Binäre Optionen Gewinne versteuern: Muss das wirklich sein?

Binäre Optionen Gewinne versteuern: Diese Rechte solltest du kennen!

  • Qomparo Ratgeber: finanzwetten
Binäre Optionen Gewinne versteuern: Diese Rechte solltest du kennen! INHALTSVERZEICHNIS
1.Werden durch die Broker Steuern abgeführt?
>
2.Was hat es mit der Wettsteuer auf sich?
>
3.Wie werden Binäre Optionen steuerrechtlich bewertet?
>

Top-3

Unser Tipp - Die besten Finanzwetten Angebote

Steuern sind grundsätzlich ein heikles Thema. Im Bereich der Binären Optionen ist es allerdings auch noch ziemlich undurchsichtig. Hier kommen verschiedene Fragestellungen auf. Muss man Binäre Optionen Gewinne versteuern? Gibt es eine Binäre Optionen Abgeltungssteuer? Und wie sieht es eigentlich mit der Wettsteuer bei Binären Optionen aus? Hier gibt es verschieden Meinungen und verschiedene Arten zum Umgang. Eine klare Aussage durch das Bundesfinanzministerium gibt es noch nicht. Mit viel gefährlichem Halbwissen wird in den Foren diskutiert. Auch wenn am Ende nur der Gang zum Steuerfachmann effektive Hilfe verspricht, soll hier mit ein paar Unklarheiten zum Thema Binäre Optionen und Finanzwetten aufgeräumt werden. Denn am Ende hat der Steuerzahler sonst das Nachsehen.

Hinweisbox Binaere Optionen

Die wichtigsten Fakten zum Thema „Binäre Optionen Gewinne versteuern“ im Überblick:

  • Für jede platzierte Wette fallen 5 Prozent Wettsteuer an
  • Gewinne aus Wetten zählen nicht als Kapitalertrag
  • Es wird keine Abgeltungssteuer für Gewinne aus Finanzwetten erhoben
  • Broker müssen die Erträge aus Wetten aus dem Gewinn heraus rechnen
  • Professionell Wettende können eventuell mit Einkommensteuer rechnen
  • Am besten Hilfe bei einem Steuerfachmann suchen

Direkt zum Finanzwetten Anbieter Vergleich

Werden durch die Broker Steuern abgeführt?

Während der Handel mit Binären Optionen relativ leicht nachzuvollziehen ist, ist die Versteuerung relativ undurchsichtig. Denn bei dem Thema „Binäre Optionen“ oder auch „Finanzwetten“ kommt es auf die Sichtweise und damit auf die Auslegung des Steuerrechts an. Aus Sicht der Broker handelt es sich bei Binären Optionen um ein Handelsinstrument. Man kann mit genügend Hintergrundwissen, ausreichend Erfahrung und technischen Hilfsmitteln präzise Prognosen treffen, die zu dauerhaften Gewinnen führen.

Dem halten Kritiker allerdings entgegen, dass sich die Kursentwicklung bei derart kurzen Laufzeiten, wie 30 Sekunden, 1 Minute oder 5 Minuten unmöglich zuverlässig vorhersagen lässt. So werden Binäre Optionen Strategien für Anfänger abgewunken und sogar als Augenwischerei verschrien. Für sie zählen Binäre Optionen ganz klar zu den Glücksspielen.

Egal ob man Gewinne aus dem Handel mit Binären Optionen nun als Kapitalertrag oder als Glücksspieleinnahmen ansieht, kann man für eine Versteuerung argumentieren, aber auch dagegen argumentieren. Geht man davon aus, dass der Handel mit Binären Optionen Chancen & Risiken mit sich bringt, wie es beim CFD-Handel der Fall ist, müsste die Abgeltungssteuer greifen.

Geht man davon aus, dass es sich beim Handel mit Binären Optionen um Glücksspiel handelt, dessen Erfolgschancen vom Wissens- und Erfahrungsschatz unabhängig sind, verhält es sich, wie beim Pokerspiel: Die Masse macht’s! Beschäftigt man sich nur ab und an mit Finanzwetten oder nutzt es lediglich zum Hedgen des Wertpapier- oder CFD-Handels, können die Einnahmen für den Fiskus irrelevant sein. Bestreitet man allerdings seine Haupteinnahmen mit den Gewinnen aus Finanzwetten, kann das Finanzamt sogar ein Anrecht auf Einkommenssteuer geltend machen. Bei Pokern steht das endgültige Urteil noch aus, doch es hat bereits mehrfach Anläufe gegeben diese zu versteuern.

