Was ist eine Prepaid Karte?

Was ist eine Prepaid Karte? Der Name sagt es schon - prepaid steht für zuvor bezahlt. Bei einer Prepaid Karte kann der Kunde also nur so viel verbrauchen, wie er zuvor eingezahlt hat. Meist lautet die Frage "Was ist eine Prepaid Karte Handy", denn es gibt auch Prepaid-Kreditkarten (siehe dazu: Beste Prepaid Kreditkarten). Die Prepaid-Karten haben Vor- und Nachteile.

Was ist eine Prepaid Karte Handy?

Im Prinzip kann man sich das Telefonieren mit einer Prepaid-Karte ähnlich vorstellen wie bei einer Telefonzelle. Zuerst muss man bezahlen, dann kann telefoniert werden bis das Guthaben aufgebraucht ist. Das unterscheidet die Prepaid-Karte von klassischen Mobilfunkverträgen, bei denen am Ende des Monats abgerechnet wird.

Zum Telefonieren muss die Karte zunächst aufgeladen werden. Klassischerweise geht das, indem man am Automaten oder in einem Supermarkt oder Geschäft Guthaben kauft. Wer für 20,- Euro Telefonguthaben erwirbt, bezahlt die an der Kasse und erhält dafür einen Nummerncode. Den muss er dann am Telefon eingeben und bekommt dann die zuvor bezahlten 20,- Euro zum Telefonieren und Surfen gutgeschrieben.

Was ist eine Prepaid Karte Handy?
Eine Prepaid Karte funktioniert wie eine Telefonzelle: Erst muss bezahlt, dann kann telefoniert werden. Foto: Michael Fielitz @ Flickr (Creative Commons Lizenz)

Mittlerweile lässt sich das Guthaben oft auch online verwalten. Dann wird das Geld vom Konto abgezogen und automatisch ein entsprechendes Budget für die Mobilfunknutzung eingerichtet. Egal ob man das Guthaben im Zeitschriftenladen oder online kauft - natürlich muss es immer für die jeweilige Telefongesellschaft erworben werden. Wer Kunde von o2 ist, braucht auch eine Guthabenkarte von o2.

Ist das Guthaben aufgebraucht, kann nicht mehr telefoniert werden. Erreichbar bleibt man zunächst dennoch - und auch die Notruffunktion steht weiter zur Verfügung. Allerdings kennen viele Verträge eine Klausel, nach der in bestimmten Abständen auch neues Geld eingezahlt werden muss, damit das Telefon weiterhin angerufen werden kann. Mitunter verfällt auch das Guthaben, wenn es nicht genutzt und kein neues Guthaben eingezahlt wurde.

Prepaid Karte - für wen geeignet?

Zielgruppe von Prepaid Karten sind vor allem drei Personenkreise:

  • Wenigtelefonierer,
  • Kunden mit Wunsch nach voller Kostenkontrolle,
  • Kunden mit geringer Bonität.

Wenigtelefonierer sparen sich mit einer Prepaid Karte die hohen Grundgebühren. Das gilt nicht nur, wenn man insgesamt wenig telefoniert, sondern auch beim Zweittelefon. Wer beispielsweise nicht jeder flüchtigen Bekanntschaft und jedem Kollegen gleich die Mobiltelefonnummer geben will, der kann dafür ein zweites Handy verwenden - und das mit einer Prepaid Karte betreiben.

Aber auch für Vieltelefonierer können Prepaid-Tarife attraktiv sein. Beispielsweise um eine unerwartetTelefonrechnung zu vermeiden. Gerade für Teenager kaufen Eltern deshalb gerne Prepaid-Karten. So kann nicht mehr als der zuvor eingezahlte Betrag vertelefoniert werden.

Was ist eine Prepaid Karte
Anteil der Fälle mit mindestens einem negativen Schufa-Merkmal nach Bundesländern. Grafik: Kredittestsieger.org; Datenquelle: Schufa

Eher unfreiwillig werden Kunden mit geringer Bonität zu Prepaid-Telefonierern. Wer ein zu geringes Einkommen oder mehrfach eine Rechnung nicht bezahlt hat, der bekommt mitunter keinen Vertrag mit Zahlung am Monatsende. Zu groß ist das Risiko, dass er seine Rechnung nicht bezahlt. Bei Prepaid-Tarifen kann dagegen immer nur so viel vertelefoniert oder gesurft werden, wie zuvor auch eingezahlt wurde.

