Prepaid SIM Karte mit LTE: Wer bietet sie?

Als Mobilfunktechnik der vierten Generation wird LTE auch bezeichnet, man spricht deshalb oft von 4G Tarifen. Das Netz wird immer dichter, allerdings bieten bisher nicht alle Mobilfunkunternehmen auch LTE. Vor allem bei den Discountern ist oft nur UMTS HSDPA im Angebot. Wir haben trotzdem ein paar gute Angebote gefunden.  

Zum Prepaid Karten Vergleich

Das beste Netz

Drei Mobilfunk-Netzbetreiber gibt es in Deutschland aktuell noch, nämlich die Deutsche Telekom, Vodafone und O2. Alle drei betreiben jeweils ein GSM-, ein UMTS-HSDPA- und ein LTE-Netz. Besonders dicht sind die LTE-Netze von Vodafone und der Deutschen Telekom, wobei nach den meisten Untersuchungen die ehemalige Bundespost einen kleinen Vorsprung vor dem ewigen Konkurrenten hat. 

A-Netz Funktelefon
So sahen Mobiltelefone früher aus: A-Netz-Funktelefon Typ B7 des Nürnberger Herstellers TeKaDe aus dem Jahr 1963. Von © Túrelio (via Wikimedia-Commons), 2007 /, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4064461

Insgesamt ist das LTE-Netz noch dünner als die beiden übrigen. Während man bei UMTS davon ausgehen konnte, dass zumindest die Ballungsräume abgedeckt waren, ist das bei LTE nicht der Fall. Denn die Netzbetreiber wurden verpflichtet, bevorzugt Gebiete ohne schnelles Internet zu erschließen. Dort ersetzt LTE DSL. So bietet Vodafone unter dem Namen "LTE Zuhause" Mobilfunk als Alternative zum Festnetz. 

Kein Wunder, schließlich ist LTE deutlich schneller als viele nicht modernisierte DSL-Anschlüsse. Vodafone wirbt mit bis zu 375 MBit pro Sekunde. Auch wenn dieser Wert in der Praxis fast nie erreicht werden dürfte, so ist die Technologie doch um ein Vielfaches schneller als UTMS-HSDPA und schlägt auch die meisten DSL-Anschlüsse. Nur gegen das ehemalige Fernsehkabelnetz hat LTE als Festnetzersatz keine Chance. 

Breitbandausbau
Der Festnetzausbau geht voran, allerdings nicht so schnell wie es sich viele Deutsche wünschen. Foto: Deutsche Telekom

Für Smartphones ist LTE dagegen unschlagbar. Leider bieten aber nur sehr wenige Tarife Zugang zum Telekom-LTE. Nicht einmal die Telekom-Tochter Congstar hat 4G Tarife im Angebot, das ist bisher die Domäne der Muttergesellschaft. Das Vodafone-Netz ist allerdings ähnlich gut - und hier gibt es sowohl Angebote direkt vom Netzbetreiber als auch Discount-Tarife von anderen Marken, die das Vodafone-Netz nutzen. 

Hintergrund: Vom A-Netz zu 4G

LTE steht für Long Term Evolution, also für langfristige Entwicklung. Oft liest man aber auch die Bezeichnung 4G. Gemeint ist damit Mobilfunk der vierten Generation. UMTS als etwas ältere Technik wird somit oft als 3G abgekürzt, HSDPA  als 3G+. Folgerichtig hat das klassische GSM-Netz, das noch heute zum telefonieren und SMS versenden eingesetzt wird, die Bezeichnung 2G. Die Netze der ersten Generation waren die analogen Anschlüsse, beispielsweise das A-, B- und C-Netz in Deutschland. In Deutschland wurden lange Zeit die Netze mit Buchstaben versehen. Das älteste Netz bekam den Buchstaben A, war aber auf 11.ooo Teilnehmer begrenzt und alle Gespräche wurden per Hand vermittelt. Beim B-Netz gab es schon eine Selbstwahl, anrufen konnte man jemanden aber nur, wenn man den Standort kannte. Das war beim C-Netz nicht mehr nötig. Das D-Netz gehört dagegen schon zur zweiten Generation, ebenso das E-Netz, das sich nur durch den Frequenzbereich vom D-Netz unterscheidet. Bei UMTS und LTE wurden dann keine entsprechenden Bezeichnungen mehr vergeben, andernfalls könnte man vom F-Netz und vom G-Netz sprechen. 

