WLAN Anbieter vergleichen: Wer ist die Nummer 1?

Welche WLAN Anbieter gibt es? Und was sind die Vor- und Nachteile der einzelnen Anbieter? Außerdem fragen wir, welche Tarife sich besonders für Nutzer eignen, die vor allem über WLAN-online gehen. Übrigens, wer sein eigenes WLAN einrichten will, sollte einen Blick in unseren DSL Anbieter Vergleich werfen.

WLAN - Eine kurze Erläuterung

icon_informationWLAN steht für Wireless Lokal Area Network, also für kabelloses lokales Netzwerk. Bei kabelgebundenen Netzwerken spricht man meist nur von LAN. Ein eigenes WLAN einrichten ist kein Problem. Wichtigste Zutaten sind eine schneller DSL-Anschluss und ein WLAN-Router. Dann kann man mit dem Rechner, dem Tablet PC oder Smartphone ohne lästiges Anstecken eines Kabels und ohne das Datenvolumen seines Mobilfunktarifs aufzubrauchen online gehen.

Daneben gibt es aber auch zahlreiche WLAN Anbieter, die entweder kostenlos oder gegen eine geringe Pauschale WLAN-Zugang verkaufen. Wir betrachten beide Möglichkeiten und stellen die wichtigsten Unternehmen vor.

WLAN statt UMTS?

Wer in einer Großstadt wohnt, der ist oft von zahlreichen WLAN-Netzen umgeben. Das zeigt schon ein schneller Blick aufs Smartphone, das alle verfügbaren Netze anzeigt. Da drängt sich die Idee auf, nur einen Prepaid Handytarif ohne Internet zu kaufen und ansonsten über WLAN online zu gehen.

Außerdem ist WLAN deutlich schneller als UMTS und selbst als LTE. Mit dem neuesten Standard (siehe WLAN-Standards) lassen sich theoretisch bis zu 7.000 MBit pro Sekunde übertragen, wobei 1.300 MBit aktuell die gängige Geschwindigkeit ist. Allerdings sind die wenigsten Anschlüsse so schnell. Vodafone Kabel bietet beispielsweise maximal 400 MBit pro Sekunde im Download, DSL-Angebote sogar nur 100. Auch das ist aber immer noch deutlich schneller als die maximal 225 MBit pro Sekunde bei Vodafone LTE. Bei UMTS sind oft 14 MBit die maximale Downloadgeschwindigkeit pro Sekunde.

Allerdings sind die meisten Netze verschlüsselt. Sie sind privat und sollen von Außenstehenden nicht genutzt werden. Denn natürlich wollen die meisten Menschen nicht, dass Dritte über ihr WLAN ins Internet gehen - und womöglich so die Übertragungskapazität ausschöpfen und so das Tempo der eigenen Geräte senken. Oder gar illegale Dateien herunterladen und einen so ins Visier der Staatsanwaltschaft bringen.

Was ist eine Prepaid Karte Handy?
Wie öffentliche Telefone sind auch öffentliche WLAN-Netze teilweise kostenpflichtig. Foto: Michael Fielitz @ Flickr (Creative Commons Lizenz)

Offenes und kostenloses WLAN bieten vor allem Hotels, Cafés und Schnellrestaurants, daneben aber auch Einzelhändler oder die Berliner U-Bahn. Letztere will ab Juli 2016 Stück für Stück kostenloses WLAN einführen.

Meistens muss bei offenem WLAN zunächst einer Betriebsvereinbarung zugestimmt werden. Darin versichert man beispielsweise, keine illegalen Inhalte herunterzuladen. Einige Anbieter speichern auch diese Zustimmung, bei der Berliner BVG muss sie beispielsweise erst erneuert werden, wenn der Nutzer sieben Tage lang nicht online war.

Nicht jedes kostenlose WLAN ist aber auch offenes WLAN. Teilweise gehen Anbieter einen Mittelweg. Dann können Kunden beispielsweise an der Rezeption oder am Tresen kostenlos einen Benutzernamen und ein Passwort erhalten, mit dem sie sich dann einloggen. Teilweise hängen beide Informationen auch aus.

WLAN Anbieter Berliner U-Bahn
Stück für Stück soll in der Berliner U-Bahn kostenloses WLAN angeboten werden. Foto: Yukiko Matsuoka @ Flickr

Daneben gibt es aber auch kostenpflichtige Angebote. Wer mit diesem WLAN Anbieter online gehen will, muss dafür bezahlen. Vor allem die großen Anbieter Deutsche Telekom und Vodafone sind hier aktiv (siehe WLAN Anbieter im Vergleich).