Da die Frage, ob man Binäre Optionen Gewinne versteuern muss oder nicht, jedoch nicht eindeutig zu klären ist, führen die Broker auch keine Binäre Optionen Abgeltungssteuer ab. Wenn die Gewinne versteuert werden müssen, ist das Sache des Händlers oder des Wettenden. Er trägt die alleinige Verantwortung und muss gegebenenfalls seine Jahreseinnahmen um die Gewinne erhöhen.

Würde der Handel mit Binären Optionen dem CFD-Handel oder gar dem ETF-Handel gleichgestellt, könnten die Spieler auch Verluste steuerlich geltend machen. Von daher dürfte es noch einige Zeit dauern ehe es dazu eine feste Regelung gibt. Hier wäre dann auch die Frage, ob diese Regelung nur für Broker oder auch für Buchmacher gilt.

IQ Option Broker
IQ Option sieht sich als Broker und Spezialist für Binäre Optionen

 

Bei einem Broker wird ein wesentlich größerer Aufwand betrieben, um die Professionalität des Handels auch für Binäre Optionen zu gewährleisten. Selbst Spezialisten für Binäre Optionen, wie IQ Option stellen eine eigene Plattform mit zahlreichen technischen Zusatztools zur Verfügung. Diese werden mit Hilfe von Video Tutorials erklärt, wie die IQ Option Erfahrungen zeigen.

Finanzwetten

Buchmacher haben in der Regel weder eine eigene Plattform für das platzieren von Finanzwetten, geschweige denn ein Lernprogramm damit sich der Spieler umfassendes Hintergrundwissen aneignen kann. Der Buchmacher investiert seine Zeit eher in das Entwickeln neuer Wettoptionen. Außerdem müssen sich Buchmacher noch mit einem ganz anderem steuerrechtlichem Problem auseinandersetzen: Der Wettsteuer.

Durch den Broker werden für den Handel mit Binären Optionen keine Steuern abgeführt. Obwohl Binäre Optionen als Handelsinstrument deklariert werden, ist ihre Zuordnung und damit auch die Regelungen zur Abgeltungssteuer nicht eindeutig geklärt.

Was hat es mit der Wettsteuer auf sich?

Die Wettsteuer wurde in Deutschland im Jahr 2012 eingeführt. Betroffen ist jedwede Form an Wetten, die bei Buchmachern, Lotterien und Losbudenverkäufern gegen die Herausgabe eines Wettscheins platziert werden kann. Dadurch sind auch Finanzwetten von dieser Regelung betroffen. Als Wettschein werden sogar die Papierrollen mit den „Nieten“ auf einer Kirmes bezeichnet.

Wer muss die Steuer zahlen?

Betroffen sind alle in Deutschland ansässigen Spieler. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Online- oder Offline-Wettanbieter handelt. Ebenfalls unwichtig ist die Frage, ob der Wettanbieter in Deutschland ansässig ist. Für jede platzierte Wette muss eine Wettsteuer in Höhe von fünf Prozent entrichtet werden. Einzig, wenn ein Rennen oder der gesetzte Teilnehmer überraschend ausfällt, kann die bereits gezahlte Wettsteuer abgesetzt werden.

Im Bereich der Finanzwetten ist dies allerdings ein unvorstellbares Szenario, da sich die Assets nicht in einem Wettkampf befinden und sie auch nur im übertragenen Sinne schwächeln oder kränkeln. Nur die kurzfristige Absage eines geplanten Börsengangs kann diese Bedingungen erfüllen.

Die Wettsteuer ist in keinster Weise ein pendent zur Binäre Optionen Abgeltungssteuer. Sie bezieht sich nicht auf einen Gewinn, sondern muss für jeden platzierten Wetteinsatz gezahlt werden. Sie ist außerdem von dem Buchmacher direkt an das zuständige Finanzamt abzuführen. Daher bekommt der Wettende oft nichts davon mit. Da die Wettsteuer bei ihrer Einführung auf viel Kritik stieß und auf einige Spieler abschreckend wirkte, haben sich die Buchmacher einige Gegenmaßnahmen überlegt.

Wie geht der Buchmacher mit der Wettsteuer um?

Es gibt Wettanbieter, die die Steuer auf jede gesetzte Wette voll anwenden. Andere übernehmen die Kosten der Wettsteuer, sofern der Spieler einen Verlust erlitten hat und lassen nur die Finanzwetten Gewinne versteuern. Bei denjenigen, die alle Wettsteuern in vollem Umfang an ihre Kunden weitergeben, wird der Einsatz um die Wettsteuer verringert. Das bedeutet, der Spieler setzt einen Betrag von 10 Euro. Dafür müsste er normalerweise 50 Eurocent an Steuern also insgesamt 10,50 Euro bezahlen.

