um Telefon und Internet aus einer Hand anbieten.

Einziger Nachteil gegenüber Congstar ist die geringere Flexibilität bei der Tarifgestaltung. Eine Option wie "Prepaid wie ich will" bietet Vodafone nicht. 

Vodafone bietet eine Datenflat mit LTE und das Netz ist dichter als beispielsweise DiscoTel. Ist das den etwas höheren Preis wert?  

Anbieter bewerten

Jetzt direkt zu Vodafone

Schnelltest 3: discoTEL, n-tv go! und EXPRESSmobil

Dass discoTEL, n-tv go! und EXPRESSmobil hier wie ein Anbieter aufgeführt werden, hat einen guten Grund. Denn alle drei sind nicht nur Marken der hessischen Drillisch AG, sondern bieten auch die gleiche Tarifstruktur. Allerdings gibt es den einen Tarif nur bei n-tv go!, den anderen dagegen nur bei discoTEL. 

Disco steht eigentlich für Discount, trotzdem haben die Werbestrategen das O im Namen wie eine Diskokugel gestaltet.  

Drillisch gehört zu den größten Telekomfirmen ohne eigenes Netz in Deutschland. Das bedeutet, dass die Firma Übertragungskapazitäten bei der Deutschen Telekom Vodafone oder O2 einkauft und vermarktet. Im Fall der drei genannten Tarife nutzt man das Netz von O2.

Die Tarifstruktur ist immer die gleiche. Es gibt zunächst einen Basistarif, bei dem alle Gespräche, SMS und sogar Datenvolumen einzeln abgerechnet werden. Bei Daten zahlt man je verbrauchtem MB. Das lohnt sich aber nur, wenn man selten oder nie online geht. Gerade beim Datenverbrauch ist ein Paket fast immer günstiger. 

n-tv go! LTE
discoTEL. EXPRESSmobil und n-tv go! bieten die gleiche Tarifstruktur, aber nicht alle Tarife gibt es bei jedem Anbieter.

Daneben gibt es die Tarifpakete Clever, Flat und Data. Alle drei haben eine Datenflat, allerdings ist das Kontingent an schnellem Internet begrenzt, dann wird man von LTE mit maximal 21,6 MBit pro Sekunde auf 32,0 KBit pro Sekunde (0,032 MBit pro Sekunde) gedrosselt.

Data wendet sich an Nutzer, die entweder nur Daten wünschen, beispielsweise für ein Tablet PC, oder die so selten telefonieren oder SMS schreiben, dass sie diese lieber einzeln abrechnen. Wahlweise sind 500 oder 1.000 MB schnelles Internet im Tarif enthalten. 

Screenshot EXPRESS mobil Prepaid Tarifübersicht
Die Tarife sind fast identisch mit denen von n-tv go!

Bei Flat lässt sich unbegrenzt telefonieren, bei Clever dagegen gibt es ein festes Budget, wer es überschreitet dem wird jede SMS und jede Telefonminuten einzeln abgerechnet. Bei Clever und Flat gibt es jeweils die Tarifstufen S, M und L, wobei S natürlich das günstigste Angebot mit dem geringsten Kontingent ist, L das größte und teuerste.

Die Clever Tarife unterscheiden sich sowohl bei der Zahl der inkludierten Minuten als auch der SMS und beim schnellen Datenvolumen, bei den Flat Tarifen liegt der Unterschied allein bei den Daten und den SMS. Fürs Telefonieren gibt es ja eine Flatrate und Flat ist schließlich Flat. 

Allerdings gibt es nicht jede Spielart bei jedem Anbieter. Flat L und Clever S gibt es nur bei n-tv go! und EXPRESSmobil, Data 500 und die M-Tarife dagegen nur bei discoTEL. Hinzu kommen kleine Unterschiede, beispielsweise sind bei Flat S bei discoTEL auch SMS enthalten und bei EXPRESSmobil kosten sie nur 5,0 statt 6,0 Cent, bei n-tv go! dagegen voll. 

So oder so, alle drei bieten eine Prepaid Datenflat mit LTE. Das Netz ist zwar dünner als bei Congstar, dafür aber schneller und günstiger. 

Bezahlt man die niedrigen Preise bei Drillisch mit schlechtem Service? Wie ist deine Meinung? 

Anbieter bewerten

Jetzt direkt zu discoTEL

Jetzt direkt zu n-tv go!

Jetzt direkt zu EXPRESSmobil

Fazit

Beim Datentarif sollte eine Flatrate die erste Wahl sein. Teilweise werden aber auch Paketangebote als Flat vermarktet, bei denen beispielsweise 500 MB pro Monat im Preis inbegriffen sind. Doch sobald die Grenze überschritten wird, wird oft automatisch Datenvolumen nachgekauft. Besser sind echte Flats wie die von Congstar, Vodafone oder n-tv go! Dann kann man zwar ebenfalls nicht unbegrenzt mit LTE oder UMTS surfen, aber wird anschließend nur gedrosselt und kann selbst entscheiden, ob man Datenvolumen nachkauft. Manchmal reicht das langsame Internet sogar. 

Zum Prepaid Karten Vergleich

 

War der Artikel hilfreich?
0 x 0 x

Kommentar hinterlassen

Sicherheitsfrage:?

Mögliche Zeichen: 1000
Senden

Ihr habt gewählt. Das sind die besten Anbieter im Bereich: PREPAID KARTEN