Vier Anbieter von LTE-Verträgen

Nicht alle Anbieter aus unserem Prepaid Karten Vergleich bieten auch LTE. Wir haben vier Unternehmen herausgesucht, die einen 4G Tarif anbieten. Damit ist die Liste natürlich noch nicht vollständig. Sie dürfte außerdem in Zukunft noch länger werden. So legt die Deutsche Telekom in ihren Vertragsbestimmungen fest, dass sie im Jahr 2020 das UMTS-Netz abschalten darf. Spätestens dann müsste sie über ihre Discount-Tochter Congstar auch LTE anbieten, denn ohne schnelles Internet kann man heute am Markt nicht mehr bestehen. 

Diese vier Anbieter bieten aber LTE schon heute. Wir haben dabei zwei Netzbetreiber und zwei Marken ohne eigenes Netz ausgewählt.

Schnelltest 1: Vodafone

Vodafone bietet neben der Deutschen Telekom das beste LTE-Netz in Deutschland. Computerbild sieht den ehemaligen Staatskonzern zwar bei 4G etwas vorne, bescheinigt Vodafone aber das bessere 3G-Netz. Das ist auch nicht ganz unwichtig, denn da wo LTE noch nicht verfügbar ist, bleibt UMTS HDSPA die mit Abstand beste Alternative.

CallYa
Vodafone bietet bei allen Tarifen LTE.

Den Zugang ins Vodafone LTE-Netz bieten zahlreiche Discounter, allerdings auch der britische Mobilfunkbetreiber selbst. Die Postpaid-Verträge des Anbieters sind überwiegend teuer, die Prepaid-Marke CallYa macht dagegen durchaus konkurrenzfähige Angebote. 

Nicht nur der Preis stimmt, sondern auch das Gesamtpaket. Wer überwiegend WhatsApp, Line oder Threema zum Versenden von Textnachrichten nutzt, hin und wieder aber doch eine SMS schreibt, den wird es freuen, dass Vodafone ein gemeinsames Einheitenbudget für SMS und Telefonminuten bietet. Wer beispielsweise 200 Einheiten inklusive hat, aber nur 150 Minuten für Telefonie verbrauchte, der kann mit den übrigen 50 SMS versenden. 

Auch sonst ist Vodafone als großer Anbieter natürlich eine gute und seriöse Adresse. Der Support funktioniert gut und für die SIM Karte werden keine Zusatzgebühren verlangt. 

Wie gut ist Vodafone? Kann das Unternehmen mit T-Mobile mithalten - oder ist es sogar besser?  

Anbieter bewerten

Jetzt direkt zu Vodafone

Schnelltest 2: <span style="font-size: 13.3333px;">O2</span>

Der zweite Anbieter aus unserem Vergleich mit eigenem LTE-Netz ist O2. Das Unternehmen bietet allerdings ein deutlich dünneres Netz als seine beiden Konkurrenten. Tatsächlich fällt es auch im Vergleich zum direkten Konkurrenten Vodafone etwas ab. 

Nicht nur das Netz ist dünner, bei seinen Prepaid-Angeboten bietet O2 immer noch eine Datenautomatik. Das bedeutet, dass automatisch neues Datenvolumen nachgekauft wird, sobald das alte aufgebraucht ist. Der Nutzer wird zwar informiert, besser ist aber in diesen Fällen eine Flat wie sie Congstar schon lange und mittlerweile auch Vodafone bietet. Dabei wird nach dem Verbrauchen des Budgets nicht automatisch Datenvolumen nachgekauft, sondern nur das Tempo gedrosselt. Der Nutzer kann sich dann selbst entscheiden, ob er noch mal schnelles Internet kaufen will oder aber den Rest des Monats mit angezogener Handbremse surft. 

Bei seinen Postpaid-Verträgen bietet Omittlerweile sogar eine Flat mit bis zu 1,0 MBit pro Sekunde - und damit deutlich mehr als die 32 KBit (0,032 MBit) bei Congstar. Bei Prepaid-Tarifen gibt es diese Option aber bisher nicht. 

ePlus seite
Mittlerweile gehört zum Telefónica Konzern auch der ehemalige Konkurrent E-Plus.