Um ihm aber nicht mehr in Rechnung zu stellen, als er eigentlich ausgeben möchte, werden die 10 Euro als Bruttobetrag angesehen. Es werden also 9,52 Euro als Wetteinsatz platziert und 48 Eurocent an das Finanzamt abgeführt. So zahlt der Spieler insgesamt nur 10 Euro und bei einer hohen Quote fällt die Differenz von 48 Eurocent nicht weiter auf. Natürlich gibt es auch Wettanbieter, die die Wettsteuer gesondert aufführen und zusätzlich in Rechnung stellen. Da man im Online-Geschäft ohnehin ein Wettkonto bei dem Buchmacher hat, wird der Betrag dann abgebucht.

Andere rühmen sich hingegen damit Wettanbieter ohne Wettsteuern zu sein. Dies ist natürlich nicht wortwörtlich zu nehmen. Natürlich führen auch sie die Wettsteuer ab. Im Gegensatz zur Konkurrenz übernehmen sie allerdings in vollem Umfang die Wettsteuer. So sind gezahlte 10 Euro auch platzierte 10 Euro ohne Zusatzkosten. Die Tipico Erfahrungen zeigen, dass auch dieser Broker auf das Erheben einer Wettsteuer verzichtet.

Tipico Wetten
Tipico zahlt die Wettsteuer aus eigener Tasche

Direkt zum Finanzwetten Anbieter Vergleich

Und wie sieht es nun mit den Brokern aus?

Hier kommen die unterschiedlichsten Regelungen, Forderungen, Abmachungen und Steuerrechtliche Paragraphen zusammen. Denn ein Broker mit unterschiedlichen Handelsinstrumenten muss sich mit einer Vielzahl von Bedingungen auseinandersetzen. So gelten CFD, ETF und Binäre Optionen als drei völlig unterschiedliche Anlagemöglichkeiten, die entsprechend unterschiedliche Bedingungen mit sich bringen.

Eine Wettsteuer wird von den Brokern nicht abgeführt. Sie sehen die Binären Optionen als Handelsinstrument an für die es keine Wettsteuer abzuführen gilt. Grundsätzlich empfiehlt es sich daher einen Fachmann hinzu zu ziehen. So können einige unangenehme Überraschungen vermieden werden. Ein Finanzwetten Vergleich anhand der Wettsteuer durchzuführen, ist allerdings nicht zwingend notwendig. Da gibt es entscheidendere Kriterien.

Buchmacher sind dazu verpflichtet für jede Platzierung eines in Deutschland ansässigen Spielers fünf Prozent an Wettsteuern abzuführen. Diese Wettsteuer wird von einigen Buchmachern komplett übernommen und von anderen in Teilen oder sogar ganz an den Kunden weitergegeben. Die Handhabe ist Sache des Buchmachers.

Wie werden Binäre Optionen steuerrechtlich bewertet?

Wie bereits aufgeführt, ist die Beantwortung der Frage nach Steuern auf Binären Optionen aus steuerrechtlicher Perspektive ein wenig schwierig. Es reicht nicht aus um generell Binäre Optionen Gewinne versteuern zu lassen. Eine Binäre Optionen Abgeltungssteuer wird derzeit noch nicht verlangt. Bei der Abgeltungssteuer handelt es sich um die Versteuerung von Kapitalerträgen aus bestimmten Anlageformen, wie Aktien oder Fonds.

Abgeltungssteuer – Rechenbeispiel und Freibeträge

Der deutsche Staat will generell, dass die Bürger ihr Vermögen investieren und eigene Ersparnisse aufbauen. Daher gibt es auch einen Sparerfreibetrag. Dieser beläuft sich auf 801 Euro für Alleinstehende und 1602 Euro für Ehepaare. Erst wenn der Vermögenszuwachs des angelegten Kapitals diesen Freibetrag überschreitet, kommt die Abgeltungssteuer zum Tragen. Allerdings auch nur für den Kapitalertrag, der den Sparerfreibetrag überschreitet. Dafür werden dann 25 Prozent Abgeltungssteuer, zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig.

Sollte es innerhalb eines Jahres also zu einem Vermögenszuwachs von 1.000 Euro bei einer alleinstehenden Person kommen, sind nur 199 Euro von der Abgeltungssteuer betroffen. Es müssten also

199 Euro x 0,25 = 49,75 Euro an Abgeltungssteuer

49,75 Euro x 0,055 = 2,74 Euro Solidaritätszuschlag

49,75 Euro x 0,09 = 3,98 Euro Kirchensteuer (falls nötig)

insgesamt 56,47 Euro an Steuern abgeführt werden, wodurch sich der Gewinn auf 943,53 Euro reduziert.

