Tausende Konten gesperrt – Was ist da los bei Plus500?

Der britische CFD-Broker Plus500 musste zur Überprüfung der geltenden Geldwäsche-Regularien tausende Konten sperren. Kunden können nun weder traden noch Geld ein- oder auszahlen. Die Folgen zeigen sich auch am Aktienkurs des Unternehmens, der binnen kurzer Zeit mehr als 40 Prozent eingebrochen ist.

Daytrading erfreut sich immer größerer Beliebtheit

icon_UhrImmer mehr Anleger versuchen aktuell, mit Daytradinggeschäften kurzfristig Geld zu verdienen. Dabei wird innerhalb eines Tages eine Position sowohl gekauft als auch verkauft, um von den Kursbewegungen zu profitieren. Besonders beliebt sind in diesem Zusammenhang CFDs – sogenannte Differenzkontrakte. Mit ihnen können Händler sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse spekulieren und dabei bei einer richtigen Wette viel Geld gewinnen. Tritt das jeweilige Ereignis jedoch nicht ein, verlieren Anleger den gesamten Betrag. Ein Broker, der derartige Differenzkontrakte anbietet, ist das britische Unternehmen Plus500. Seit 2008 ermöglicht er das Spekulieren in Aktien, Rohstoffen, Indizes und Devisen und sorgt so dafür, dass Kunden in vielen verschiedenen Assetklassen aktiv sein können. Um neue Kunden zu gewinnen, wirbt das Unternehmen durchaus aggressiv – auch einen Bonus auf die Kontoeröffnung können Neukunden erhalten. Vor Inanspruchnahme eines Bonus sollten sich Trader auf der Brokerwebsite über die aktuell geltenden Bonusbedingungen informieren. Ein kostenloses Demokonto sowie die Notierung an der Londoner Börse haben zahlreiche Kunden dazu bewogen, ein Handelskonto zu eröffnen und über Plus500 zu handeln.

Viele britische Kunden können nicht mehr auf Konten zugreifen

icon_LupeFür ein schnelles Wachstum und die Steigerung der Kundenzahlen wurde bei Plus500 in der Vergangenheit wohl nicht jede Vorschrift eingehalten. Vor allem die Legitimation der Kunden weist doch in vielen Fällen erhebliche Lücken auf. Dies wurde jetzt deutlich, als das Unternehmen tausende Konten sperren musste. Offiziell heißt es dazu, dass die Kontosperrung aufgrund der Überprüfung der geltenden Geldwäsche-Regularien durchgeführt werden musste. Bei zahlreichen Kunden seien bei der Kontoeröffnung unzureichende Daten erfasst worden, oft handle es sich um „menschliche Fehler“. Dies müsse nun nachgeholt werden. Bevor nicht alle gesetzlich vorgeschriebenen Daten und Informationen vorhanden seien, kann eine Entsperrung der Konten vorerst nicht erfolgen. Und obwohl pro Tag mehrere hundert Konten bearbeitet werden, nehme dies viel Zeit in Anspruch. Einige Depots könnten bereits nach einigen Tagen wieder geöffnet werden, bei anderen Depots wird die Überprüfung hingegen mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Während dieser Zeit können Kunden weder traden noch Geld ein- oder auszahlen. Die Guthaben bei Plus500 sind damit eingefroren.

Der Aktienkurs reagiert negativ

icon_chartWelche Auswirkungen die Sperrung tausender Konten hat, macht sich nun mitunter beim Aktienkurs des Brokers bemerkbar. Dieser reduzierte sich von 770 britischen Pfund am 13. Mai 2015 auf 297 britische Pfund am 26. Mai. Binnen zwei Wochen ist der Aktienkurs damit um fast 40 Prozent eingebrochen. Ob sich der Aktienkurs bald wieder erholen wird, ist fraglich, denn noch kann nicht angegeben werden, bis wann alle Konten wieder frei sind und die Kunden uneingeschränkt handeln können. Dabei muss beachtet werden, dass Plus500 in dieser Zeit kein Geld verdient und damit deutliche Einbußen hinnehmen muss. Und ob Kunden im Anschluss weiter mit diesem Broker handeln möchten, ist fraglich, denn die Kontosperrung ist ein erheblicher Vertrauensverlust, den das Unternehmen in den kommenden Monaten wieder ausgleichen muss. Wenn Plus500 jedoch Kunden verliert, sinkt wiederum die Rendite, was den Aktienkurs nachhaltig belasten wird. Aktuell laufen daher bereits Wetten auf weiter sinkende Kurse, zahlreiche Anleger investierten in entsprechende Put-Optionen und konnten bereits Gewinne realisieren. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.

Plus500 Regulierungen

Der Handel ist stets mit einem Risiko verbunden. Trader können ihr eingesetztes Kapital verlieren.

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