Einen Pluspunkt gibt es dagegen für das gemeinsame Einheiten-Budget für SMS und Telefonminuten, wie es auch Vodafone bei CallYa anbietet. 

Insgesamt bleibt O2 aber nach unserer Meinung etwas hinter Vodafone zurück, zumal das britische Unternehmen mittlerweile auch beim Festnetz ein gutes Angebot macht, vor allem seit Kabel Deutschland mit seinem Breitbandnetz übernommen wurde. Das bietet die Chance, alle Dienstleistungen aus einer Hand zu bekommen. 

Hast Du schon Erfahrungen mit O2 gesammelt? Möchtest Du uns vielleicht widersprechen, was unsere Bevorzugung von Vodafone angeht? 

Anbieter bewerten

Jetzt direkt zu O2

Wie Vodafone hat O2 Unternehmen britische Wurzeln. Es ging aus dem ehemaligen Staatsbetrieb British Telecommunications (BT Group) hervor. Der wurde 1984 privatisiert und spaltete im Jahr 2001 seine Mobilfunkaktivitäten vom Festnetzgeschäft ab. Das neue Unternehmen wurde zuerst an die Börse gebracht und 2006 von der spanischen Telefónica übernommen, auch einem ehemaligen Staatskonzern. Die deutsche Tochter geht zurück auf den Telefonbetreiber Viag Interkom, ein Gemeinschaftsunternehmen der BT Group mit dem deutschen Mischkonzern Viag, der heute in E.On aufgegangen ist. Seit dem Börsengang der deutschen Teléfonica befinden sich 20 Prozent der Anteile im Streubesitz, durch die Fusion mit E-Plus besitzt auch deren ehemalige Muttergesellschaft KPN rund 15 Prozent der Anteile, so dass die spanische Telefónica nur rund 60 Prozent der Anteile hält.  

Schnelltest 3: discoTEL

Auf den ersten Blick wirkt discoTEL wie eine Erinnerung an die 80er Jahre. Dafür sorgen nicht nur der Name, sondern auch die knallbunten Buchstaben und das O in Form einer Discokugel. Tatsächlich wurde die Marke aber erst 2009 ins Leben gerufen, der Namensbestandteil Disco leitet sich wohl eher vom Wort Discount ab als von der Diskothek. 

Vermutlich nicht zufällig erinnert das O in discoTEL an eine Disco-Kugel. Dabei steht das Wort Disco eigentlich für Discount.

Aber womöglich soll der Tarif auch gezielt die über 30-Jährigen ansprechen. Es handelt sich dabei nämlich um nur eine von vielen Marken der hessischen Drillisch AG, einem der größten Anbieter von Telekommunikationsdienstleistungen ohne eigenes Netz in Deutschland. 

Nicht zufällig entsprechen viele Regelungen denen der ebenfalls von Drillisch betriebenen Marken n-tv go! und EXPRESSmobil. Das gilt beispielsweise für den sehr geringen Minutenpreis und die Möglichkeit, den Datenverbrauch auch einzeln per MB abzurechnen. Wobei sich letzteres nur lohnt, wenn man sehr selten online geht, denn schon ab rund 30 MB sind Paketangebote im Regelfall günstiger.

Discotel LTE

Beim Blick in die Tarifdetails zeigt sich, dass der discoTEL Tarif auch in Sachen Surfgeschwindigkeit weitgehend den Tarifen von n-tv go! und EXPRESSmobil entspricht. Zwar werben beide, anders als discoTEL, nicht mit LTE, die angegebene Höchstgeschwindigkeit mit bis zu 21,6 MBit pro Sekunde ist aber in allen drei Fällen die gleiche. 

Das Trio ist beim Preis kaum zu schlagen, allerdings surft man dort im O2-Netz. Das ist noch immer das dünnste in Deutschland, mit deutlichem Abstand hinter Vodafone. Die Auswahl an Tarifen ist bei diskoTEL deutlich größer als bei n-tv go! oder EXPRESSmobil, allerdings bietet n-tv go! den günstigsten Tarif, sieht man vom bei allen drei Marken erhältlichen Basistarif ohne Grundgebühren ab. Den Tarif Clever S gibt es aber nur bei n-tv go!, Clever M dagegen nur bei Discotel. Den Tarif Clever L bieten dagegen alle drei Marken - und er heißt nicht nur überall genauso, sondern er kostet auch überall das gleiche und bietet nahezu identische Konditionen. 

n-tv go! LTE
Die drei Drillisch-Töchter n-tv go!, EXPRESSmobil und discoTEL bieten jeweils fast identische Tarife, allerdings gibt es bestimmte Tarifoptionen wie Clever S oder Flat L nicht bei allen drei Marken.