Ist man als Händler bei einem Broker angemeldet, bekommt man zum Jahresende einen Kontoauszug. Hier kann man genau einsehen, wie viel Kapital für welche Anlagemöglichkeiten investiert wurden und wie viel Gewinn am Ende dabei herum kam. Sofern man unter dem Freibetrag bleibt, ist es vollkommen irrelevant, da man dann ohnehin keine Finanzwetten Gewinne versteuern muss.

Liegt man jedoch nur knapp darüber kann man versuchen die Einnahmen aus den Finanzwetten aus dem Gesamtgewinn heraus zu rechnen. Hier kann man dann wiederum einen Steuerfachmann um Hilfe bitten. Sollte man bei einem ausländischen Broker ein Handelskonto besitzen, kann man unter Umständen auch noch die Quellsteuer geltend machen. Hier gibt es allerdings von Land zu Land andere Kooperationsvereinbarungen. Gerade, wenn man sich an bestimmten steuerrechtlichen Grenzbeträgen befindet, können derlei Berechnungen enorme Auswirkungen auf die Steuerlast haben.

Einkommensteuer – Wenn das Glücksspiel zum Beruf wird

Man kann sich allerdings auch ein Szenario vorstellen, bei dem der Handel mit Binären Optionen als Beruf angesehen wird. Dies ist dann möglich, wenn die Finanzwetten ein regelmäßiges Einkommen bieten von dem der Wettende oder Händler nachweislich seinen Lebensunterhalt bestreitet. Im Bereich des Pokers wird ein derartiger Fall tatsächlich vor dem Bundesfinanzgerichtshof diskutiert. Die Argumentation geht dahin, dass man für ein Pokerspiel nicht nur Glück, sondern vor allem ein hohes Maß an Wissen, Technik und Erfahrung benötigt. Eben alles, was auch einen Beruf ausmacht.

Genau diese Argumentation bringen aber auch viele Broker beim Handel mit Binären Optionen an. Sie sagen, dass man mit Wissen, Technik und Erfahrung auch im Bereich der Finanzwetten stetig Gewinne erzielen kann. Sollte dies der Fall sein, kann der Gewinn als Einkommen gewertet und entsprechend über die Steuererklärung versteuert werden. Die Einkommenssteuer beginnt mit einem Abzug von ungefähr 20 Prozent, wird dann aber schrittweise nach der Höhe des Jahreseinkommens angehoben. Bleibt abzuwarten, ob es eine Änderung der Steuerordnung geben wird.

Die Diskussion um die Zurechnung von Binären Optionen ist noch nicht endgültig geklärt. Sollte den Finanzwetten der Grundstatus als Glücksspiel aberkannt werden, kann es zu verschiedenen Steuerszenarien kommen. Möglich ist, dass eine Abgeltungssteuer auf den Gewinn als Kapitalertrag abgeführt werden muss. Für intensive Händler und Spieler könnte es dann allerdings auch zur Abführung der Einkommensteuer kommen.

Fazit: Keine gesetzliche Regelung für Broker und Buchhalter

Für das Platzieren von Wetten muss eine Wettsteuer in Höhe von 5 Prozent entrichtet werden. Diese wird von den Buchmachern für jeden deutschen Kunden direkt an das zuständige Finanzamt abgeführt. Doch für den Gewinn durch Finanzwetten gibt es keine einheitliche Regelung. So kann es durchaus passieren, dass der Fiskus aufmerksam wird, sobald der Gewinn durch Finanzwetten als Haupteinnahmequelle angesehen werden kann. Eine generelle Gesetzgebung nach der man Finanzwetten Gewinne versteuern muss, gibt es allerdings nicht. Auch wenn gerade von Seiten der Broker darauf hingewiesen wird, dass Binäre Optionen ein Handelsinstrument seien, wird dies derzeit noch durch das Finanzamt anders gesehen. Gewinne müssen nicht zwingend als Kapitalerträge geltend gemacht werden, weshalb sie von der Abgeltungssteuer befreit werden können. Allerdings muss man dafür auch klar zwischen Gewinnen aus CFD, Aktienhandel & Co. zu Gewinnen aus dem Handel mit Binären Optionen unterscheiden können.

Direkt zum Finanzwetten Anbieter Vergleich

Über den Autor: Christian Habeck

Christian Habeck handelt seit mehreren Jahren aktiv an der Börse. Hierbei bevorzugt er die technische Analyse. Darüber hinaus ist er Technik- und Sportbegeistert und betätigt sich leidenschaftlich gern als Autor.

Autor: Christian Habeck

Christian Habeck ist leiden- schaftlicher Autor & seit Jahren an der Börse aktiv, sein besonderes Interesse gilt der technische Analyse.

0% des artikels gelesen
Alle Vergleiche
>