US-Banken horten immer mehr Staatsanleihen

Anlagen in US-Staatsanleihen sind nicht nur Privatanleger, sondern auch für viele Banken durchaus lukrativ. Nicht umsonst hat sich das von den amerikanischen Banken gehaltene Volumen an US-Staatsanleihen auf mittlerweile 2,1 Billionen Dollar erhöht. Besser wäre es jedoch, wenn diese Liquidität in die Märkte fließen würde, um dort konjunkturfördernd wirken zu können.

Investitionen in US-Staatsanleihen

Banken, die die nicht benötigten Gelder ihrer Kunden auf dem Kapitalmarkt anlegen wollen, greifen neben Aktien auch gern zu US-Staatsanleihen. Diese Anleihen werden als festverzinsliche Wertpapiere vom amerikanischen Staat, der amerikanischen Notenbank Fed oder dem US-Finanzministerium ausgegeben und dienen der Refinanzierung dieser Institutionen. Für die Banken hingegen sind US-Staatsanleihen ein interessantes Investment. Im globalen Null-Zins-Umfeld haben Investoren hier zumindest die Möglichkeit, eine attraktive Verzinsung zu erhalten und Renditegewinne zu erzielen. So konnten US-Staatsanleihen durch die Ankündigung von Fed-Chefin Yellen, die Leitzinserhöhung vorerst zu verschieben, durchaus profitieren. Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren rentieren dem aktuellen Bericht zufolge sogar mit 2,59 Prozent. Dies ist eine deutlich höhere Rendite, als wenn die Banken ihr Geld direkt bei der Notenbank Fed parken würden.

Anleihen-Besitz der US-Notenbanken steigt

Diese positive Rendite, die bei einer nahezu risikolosen Anlage erzielt werden kann, ist einer der Gründe, warum die US-Banken bereits den 16. Monat in Folge mehr Geld in US-Staatsanleihen investiert haben. Zusätzlich jedoch verfolgen die Institute aber auch das Ziel, die von der Fed vorgegebenen Richtlinien einzuhalten. Nach dem Reformpaket Basel III wurden die Banken verpflichtet, liquide Staatsanleihen mit einem erstklassigen Ranking zu halten, um mögliche Verluste ausgleichen zu können. US-Staatsanleihen erfüllen diese Forderung und sind daher für die Banken ideal. Mittlerweile ist der Bestand an US-Staatsanleihen – gerechnet auf alle Banken – auf 2,1 Billionen US-Dollar gestiegen. Die vier größten amerikanischen Banken haben ihre Bestände sogar verdoppelt. Die Bank of America, die als zweitgrößtes Institut aktiv ist, hat das Volumen an US-Staatsanleihen sogar verzehnfacht. Auch europäische Banken haben mittlerweile ihre Bestände an Staatsanleihen deutlich erhöht.

Kreditnachfrage in den USA sinkt weiter

Neben den attraktiven Renditeaussichten der Staatsanleihen ist es aber auch das gesunkene Kreditvolumen, das die Banken zwingt, ihr Geld entsprechend anzulegen. Zwar nahmen Unternehmen im vergangenen Jahr 13 Prozent mehr Kredite auf und nutzen nun Darlehen mit einem Gesamtwert von 1,81 Billionen US-Dollar, Privathaushalte jedoch sind nach wie vor zögerlich. Hier wuchs das Kreditvolumen um gerade einmal fünf Prozent auf 1,2 Billionen US-Dollar. Hintergrund ist die Tatsache, dass viele hoch verschuldete Privathaushalte seit der Finanzkrise damit beschäftigt sind, ihre vorhandenen Schulden zu reduzieren. Gleichzeitig sind viele Menschen bestrebt nicht mehr nur auf Pump zu leben, sondern endlich etwas Geld beiseite zu legen. Die Sparquote stieg in diesem Zusammenhang auf aktuell 4,9 Prozent und ist damit doppelt so hoch wie noch 2005. Diese Entwicklung kann aber nicht nur für die Banken negative Folgen haben. Auch die US-Wirtschaft ist maßgeblich vom Konsum privater Haushalte abhängig. Sollte sich dieser nicht bald erhöhen, könnten die derzeit so positiven Wirtschaftsdaten schon bald der Vergangenheit angehören, denn das Potenzial für anderweitiges Wachstum – etwa durch Exporte – ist begrenzt. Wie das Kreditvolumen erhöht werden kann, ist derzeit jedoch noch unklar.

War der Artikel hilfreich?
0 x 0 x

Kommentar hinterlassen

Sicherheitsfrage:?

Mögliche Zeichen: 1000
Senden

Ihr habt gewählt. Das sind die besten Anbieter im Bereich: FOREX