EXPRESSmobil und discoTEL bieten auch Tarife mit Flatrate, wobei auch hier einige nur von discoTEL angeboten werden, der Tarif Flat L dagegen nur von EXPRESSmobil. Wer einen günstigen Anbieter sucht und kein Problem damit hat, dass das Netz an einigen Stellen noch etwas dünner sein kann als das von Vodafone oder der Deutschen Telekom, der sollte sich bei dem Trio umsehen, wobei discoTEL außer dem günstigen Clever S und dem umfangreichen Flat L alle Tarife im Angebot hat. 

Wie gut sind die Angebote der Drillisch-Töchter? Können sie mit denen der großen Mobilfunkbetreiber wie Vodafone und T-Mobile mithalten? 

Anbieter bewerten

Jetzt direkt zu discoTEL

Jetzt direkt zu n-tv go!

Jetzt direkt zu EXPRESSmobil

Schnelltest 4: Blau.de

Einst als unabhängiger Telefonanbieter ohne eigenes Netz gegründet ist Blau.de heute eine Marke der Telefónica Deutschland AG. Das ehemals in Hamburg beheimatete Unternehmen wurde 2008 vom E-Plus Eigentümer KPN übernommen. Seit dem Zusammengehen von E-Plus und O2 gehört die Marke wie Fonic und O2 ins Reich der Telefónica Deutschland AG, die sich wiederum zu großen Teilen im Besitz der spanischen Telefónica sowie der niederländischen KPN befindet. Die übrigen Aktien sind überwiegend im Streubesitz.

Der Blau 9 Cent Tarif im Überblick
Der 9 Cent Tarif von Blau.de.

Anders als beispielsweise yourfone musste die Marke auch nach der Fusion nicht verkauft werden. Allerdings wurde die eigenständige Blau Mobilfunk GmbH in Hamburg abgewickelt, betreut werden die Kunden deshalb nicht mehr direkt von Blau.de, sondern über die Telefónica-Standorte in Nürnberg, Potsdam und anderen Städten. 

Somit telefoniert man im Netz von O2 und bekommt den Service von O2, die Preise liegen aber deutlich niedriger als bei den meisten Tarifen der Muttergesellschaft. Wobei der Unterschied bei den Prepaid-Tarifen viel geringer ist als bei den Postpaid-Angeboten. Teilweise unterscheiden sich die Angebote beider Marken auch nur darin, dass bei Blau.de die Zahl der inkludierten Telefonminuten größer ist. 

Insgesamt erscheint aber das Angebot von Drillisch mit den Marken discoTEL, n-tv go! und EXPRESSmobil attraktiver als das von Blau.de. Beide nutzen das gleiche Netz, die Tarife von Drillisch sind aber im Regelfall günstiger. 

Wie gut ist Blau.de? Berichte von deinen Erfahrungen und schreibe deine Meinung zu dem Mobilfunkbetreiber aus der Telefónica-Gruppe. 

Anbieter bewerten

Jetzt direkt zu Blau.de

Fazit

Es gibt mittlerweile auch eine Reihe von günstigen LTE-Angeboten. Nicht immer steht auch LTE drauf, die Tarife von n-tv go! beispielsweise bieten zwar mitunter LTE, werben aber nicht damit. Überhaupt haben die Drillisch-Marken n-tv go!, EXPRESSmobil und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Allerdings ist das Netz von Vodafone deutlich dichter. Die Preise sind dafür aber auch etwas höher. Insgesamt macht aber Vodafone ein sehr gutes Angebot. Zumal man sich dort mittlerweile von der Datenautomatik verabschiedet hat und eine Surf-Flat bietet, wenngleich das Tempo nach Ausschöpfen des LTE-Budgets deutlich reduziert wird. 

Zum Prepaid Karten Vergleich

War der Artikel hilfreich?
0 x 0 x

Kommentar hinterlassen

Sicherheitsfrage:?

Mögliche Zeichen: 1000
Senden

Ihr habt gewählt. Das sind die besten Anbieter im Bereich: PREPAID KARTEN