Steigende Gebühren für Münzeinzahlungen – Wenn das Sparschwein schlachten teuer wird

Innerhalb der Europäischen Union wurden in den vergangenen Jahren immer wieder falsche Münzen entdeckt. Für den Kampf gegen Falschgeld trat zum 01. Januar 2015 eine EU-Verordnung in Kraft, nach der Banken nun nicht mehr nur Scheine, sondern auch Münzen auf Echtheit überprüfen müssen. Eine Folge der neuen Verordnung sind notwendige Investitionen, deren Kosten die Institute nun möglicherweise auf ihre Kunden abwälzen werden, sofern diese Münzen auf ihr Konto einzahlen wollen.

Münzen müssen auf Echtheit überprüft werden

Bereits mit der EU-Verordnung Nr. 1210/2010, die im Dezember 2010 in Kraft trat, müssen Kreditinstitute Münzen, die sie von ihren Kunden erhalten, bei der Annahme auf deren Echtheit prüfen. Bislang galt eine dreijährige Übergangsfrist. Während dieser Frist durften sowohl Banken wie auch Sparkassen und Wertdienstleister ihre vorhandenen Münzbearbeitungsmaschinen nutzen. Diese erkennen Falschgeld und sortieren es aus. Viele dieser Maschinen sind jedoch noch nicht zertifiziert und können daher nun vielfach nicht mehr eingesetzt werden. Mit Wirkung vom 01. Januar ist es jedoch nötig, die neuen Bearbeitungsmaschinen zu nutzen und bei der Erkennung von Falschgeld entsprechend Meldung zu machen. Sowohl für die Anschaffung der neuen Maschinen als auch für die Schulung der Angestellten zur Handhabung der neuen Maschinen sowie den nötigen Meldepflichten entstehen enorme Mehrkosten, die Dir als Kunde nun voraussichtlich auferlegt werden.

Einige Banken führen Münzeinzahl-Gebühren ein

Laut der Süddeutschen Zeitung beziffert der Sparkassenverband die Mehrkosten bei einem mittelgroßen Institut auf gut 400.000 Euro. Die Sparkasse Duisburg plant im kommenden Jahr für die Annahme von Hartgeld Kosten in Höhe von 672.000 Euro – und damit rund doppelt so viel wie noch im Jahr 2014. Da die Banken diese Mehrkosten oft nicht allein tragen können und wollen, wirst Du als Kunde zur Kasse gebeten. Bei einigen Sparkassen werden pro Münzeinzahlung voraussichtlich bis zu fünf Euro fällig. Betroffen sind jedoch eher weniger die Privatkunden, da diese ihr Sparschwein meist nur ein- bis zweimal pro Jahr leeren. Firmenkunden und Gewerbetreibende jedoch, die täglich ihre Einnahmen aufs Geschäftskonto einzahlen, müssen tief in die Tasche greifen. Bei Kosten von fünf Euro pro Tag entstehen so pro Monat Mehrkosten von etwa 150 Euro. Diese Kosten fallen zusätzlich zu den bereits bestehenden Kontoführungsgebühren an und stellen somit eine deutliche Mehrbelastung dar.

Die Kosten der Banken vergleichen

Auch wenn viele Sparkassen bereits angekündigt haben, Gebühren für die Münzeinzahlung zu erheben, fordern nicht alle Banken entsprechende Kosten. Bei einigen Instituten ist die Münzeinzahlung nach wie vor kostenfrei. Vor allem Kunden, die häufige Bareinzahlungen mit Münzen tätigen, sollten sich daher nach Alternativen umsehen. Die Einzahlung in einer Filiale der Landeszentralbanken ist jedoch kaum mehr möglich, denn die Bundesbank zieht sich weitgehend aus der Versorgung der Kunden mit Hartgeld zurück. Allerdings ist es sinnvoll, die Preislisten der Banken einmal genauer unter die Lupe zu nehmen und die einzelnen Gebühren zu vergleichen. Hier zeigt sich, dass es immer noch enorme Unterschiede in der Gebührengestaltung gibt, die Kunden durchaus für sich nutzen können.

Münzeinzahlungen bei Direktbanken

Direktbanken haben zahlreiche Vorteile, zu denen vor allem günstigere Gebühren und ein einfaches Onlinebanking gehören. Bargeldeinzahlungen hingegen sind eher schwierig, denn einen Schalter sucht man vergebens. Wer dennoch einmal Bargeld auf sein Direktbankkonto einzahlen möchte, nutzt hierfür den Schalter einer Muttergesellschaft oder einer anderen Bank oder Sparkasse vor Ort, den Du bei Deiner Direktbank in Erfahrung bringen kannst. Das Geld wird hier auf ein internes Bankkonto eingezahlt und schließlich an Dein Direktbankkonto überwiesen. Die Kosten hierfür gestalten sich jedoch wiederum sehr unterschiedlich und sollten daher vorab unbedingt geprüft werden, da es natürlich auch hier der Fall sein kann, dass ab Januar 2015 zusätzliche Gebühren für die Münzeinzahlung fällig werden. Ein Blick in das Preis-Leistungs-Verzeichnis der Bank gibt Auskunft.

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