Nachteile von Prepaid Karten

Prepaid Karten bieten somit gleich mehrere Vorteile, nämlich volle Kostenkontrolle, keine Grundgebühren und einen leichten Zugang ohne Schufa-Auskunft. Insgesamt geben Prepaid-Kunden auch deutlich weniger Geld aus als Postpaid-Telefonierer, also solche, bei denen am Ende des Monats abgerechnet wird. Das liegt allerdings weniger an den Vorteilen der Prepaid-Tarife, sondern vor allem daran, dass Kunden mit hohem Umsatz lieber Postpaid-Tarife buchen. Infografik: Prepaid zahlt sich weniger aus | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Die Prepaid-Tarife haben nämlich auch mehrere Nachteile. Dass das Geld schon am Anfang des Monats eingezahlt werden muss und nicht erst am Ende, ist noch das kleinste Problem, denn Prepaid Karten gibt es schon ab wenigen Euro im Monat. Allerdings ist das regelmäßige Aufladen auch umständlich. Und wer es vergisst, der kann plötzlich weder surfen noch telefonieren. Bei Tarifen kleinerer Anbieter wie NettoKom muss man außerdem bedenken, dass die Prepaid Karten nicht überall erhältlich sind.

Vor allem aber sind Prepaid-Tarife oft teurer. Denn für die Telefongesellschaften ist der Aufwand höher als bei einer regelmäßigen Abbuchung und der Umsatz ist kleiner. Wer viel telefoniert oder surft, spart mit einem Postpaid-Tarif meistens Geld.

Prepaid Karten und Datennutzung

Grundsätzlich lautet die Antwort auf die Frage "Was ist eine Prepaid Karte" nur: Eine Karte, bei der das Telefonguthaben im voraus bezahlt wird. Allerdings gibt es in der Praxis oft weitere Unterschiede zwischen Prepaid- und Postpaid-Tarifen.

Beim klassischen Prepaid-Tarif werden SMS und Telefonminuten einzeln abgerechnet. Für die Aktivierung wird meist eine einmalige Gebühr verlangt, anschließend wird nur so viel bezahlt, wie auch verbraucht wurde. Allerdings funktioniert dieses Modell bei Daten nicht. Für Gelegenheitsnutzer bieten die meisten Telekommunikationsunternehmen Tagesflats, für regelmäßige Surfer Monatstarife. Die werden genauso abgerechnet wie auch Postpaid-Tarife. Das bedeutet, dass monatlich ein bestimmtes Datenvolumen zur Verfügung steht. Ist es aufgebraucht, kann entweder nicht mehr oder nur mit gedrosselter Geschwindigkeit gesurft werden.

Besondere Prepaid-Tarife

Auch für Telefonminuten und SMS bieten die meisten Unternehmen mittlerweile Paketangebote, bei denen eine bestimmte Zahl von Telefonminuten oder SMS pauschal bezahlt wird. Das funktioniert dann meistens wie bei einem regulären Mobilfunkvertrag: Man zahlt eine monatliche Pauschale und bekommt dafür eine bestimmte Anzahl von Telefonminuten. Am Ende des Abrechnungszeitraums verfallen nicht verbrauchte SMS oder Freiminuten.

Prepaid Tarif
Bei Congstar lassen sich auch beim Prepaid-Tarif Telefon-, SMS- und Datenpakete kaufen.

Einige Mobilfunkunternehmen bieten auch den automatischen Kauf von neuem Telefonguthaben, wenn das alte verbraucht ist. In Kombination mit einem Telefon-, Daten- und SMS-Paket gibt es kaum noch einen Unterschied zu einem klassischen Handyvertrag. Allerdings geht damit auch ein Teil der Kostenkontrolle verloren. Eine Alternative kann eine automatische Aufbuchung in jedem Monat sein. Dann werden beispielsweise monatlich 10,- Euro eingezahlt, ist das Guthaben aufgebraucht, muss neues erworben werden. So bleibt die Kostenkontrolle erhalten und der Aufwand ist gering.

Prepaid Karte und LTE

Praktisch alle Prepaid Karten bieten bei ihrem Datentarif schnellen Zugang über UMTS, wobei die Geschwindigkeiten sich unterscheiden können. Bei einigen Anbietern gibt es auch innerhalb des UMTS-Netzes Abstufungen, für die volle HSDPA-Geschwindigkeit muss mitunter ein Zuschlag bezahlt werden. LTE ist dagegen nur teilweise enthalten und nicht bei allen Anbietern erhältlich.