Teilweise gibt es auch hier Mischformen. Wer beispielsweise mit dem ICE der Deutschen Bahn unterwegs ist, muss in der 2. Klasse einen Datenpass kaufen. Reisende in der 1. Klasse surfen dagegen kostenlos (siehe Deutsche Bahn AG). Das WLAN in Zügen und anderen Verkehrsmitteln unterscheidet sich übrigens in einem wichtigen Punkt vom WLAN in den meisten Wohnungen: Die Datenübertragung erfolgt natürlich nicht über das Festnetz, sondern über das Mobilfunknetz. Der Vorteil höherer Geschwindigkeit gilt hier also nur eingeschränkt. In Gegenden mit lückenhaftem oder langsamem Netz ist der Vorteil gegenüber dem direkten Zugriff auf das Mobilfunknetz deshalb gering. Züge waren, ganz nebenbei, auch der erste Einsatzort von Mobilfunktelefonen - und das bereits in den 1920er Jahren.

WLAN Anbieter im Vergleich

Die Deutsche Telekom und Vodafone bieten ein dichtes WLAN-Netz. Das hat den Vorteil, dass ein gekaufter Monatspass oft an verschiedenen Standorten genutzt werden kann. Wer beispielsweise im ICE einen Telekom-Zugang für einen Tag gekauft hat, kann den auch am Abend in der Fußgängerzone nutzen - wenn es dort einen Telekom Hotspot gibt.

Das sind die vier wichtigsten Anbieter in Deutschland:

  • Deutsche Telekom (Fon)
  • Vodafone
  • Hotsplots
  • Freifunk

Deutsche Telekom

Rund 300.000 Hotspots betreibt die Deutsche Telekom in Deutschland, unter anderem in Zügen, Bahnhöfen, Flughäfen und Fußgängerzonen. Außerdem ist das Unternehmen Teil des Fon-Netzwerks, in dem sich zahlreiche nationale WLAN Anbieter zusammengeschlossen haben. So haben Kunden Zugriff auf insgesamt 18 Millionen Hotspots weltweit.

Telekom-Hotspot

Für WLAN-Kunden bietet die Deutsche Telekom grundsätzlich zwei verschiedene Abrechnungsarten an. Üblich ist, das Kunden einen Zugang für einen bestimmten Zeitraum kaufen, wahlweise einen Tag, eine Woche oder einen Monat. Bezahlen lässt sich der Pass beispielsweise mit der Kreditkarte, ClickandBuy oder PayPal.

Daneben gibt es aber eine zweite Abrechnungsart, nämlich die nach Verbrauch. Voraussetzung ist allerdings, dass man Festnetz-Kunde der Telekom ist und den Magenta Zuhause Tarif nutzt. Dann lassen sich die Telekom-Hotspots ohne Voranmeldung und Grundgebühren nutzen. Kostenlos ist der Dienst HotSpot Basic aber nicht, abgerechnet wird vielmehr nach Minuten.

Vodafone

Als größtes WLAN-Netz Deutschlands beschreibt Vodafone sein Hotspot-Netz. Tatsächlich bietet das Unternehmen mit rund einer Millionen Standorten rund dreimal so viele wie Konkurrent Deutsche Telekom.

Die hohe Zahl erreicht das Unternehmen, indem es Privatkunden mit einbindet. Die sogenannten Homespots werden von Privatleuten zur Verfügung gestellt, die Kunden von Vodafone Kabel Deutschland sind. Dafür wird über den Router neben dem weiterhin geschlossenen Heimnetz ein zweites WLAN-Netz eingerichtet, für das Vodafone Kabel Deutschland auch zusätzliche Bandbreite zur Verfügung stellt.

Hotspot Anbieter Vodafone

Kunden können wahlweise eine monatlich kündbare Flatrate abonnieren oder einen zeitlich begrenzten Zugang für eine Stunde, einen Tag, eine Woche oder einen Monat kaufen.

Weil Hotspot-Kunden vor allem über das Kabelnetz surfen, profitieren sie auch von den dort möglichen hohen Geschwindigkeiten, die deutlich über denen eines regulären DSL-Anschlusses liegen.

Aufgrund der Anbindung an das Kabelnetz ist der Service allerdings vor allem dort verfügbar, wo auch ein Kabelnetz installiert ist. In drei Bundesländern gibt es deshalb keinen einzigen Hotspot. Außerdem liegt ein großer Teil davon in Wohngebieten.

Hotsplots

Ähnlich wie Vodafone Kabel Deutschland hat auch Hotsplots sein Netz in Zusammenarbeit mit Partner aufgebaut. Das Unternehmen hat sich nämlich auf die Abrechnung und Verwaltung von Hotspots spezialisiert.

Es bietet aktuell zwei Produkte, nämlich

  • Hotsplots Fun und
  • Hotsplots Biz.

