MoneYou Einlagensicherung: Was passiert bei einer „Pleite“?

Moneyou FESTGELD

WEITEREMPFEHLUNGSRATE 57,1%

Würdest du das Moneyou FESTGELD weiterempfehlen?

Wie Gut bewertest du im Detail ...

  • Leistungen
  • Kundenservice
  • Verzinsung
50 50 50
JETZT BEWERTEN

57,1%
JA

  • Qomparo Ratgeber: festgeld

MoneyouBei MoneYou handelt es sich um einen reinen Direkt- bzw. Online-Anbietervon Tagesgeld- undFestgeldanlagen.Ausschließlich online und kostenfrei werden die Kontoeröffnung und die Kontoführung angeboten. Tagesgeld wird mit 1,05 Prozent p.a.verzinst, wobei die Guthabenverzinsung bei einer Festgeldanlagebis zu 1,25 Prozent im Jahr erreichen kann –das sogar bei einer Laufzeit von nur einem Jahr. Die Mindesteinlage fällt mit 500 Euro deutlich geringer aus als bei vielen anderen Anbietern. MoneYou hat seinen Stammsitz in Amsterdam, ist aber mit einer Zweigniederlassung auch in Deutschland vertreten. Diese befindet sich in Frankfurt am Main. Hinter der Marke MoneYou verbirgt sich die niederländische ABN AMRO Bank N.V., einer der führendsten Banken in den Niederlanden. Bereits seit dem Jahre 2011 werden die MoneYou Sparprodukte Tagesgeld und Festgeld auch in Deutschland angeboten. Was passiert aber, wenn MoneYou plötzlich nicht mehr zahlungsfähig ist? Gehen die Einlagen verloren oder werden sie an die Anleger zurückgezahlt? Diese und weitere Fragen rund um das Thema Einlagensicherheit möchten wir dir in diesem Ratgeber am BeispielMoneYou gern beantworten.

Jetzt zum Moneyou Erfahrungsbericht

Wichtiges auf einen Blick

  • MoneYou gehört zur niederländischen ABN AMRO Bank N.V.
  • MoneYou bietet in Deutschland Festgeld- und Tagesgeldanlagen an.
  • MoneYou unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung der Niederlande.
  • Die Einlagen ihrer Kunden sind bis zu einem Betrag von 100.000 Euro abgesichert.

Wie sichert MoneYou die Einlagen ihrer Sparer ab?

icon_SicherheitAufgrund dessen, dass MoneYou zu 100 Prozent zur ABN AMRO Bank N.V. gehört, die ihren Hauptsitz in den Niederlanden hat, unterliegt auch MoneYou der niederländischen gesetzlichenEinlagensicherung. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Spareinlagen deutscher Anleger im Falle einer Insolvenz verloren gehen. Denn seit dem 1. Januar 2011 gilt die gesetzlicheEinlagensicherungspflichtfür alle sich in Europa befindlichen Staaten. So ist das Kapital deutscher Sparer auch im europäischen Ausland abgesichert. Demnach sind die Einlagen jedes Kunden bis zueinem Gegenwert von 100.000 Euro geschützt. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Anleger mehrere Konten führt. Hierbei gilt für alle Konten gemeinsam ein garantierter Absicherungsbetrag von maximal 100.000 Euro. Besteht hingegen ein Gemeinschaftskonto, so beträgt der Entschädigungsanspruch für jede einzelne Person 100.000 Euro.

Über einen Betrag von 100.000 Euro sind die Einlagen der Kunden von MoneYou nicht abgesichert. Einem deutschen Einlagensicherungsfonds, der die Einlagen ab einer Summe von 100.000 Euro absichert, ist MoneYou bislang nicht beigetreten.

MoneYou_Einlagensicherung1
Anhand dieser Übersichtsgrafik erkennst du, dass deine Einlagen bei MoneYou bis 100.000,- Euro abgesichert sind

Direkt zu Moneyou

Interessant zu wissen

MoneYou als Marke der niederländischen ABN AMRO Bank N.V. und Anbieter von Sparanlagen ist nach der EU-Einlagensicherungsrichtlinie verpflichtet, die Einlagen all ihrer Kunden bis zu einem Betrag von 100.000 Euro zu 100 Prozent abzusichern. Auch wenn MoneYou in Deutschland operiert und ihre Produkte auch für deutsche Anleger anbietet, unterliegt sie dennoch der Einlagensicherung der Niederlande. Eine Mitgliedschaft in einem freiwilligen Einlagensicherungsfonds existiert nicht, so dass eine Einlagensicherung über 100.000 Euro nicht besteht.

Videos zu MoneYou

Was ändert sich mit der neuen EU-Einlagensicherungsrichtlinie?

icon_einstellungenIm Rahmen der Modifikation der EU-Einlagensicherungsrichtlinie, die am 2. Juli 2014 in Kraft getreten ist, haben sich einige Neuerungen ergeben, die bis zum 3. Juli 2015 in nationales Recht umzuwandeln sind. So sollen Einleger innerhalb der Europäischen Union besser geschützt und eine Harmonisierung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten herbeigeführt werden.