Verfügbarkeit von LTE in Deutschland. Grafik: Statista.de
Verfügbarkeit von LTE in Deutschland. Grafik: Statista.de

Voraussetzung ist natürlich, dass das jeweilige Smartphone oder der Tablet PC auch LTE-fähig ist. Hinzu kommt, dass auch LTE-Netz verfügbar sein muss, denn das ist bisher noch vergleichsweise dünn. Zwar ist in allen Bundesländern in mehr als 90 Prozent der Haushalte LTE verfügbar, doch das liegt nicht zuletzt daran, dass ein Großteil der Haushalte ohnehin in städtischen Gebieten liegt. In den Dörfern, auf der Autobahn oder im Zug ist das Netz weit schlechter.

Wer beide Voraussetzungen erfüllt, der muss sich auf die Suche nach einem Prepaid-Angebot mit LTE machen. Das gibt es keineswegs bei allen Anbietern. Einige, wie die Prepaid-LTE-Tarife von o2, sind nur mit monatlicher Grundgebühr erhältlich. Weil darin auch zahlreiche Freiminuten und -SMS eingeschlossen sind, sind sie ähnlich teuer wie Postpaid-Tarife. Bei MagentaMobil Start ist die Monatsgebühr dagegen sehr niedrig und bei Vodafone CallYa gibt es auch einen "echten" Prepaid-Tarif, also ohne Grundgebühr, für den LTE hinzu gebucht werden kann.

Der beste Prepaid-Tarif

Nachdem die Frage "Was ist eine Prepaid Karte?" geklärt ist, stellt sich die nächste: Wer macht das beste Angebot? Das hängt natürlich vor allem vom individuellen Anspruch ab. Auskunft gibt hier der Prepaid Karten Vergleich. Oder man entscheidet sich einfach für die nach Meinung unserer Nutzer beste Prepaid Karte.

Wer bietet eine Prepaid Karte?

Aktuell gibt es noch drei große Netzbetreiber in Deutschland, nämlich

  • T-Mobile,
  • Vodafone und
  • o2.

Die Zahl der Anbieter von Prepaid Karten ist aber weit höher, wie schon ein kurzer Blick in unseren Vergleich zeigt. Abgesehen von den drei genannten Firmen betreiben diese aber kein eigenes Netz, sondern kaufen Kapazitäten bei einem der drei Netzbetreiber. Mitunter betreiben die drei großen Anbieter sogar eigene Tochtergesellschaften, über die meist besonders günstige Tarife vermarktet werden.

Ursprünglich waren es vier Unternehmen mit eigenen Netzen. Bei der Versteigerung der UMTS-Lizenzen im Jahr 2006 wurden sogar sechs Lizenzen ersteigert, doch zwei wurden nie genutzt. Die Eingliederung von E-Plus in die Telefónica Deutschland Holding AG reduzierte die Zahl der Netze schließlich auf drei.

Deutsche Telekom

Lange Jahre war Telefonieren in Deutschland Sache des Monopolisten Deutsche Bundespost. Entsprechend betrieb das Staatsunternehmen auch die ersten Mobiltelefonnetze, zunächst das A-, später das B- und ab Mitte der 1980er Jahre dann das C-Netz, mit dem der Durchbruch für das mobile Telefonieren begann.

Das Anfang der 1990er Jahre eingerichtete D-Netz war erstmals digital und ist bis heute in Betrieb. Obwohl die Telekom auch Frequenzen im E-Netz besitzt, wird umgangssprachlich oft noch vom D1-Netz gesprochen, wenn vom Telekom-Netz die Rede ist. Das Unternehmen betreibt außerdem ein großes UMTS- und LTE-Netz. In den Tests der Stiftung Warentest schneidet es meist am besten ab.

Vodafone

Beim Aufbau des D-Netzes war ab 1988 erstmals auch ein Konkurrent zur damaligen Deutschen Bundespost mit an Bord, der Düsseldorfer Schwerindustriekonzern Mannesmann. Dessen Angebot wurde zunächst als D2 privat beziehungsweise D2 Mannesmann vermarktet.

Im Jahr 2001 wurde Mannesmann vom britischen Mobilfunk-Betreiber Vodafone übernommen und tritt seitdem auch unter dem Namen der Konzernmutter auf. Weil Vodafone, wie die Deutsche Telekom, viele Frequenzen im Bereich des reichweitenstarken D-Netzes besitzt und relativ früh gestartet ist, gilt das Netz neben dem der Telekom als besonders dicht. Auch Vodafone bietet neben dem klassischen Handynetz ein UMTS- und ein LTE-Netz.