Im ersten Fall können Privatleute beispielsweise ihren Nachbarn gegen ein Entgeld Zugang zum Internet bieten. Die zahlen dafür Geld an Hotsplots, das wiederum zu 80 Prozent an den eigentlichen WLAN Anbieter weitergeleitet wird.

hotsplots

Das Produkt Hotsplots Biz richtet sich dagegen vor allem an Unternehmen. Die können Geld verdienen, indem sie ihr WLAN-Netz Hotsplots-Nutzern zur Verfügung stellen, die dafür wiederum eine Gebühr bezahlen. Wie hoch die ist, hängt vom jeweiligen WLAN Anbieter ab.

Durch dieses System ist es leider unmöglich, allgemeine Preise für den Dienst anzugeben. Einige Unternehmen bieten den Zugang sogar kostenlos an.

Freifunk

Freifunk ist im Gegensatz zu den drei übrigen Anbietern eine gemeinnützige Organisation. Sie besteht aus rund 300 lokalen Initiativen, deren Mitglieder ihr WLAN kostenlos für andere Nutzer öffnen. In manchen Gegenden ersetzt Freifunk sogar den Mobilfunk komplett. Denn beliebt ist die Initiative nicht nur in den großen Städten, sondern auch in vielen Funklöchern.

Freifunk Winterberg
Freifunk besteht aus zahlreichen dezentralen Initiativen, die teilweise selbst bundesweit, oft aber auch lokal organisiert sind. Eine detaillierte Karte bietet beispielsweise der Freifunk Winterberg e.V. im westfälischen Sauerland.

Wie dicht das Netz ist, lässt sich schwer sagen, auch weil Freifunk stark dezentral aufgestellt ist. Die lokalen Initiativen sind teils eigenständige Vereine, teilweise auch Ortsgruppen von bundesweit agierenden Vereinen. Innerhalb einer Initiative kann es natürlich mehrere WLAN-Hotspots geben. Auffällig ist, dass neben ländlichen Gebieten ohne Mobilfunknetz vor allem Städte mit großen Universitäten ein dichtes Netz bieten, beispielsweise Aachen, Münster oder Göttingen.

WLAN und Mobilfunk clever kombiniert

Gründe für einen bestimmten WLAN Anbieter kann es viele geben. Wer häufig mit der Bahn fährt, für den kann ein HotSpot Pass der Telekom eine gute Wahl sein, auch wenn der relativ teuer ist.

Wer sich häufig im Umfeld eines Vodafone Homespots aufhält, für den kann ein Abo des Vodafone-WLAN billiger sein als ein Smartphone Tarif mit Internet Flat. Und wenn es in der Heimatstadt ein dichtes Freifunk-Netz oder anderes kostenloses WLAN gibt, dann ist das natürlich der schnellere und günstigere Weg ins Netz.

Hin und wieder kann ein Datentarif aber trotzdem wichtig sein. Denn nicht überall ist WLAN verfügbar. Für Nutzer, die nur selten online über das Mobilfunknetz online gehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

Fünf Nutzertypen, fünf Vorschläge

Es gibt durchaus Smartphone-Besitzer, die ausschließlich über WLAN ins Internet gehen oder E-Mails abfragen. Dann ist ein reiner Telefonietarif sinnvoll. Vor allem bei Prepaid-Tarifen gibt es eine große Auswahl. Wer auch wenig telefoniert und kaum SMS schreibt, für den bietet sich ein klassischer Prepaid-Tarif ohne Grundgebühr und Mindestumsatz an.

Screenshot EXPRESS mobil Bestellung SIM-Karten
EXPRESS mobil Bestellvorgang – Die Auswahl des SIM-Kartenformats

Das Angebot in diesem Segment ist groß. Besonders niedrig sind die Minutengebühren bei den Tarifen der Drillisch-Tochter GTCom, beispielsweise bei n-tv go! oder EXPRESSmobil.

Zum Anbieter

Manche Nutzer legen keinen Wert darauf, ständig aktuelle Nachrichten zu lesen, E-Mails oder Börsenkurse abzurufen, wollen aber über einen Massaging-Dienst wie WhatsApp, Line oder Threema ständig auf dem laufenden bleiben. Für diese Zielgruppe macht Congstar, eine Marke der Deutschen Telekom, ein besonders attraktives Angebot. Mit der Messaging-Option können Kunden ohne Zusatzkosten Textnachrichten über WhatsApp und Co versenden. Bilder und Audionachrichten können natürlich nicht verschickt werden.

Wer die Option nutzen will, muss noch nicht einmal einen festen Vertrag mit regelmäßigen Gebühren abschließen, auch Prepaid-Kunden, die Telefonminuten und SMS einzeln abrechnen, können die Option kostenlos buchen.