  • Die gesetzliche Absicherungssumme in einem Schadenfall beträgt für jedes EU-Land 100.000 Euro pro Anleger.
  • Jeder EU-Bank ist dazu verpflichtet, sich einer gesetzlichen Einlagensicherung in seinem Heimatland anzuschließen.
  • Für Anbieter besteht eine Informationspflicht über die gesetzliche Einlagensicherung. Das bedeutet, dass Kunden auf die entsprechende Einlagensicherung hingewiesen werden müssen, sei es auf der Website und/oder auf Kontoauszügen.
  • Für eine bessere Finanzierung in einem Schadenfall muss jedes EU-Land einen eigenen Einlagensicherungsfonds aufbauen. Generell sollen die nationalen Fonds mit 0,8 Prozent der national gesicherten Einlagen ausgestattet sein.
  • Die Entschädigungsfrist soll von derzeit 20 Tagen auf sieben Tage verkürzt werden.
  • Besonders schützenswerte Einlagen, die beispielsweise aus einem Immobilienverkauf stammen, sollen zukünftig mindestens drei, höchstes jedoch zwölf Monate nach Einzahlung auch über einen Betrag von 100.000 Euro abgesichert werden können.
  • Um Sprachschwierigkeiten und dadurch entstehende Nachteile für Anleger zu vermeiden, soll das Entschädigungsverfahren auch von dem jeweiligen Gastland durchführbar sein. Die finanziellen Mittel werden selbstverständlich durch die Entschädigungseinrichtung des Heimatlandes gestellt.

MoneYou_Einlagensicherung2
Die Einlagensicherung wird durch europäisches Recht in der EU mittlerweile einheitlich geregelt

Direkt zu Moneyou

Gut zu wissen

Im Juli 2014 sind die Regelungen zur Einlagensicherung durch eine neue EU-Einlagensicherungsrichtlinie, die zu einer weiteren Harmonisierung zwischen den EU-Mitgliedsstaaten beitragen soll, in Kraft getreten. Somit gilt nach wie vor eine gesetzliche Einlagensicherung für Anlagesummen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro in jedem EU-Land. So müssen sich Anleger, die Gelder im europäischen Ausland angelegt haben, nicht um diese bis zu dem Betrag von 100.000 Euro sorgen. Um Schwierigkeiten in der Verständigung zu vermeiden, erfährt auch das Entschädigungsverfahren eine Anpassung.

Wie verläuft das Entschädigungsverfahren bei einer „Pleite“?

icon_muenzenWie bereits im vorherigen Abschnitt erwähnt, hat auch der Ablauf des Entschädigungsverfahrens Neuerungen erfahren. Bislang galt, dass die entsprechenden Entschädigungseinrichtungen des Heimatlandes der Bank, auch das Entschädigungsverfahren durchzuführen haben. Das bedeutete aber auch, dass Kunden aus einem anderen EU-Landihre Forderungen bei der insolventen Bank auch selbst stellen mussten. Mitunter kann ein solches Vorgehen mit erheblichen Sprachbarrieren verbunden sein, was sich wiederum nachteilig auf die ausländischen Anleger auswirkenkönnte.

Aufgrund dessen wurde jetzt beschlossen, dass die Entschädigungseinrichtungen des Gastlandes einentsprechendes Entschädigungsverfahrendurchführen können. Wäre also MoneYou von einerInsolvenz bedroht und müsste schließen, so würde die EdB, die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken, das Verfahren formal durchführen und die Kommunikation mit den deutschen Anlegern übernehmen. Die gesetzliche Entschädigungseinrichtung der Niederlande wäre zuvor allerdings verpflichtet, die Entschädigungssummen für deutsche Betroffene zur Verfügung zu stellen.

  1. Mitteilung an die Anleger über den eingetretenen Insolvenzfall und die Schließung der Bank
  2. Aufforderung der Anleger, ihre Ansprüche auf Entschädigung bei der EdB anzumelden
  3. Weiterleitung der Forderungen an die gesetzliche Entschädigungseinrichtung der Niederlande
  4. Prüfung der Forderungen durch die niederländische Entschädigungseinrichtung
  5. Entschädigung der Anleger spätestens 20 Werktage nach Insolvenzeintritt bzw. Bekanntgabe (ab 2024 sieben Tage)
Interessant zu wissen

Nach der neuen EU-Einlagensicherungsrichtlinie müssen sich geschädigte Anleger nicht mehr selbst an die Entschädigungseinrichtung der Bank wenden, wenn diese im europäischen Ausland ihren Hauptsitz hat. Die Sicherungseinrichtung des Gastlandes übernimmt vielmehr nun das Entschädigungsverfahren. Das erspart Missverständnisse in der Kommunikation und mögliche Nachteile, die Anlegern hierdurch entstehen könnten. Die Entschädigungsbeträge sind selbstverständlich durch die Entschädigungseinrichtung des Heimatlandes zur Verfügung zu stellen.

Bilderquellen:
http://www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/dl_faq_einlagensicherung_schaubild.pdf?__blob=publicationFile&v=5
http://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Europa/Stabilisierung_des_Euroraums/Bankenunion/Einlagensicherung/einlagensicherung.html

Direkt zu Moneyou

Über den Autor: Tilman Weigel

Der Ökonom, Dozent und Wirtschaftsjournalist Tilman Weigel hat für Spiegel Online, manager-magazin.de und die Süddeutsche Zeitung gearbeitet und befasst sich vor allem mit Finanz- und Verbraucherthemen.

Autor: Tilman Weigel

Tilman Weigel befasst sich mit Finanz- und Verbraucherthemen und arbeitete bereits für Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung etc.

0% des artikels gelesen
Alle Vergleiche
>