Sinkende Rohölpreise – Des Einen Freud', des anderen Leid

Du hast es sicherlich bereits bemerkt: Der Benzinpreis ist derzeit – zur Überraschung vieler Autofahrer – vergleichsweise niedrig, wenn wir einmal daran zurückdenken, was noch vor einigen Wochen an den Zapfsäulen anstand. Woran das liegt, wollen wir Dir in diesem Beitrag veranschaulichen.

Die aktuelle Entwicklung der Rohölpreise

Der Ölpreis wird an den Rohstoffmärkten auf Basis von Angebot und Nachfrage ermittelt. Durch die anhaltend schwache globale Nachfrage sinkt der Preis pro Barrel Rohöl bereits seit Monaten stetig und hat aktuell mit Preisen von 55 US-Dollar neue Tiefstwerte erreicht. Was Verbraucher an den Zapfsäulen freut, belastet vor allem erdölfördernde Länder enorm. Aber auch Anleger, die auf steigende Rohölpreise spekuliert haben, verzeichnen herbe Verluste. Öl wird in vielen Wirtschaftsbereichen benötigt und daher bei positiven Konjunkturaussichten entsprechend stark nachgefragt. Schwache Wirtschaftsprognosen für Europa und China jedoch lassen die Ölnachfrage bereits seit Monaten deutlich sinken. Wie die Internationale Energieagentur IEA mitgeteilt hat, lag die Nachfrage bereits im zweiten Quartal deutlich unter der des Vorjahres. Als einer der Frühindikatoren für Wirtschaftswachstum zeigt der Ölpreis daher, dass wohl auch für das kommende Jahr 2015 erst mal keine schnelle Erholung in Sicht ist. Durch die sinkende Nachfrage jedoch reduziert sich der Ölpreis zunehmend, denn das Angebot bleibt weitgehend gleich. So haben sich die Staaten der OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) bereits zu einer Krisensitzung getroffen, um die Fördermengen zu reduzieren. Nur eine Reduzierung der Fördermengen und die damit verbundene Verringerung des Angebots könnte dazu beitragen, dass der Ölpreis wieder steigt. Eine Drosselung der Fördermengen wurde bislang allerdings nicht beschlossen.

Auswirkungen für die erdölfördernden Länder

Vom Erdölboom der vergangenen Jahre profitierten vor allem die erdölfördernden Länder, die hierdurch höhere Einnahmen verbuchen konnten. Diese Einnahmen fehlen nun und reißen mitunter große Löcher in die Staatshaushalte. Als besonders betroffen gelten vor allem der Iran, Venezuela und Russland, die die Mindereinnahmen nicht mit Hilfe anderer Wirtschaftsbereiche kompensieren können. Wie stark diese Länder betroffen sind, ist unter anderem am Rückgang des Rubel-Preises zu sehen. Die russische Währung hat allein in diesem Jahr gut die Hälfte ihres Wertes eingebüßt, sogar Stützungsmaßnahmen der Zentralbank konnten den Preisverfall nicht stoppen. Zuletzt hatte die russische Zentralbank den Leitzins um 6,5 Prozent erhöht, um Investoren ins Land zu ziehen. Da dies jedoch eher als Panikmaßnahme verstanden wurde, fällt der Rubelkurs weiter. Neben einer steigenden Inflation, die vor allem die ärmere Bevölkerung trifft, droht bei einem anhaltend niedrigen Ölpreis im schlimmsten Fall sogar der Staatsbankrott.

Niedriger Ölpreis macht Börsianer glücklich

Durch den fallenden Ölpreis sinken vor allem in den USA sowie in Japan die Kosten der Verbraucher. Das gesparte Geld wiederum wird wiederum vermehrt in die heimische Wirtschaft investiert. Allein in den USA haben die sinkenden Energiepreise zu einem Kaufkraftplus von gut 100 Milliarden Dollar geführt. Von den niedrigen Ölpreisen kann auch die Börse profitieren, denn die Gewinne der Unternehmen steigen. Wenn auch Du an den steigenden Börsenkursen teilhaben möchtest, solltest Du daher beispielsweise in Aktien oder Aktienfonds mit Schwerpunkt USA oder Japan investieren. Die Entwicklung der Eurozone hingegen sehen die Finanzexperten weniger positiv, denn hier seien noch zahlreiche Reformen notwendig. Die EZB fürchtet sogar den niedrigen Ölpreis, da er auf breiter Front für niedrigere Preise sorgt. Eine negative Inflation könnte schließlich zu einer Abwärtsspirale führen, die auch sinkende Wirtschaftsleistungen zur Folge hat. Obwohl dieses Risiko aktuell noch recht gering ist, wird dieses in den Aktienkursen bereits berücksichtigt.

Mit Derivaten auf die Entwicklung des Ölpreises setzen

Als Anleger hast Du nicht nur die Möglichkeit, in klassische Rohstofffonds zu investieren, sondern Du kannst mit Derivaten und CFDs direkt auf die Entwicklung des Ölpreises setzen. Bei diesen Finanzinstrumenten richtet sich der Preis nach der Entwicklung des Basiswertes – in diesem Fall also nach dem Rohölpreis. Dabei ist es Dir möglich, sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse zu setzen. Damit sind Gewinne auch in der aktuellen Marktphase bei sinkenden Ölpreisen möglich. Der Handel mit diesen Wertpapieren ist über spezielle Broker möglich, die Dir einen einfachen und unkomplizierten Zugang zum Markt bieten. Nach der Eröffnung eines Onlinedepots kannst Du sowohl am PC zu Hause als auch über Dein Smartphone oder Tablet die aktuellen Entwicklungen nachvollziehen und entsprechende Handelsanweisungen geben.

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