Wer hauptsächlich WLAN nutzt und deshalb zwar selten, aber doch regelmäßig einen Datentarif nutzt, für den ist ein Vertrag mit wenig Datenvolumen ideal. Beispielsweise ein Student, der sich unter der Woche vor allem in seinem Stadtviertel oder an der Uni aufhält und dort WLAN hat, am Wochenende aber unterwegs ist und dann übers Mobilfunknetz online geht.

congstar
Das Datenvolumen bei Congstar lässt sich nur 100 MB setzen - oder gar auf Null.

Bei Congstar gibt es die Möglichkeit, das Datenvolumen individuell einzustellen. Also beispielsweise viele Telefonminuten zu kaufen, aber nur wenig schnelles Internet, etwa 100 MB. Der große Vorteile: Alle Datentarife beinhalten eine Flat. Wer doch einmal mehr surft, dessen Geschwindigkeit wird zwar gedrosselt, er bleibt aber online.

Jetzt direkt zu Congstar

Allerdings ist diese Tarifvariante vor allem dann gut geeignet, wenn man regelmäßig ein ähnlich hohes Datenvolumen nutzt. Anders ist es, wenn der Verbrauch von Monat zu Monat stark schwankt. Beispielsweise, weil man am Heimatort kaum Datenvolumen benötigt, beim Jahresurlaub dann aber doch. Oder weil man in unregelmäßigen Abständen alte Schulfreunde besucht, die an Orten leben, die ohne Navigations-App nicht zu finden sind. Und die benötigt oft viele Daten.

Vodafone CallYa Tarifoptionen
Die CallYa Prepaid Tarifoptionen von Vodafone. Bei Talk und SMS lässt sich Datenvolumen individuell zubuchen, dass dann auch über den Monat hinaus genutzt werden kann.

In diese Fall ist der Talk&SMS Prepaid-Tarif von Vodafone ideal. Denn hier lässt sich ein bestimmte Datenvolumen kaufen, dass dann nach und nach verbraucht werden kann. Wer beispielsweise 250 MB erwirbt, muss die nicht innerhalb von 30 Tagen nutzen, sondern kann sich mehr Zeit lassen. Braucht die Navi-App doch nicht so viele Daten, um den Ort Lederhose in Thüringen zu finden, an dem der alte Schulfreund nun lebt, dann kann das Volumen auch später noch eingesetzt werden. Allerdings gibt es, anders als bei Congstar, auch keine Flat. Wurde das Datenvolumen verbraucht, ist Schluss.

Jetzt direkt zur Vodafone Callya Karte

Wer nicht gleich 250 MB kaufen will, für den gibt es auch Tarife, bei dem der Datenverbrauch je Einheit abgerechnet wird. Solche Angebote sind selten - und sie haben die Tücke, dass sich der Datenverbrauch schwer einschätzen lässt. Hat man 250 GB Daten gekauft, dann kommt irgendwann die Meldung, man habe sein Volumen aufgebraucht und müsse neues kaufen. Oder man erhält, wie bei der Congstar Flat, die Nachricht, man surfe jetzt mit reduzierter Geschwindigkeit. Bei Abrechnung je 10 KB Daten bemerkt man den hohen Verbrauch meist erst, wenn das Guthaben aufgebraucht ist.

Das passiert vor allem dann, wenn Angebote mit hohem Datenverbrauch genutzt werden, beispielsweise Videos gestreamt oder auch Navigationsapps verwendet werden. Wer dagegen nur E-Mails oder Nachrichten versendet, hin und wieder Fußballergebnisse oder Börsenkurse abruft und manchmal auf Spiegel Online oder faz.net kurze Artikel liest, für den kann ein solcher Tarif eine gute Alternative sein, denn böse Überraschungen drohen hier kaum.

Jetzt direkt zu n-tvgo

Weitere Anbieter gibt es in unserem Vergleich

Zum Prepaid Karten Vergleich

Fazit

icon_aktieEs muss nicht immer ein Datentarif sein. Auch über WLAN kann man online gehen - und das nicht nur zuhause. Besonders günstig und mit einer großen Zahl von Routern ausgestattet ist das Angebot von Vodafone Kabel Deutschland - allerdings nutzt das Unternehmen die Infrastruktur seiner Kunden. Deshalb stehen viele Router in Wohngebieten und haben nur eine kurze Reichweite. Auch die Deutsche Telekom bietet WLAN Hotspots, unter anderem in Zügen der Deutschen Bahn AG. Als Ergänzung ist ein Datentarif trotzdem oft sinnvoll. Vor allem Congstar macht hier gute Angebote.

615x101_Congstar

War der Artikel hilfreich?
0 x 0 x

Kommentar hinterlassen

Sicherheitsfrage:?

Mögliche Zeichen: 1000
Senden