Terror in Paris – Folgt jetzt der Börsencrash?

Nach den schlimmen Terrorangriffen vom 13. November 2015 trauert die Welt. Die Börsen dagegen gehen bereits wieder zum Tagesgeschäft über. Wie die ersten Handelstage zeigten, reagieren viele Anleger besonnen. Ein Ausverkauf ist nicht zu erwarten. Grund ist wohl, dass kaum ökonomische Folgen erwartet werden.

Kurse bleiben nach den Anschlägen stabil

icon_Pfeile_hoch_runter2Ein Blick auf die Kursentwicklung nach den Terrorangriffen in Paris zeigt, dass viele Anleger sich hiervon kaum beeindrucken lassen. Dies mag kühl und vielleicht hartherzig klingen, aber die Händler konzentrieren sich auf eventuelle ökonomische Folgen derartiger Anschläge – und diese sind nicht zu erwarten. Dies zeigt auch ein Blick in die Geschichte. Sowohl die Bombenanschläge in London im Jahr 2005 als auch die Terroranschläge in Madrid 2004 sorgten für keine nachhaltigen Schocks, durch die Anleger massenweise ihr Kapital aus Aktien gezogen hätten. So erwarten Experten als Folge des Terrors keine Maßnahmen hinsichtlich der aktuellen Geldmarktpolitik. Hier ist der wesentliche Unterschied zum Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 2001 zu sehen, denn damals waren Maßnahmen notwendig, um die Welt aus der Rezession (=Rückgang) zu retten. Kurzfristige Kaufzurückhaltungen haben die damalige Misere noch verschärft.

Flug- und Touristikunternehmen sind die Verlierer

icon_Daumen_runterLeichte Auswirkungen haben die Anleger im DAX aber dennoch gespürt. Der Handel startete am Montag, 16. November, im Minus. Betroffen sind vor allem Aktien der Tourismus- und Luftfahrtbranche, denn diese wären von Terroranschlägen als erste betroffen. Sollten sich Urlauber und Geschäftsreisende jetzt nämlich überlegen, einige Länder komplett zu meiden, müssen diese Unternehmen mit sinkenden Umsatzzahlen kämpfen. Ob die Laune an den Börsen weiterhin positiv bleibt, muss abgewartet werden, denn hier spielt auch die weitere Entwicklung in Frankreich, Belgien und Deutschland eine Rolle. Sollten weitere Terroranschläge folgen, könnte dies die Wirtschaft der Länder durchaus beeinflussen. Diese Entwicklungen wären dann sicherlich auch an der Börse spürbar. Verbraucher würden in einem solchen Fall wohl mit reduzierten Ausgaben reagieren, da öffentliche Veranstaltungen weitgehend gemieden werden würden. Vor allem die jetzt öffnenden Weihnachtsmärkte bekämen dies dann zu spüren. Aktuell ist die Stimmung jedoch positiv. Der DAX konnte am 18. November 2015 sogar die Marke von 11.000 Punkten zurück erobern.

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Entscheidungen in den USA von großer Bedeutung

icon_ausrufezeichenNeben der vorhandenen Terrorgefahr spielt aber auch die weitere Zinsentwicklung in den USA eine wichtige Rolle, wenn es um die weitere Entwicklung an den Börsen geht. So wird eine Zinswende bereits im Dezember immer wahrscheinlicher. Ob die Zinsen tatsächlich erhöht werden, zeigt sich während der anstehenden Sitzungen am 15. und 16. Dezember 2015, denn dann kommt der Fed-Offenmarktausschuss erneut zusammen. Würde sich die amerikanische Zentralbank tatsächlich für eine Zinserhöhung entscheiden, wäre dies der erste positive Zinsschritt nach zehn Jahren. Welche Auswirkungen dies auf die Wirtschaft haben wird, bleibt abzuwarten, denn verteuerte Kredite könnten durchaus zu einem Rückgang von Investitionen führen. Für Europa jedoch rechnen Experten in einem solchen Fall mit einem weiter sinkenden Euro-Kurs, der Exporte beflügeln könnte. Eine Zinswende in Europa ist zudem noch lange nicht in Sicht. EZB-Chef Mario Draghi bringt sogar weitere geldpolitische Maßnahmen ins Gespräch, um die Inflation endlich zu erhöhen. Hierzulande bleibt Geld also weiterhin günstig, was auch Anleger und Investoren freuen wird.

Bildnachweis: © emiliodesign - Fotolia.com

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