Telefónica Deutschland Holding - o2

Mit dem Aufbau eines E-Netzes Anfang der 1990er Jahre stieg auch E-Plus in den Mobilfunkmarkt ein. Wie D2 Mannesmann standen auch hinter E-Plus traditioneller Ruhrgebiets-Unternehmen, etwa die Energiekonzerne RWE und VEBA sowie der Stahlhersteller Thyssen.

Wenig später ging auch der in München beheimatete Energiekonzern VIAG mit der Marke VIAG Interkom an den Start. Er wurde später von dem britischen Telefonanbieter o2 übernommen, der wiederum von der spanischen Telefónica aufgekauft wurde.

2014 übernahm 02 den Konkurrenten E-Plus. Die Marke E-Plus soll vom Markt verschwinden und beide Unternehmen werden unter dem Dach von 02 zusammengeführt. E-Plus besaß kein eigenes LTE-Netz, allerdings brachte o2 sowohl ein UMTS- als auch ein LTE-Netz mit in die Verbindung ein.

Anbieter ohne Netz

Daneben tummeln sich auf dem Markt zahlreiche weitere Handymarken. Grob gesprochen lassen sie sich in vier Gruppen unterteilen:

  • Marken von Telekomfirmen,
  • Tochterunternehmen von Supermärkten,
  • Marken von Medienunternehmen
  • eigenständige Anbieter.

Um preisbewussten Kunden günstige Tarife anbieten zu können, ohne damit das Image als gehobener Anbieter zu beschädigen, haben die ehemals vier großen Netzbetreiber zahlreiche Tochterunternehmen geschaffen. So betreibt T-Mobile die Marke Congstar, Vodafone Otelo, E-Plus setzte auf die Marken BASE und Fonic sowie Blau Mobilfunk sind Marken der Telefónica Deutschland AG. Und das sind keineswegs alle Namen, unter denen die jetzt noch drei Netzbetreiber auf dem Markt aktiv sind.

Der EDEKAmobil 9 Cent Tarif auf einen Blick
EDEKA bietet mittlerweile auch einen Prepaid-Tarif. Angeboten wird er in Kooperation mit Vodafone, wobei das Telekomunternehmen der hauptverantwortliche Akteur ist.

Viele Supermarktketten bieten eigene Prepaid-Tarife, beispielsweise Aldi Talk oder EDEKA mobil. Oft handelt es sich um Prepaid-Angebote, deren Guthaben vor allem über die jeweiligen Supermärkte gekauft werden können. Nicht selten werden die Supermarkt-Angebote direkt von den Mobilfunkunternehmen verwaltet. So stellt Vodafone für den Tarif von EDEKA mobil nicht nur das Netz, sondern ist auch für die Abwicklung und die Internetseite zuständig. Die Einzelhändler bringen vor allem den Namen ein und übernehmen den Vertrieb über ihre Filialen.

Auch Medienunternehmen bieten teilweise eigene Mobilfunkmarken, beispielsweise BILDmobil des Axel Springer Verlags, EXPRESSmobil von M. DuMont Schaumberg, dem Herausgeber des Kölner Express oder die Marke n-tv-go des Nachrichtensenders. Wie die meisten Supermarktketten treten aber auch die Zeitungshäuser und Fernsehsender meist nur als Vermittler auf und überlassen den Betrieb anderen Unternehmen.

Daneben gibt es schließlich noch eine Reihe unabhängiger Anbieter, beispielsweise die Freenet Group mit Mobilcom debitel und weiteren Marken oder die Drillisch AG, zu der unter anderem winSIM gehört. Teilweise haben diese netzunabhängigen Anbieter ebenfalls feste Kooperationen mit einzelnen Netzbetreiber, andere kaufen Kapazitäten bei verschiedenen Firmen ein.

Fazit

Was ist eine Prepaid Karte? Einfach nur eine Karte, bei der bereits im voraus bezahlt werden muss. Häufig ist das aber auch mit einem Verzicht auf Grundgebühren und Mindestumsätze verbunden. Das macht diese Form des Mobilfunktarifs vor allem für Wenignutzer attraktiv. Und weil nur so viel Guthaben genutzt werden kann, wie auch zuvor eingezahlt wurde, bieten die meisten Prepaid-Tarife eine große Kostenkontrolle.

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