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icon_LupeDie Bankenkrise wirkt immer noch nach und potentielle Anleger haben verständlicherweise Bedenken, ihr hart erspartes Vermögen den Banken anzuvertrauen. Sie wünschen sich hohe Erträge und erwarten vor allem maximale Sicherheit von ihrer Geldanlage. Denn was geschieht mit deinem Geld, wenn die Bank, der du deine Ersparnisse anvertraut hast, plötzlich – wie in der Vergangenheit geschehen – zahlungsunfähig wird? Existiert eine Haftung für eventuelle Ausfälle oder Verluste? Und wer kommt für Verluste auf, wenn die Bank selbst insolvent ist? Diese und andere Fragen zum Thema Einlagensicherung beantwortet dir Qomparo auf dieser Seite.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Gesetzliche Einlagensicherung und EU-Richtlinie schützen das Anlagevermögen von Privatanlegern bis zu einem Betrag von 100.000 Euro.
  • Viele Banken schützen das Kapital ihrer Anleger auch durch freiwillige Einlagensicherungsfonds zusätzlich und über Beträge der gesetzlichen Sicherung hinaus.
  • Freiwillige Einlagensicherungsfonds stärken das Vertrauen der Anleger und schützen sicher ihre Anlagen.
  • Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) kommt für entstandene Schäden durch insolvente Banken auf.

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Die gesetzliche Einlagensicherung schützt dein Vermögen

icon_paragraph§ 4 und § 5 des Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetzes (EAEG) regeln für Deutschland den Umfang des Entschädigungsanspruches sowie das Entschädigungsverfahren. Hiernach sind alle Banken in Deutschland gesetzlich dazu verpflichtet, das Vermögen seiner Anleger im Falle einer Insolvenz zu schützen. Einlagen von Privatpersonen auf Sparbüchern, Tages- oder Festgeldkonten, Guthaben auf Kreditkarten oder Girokonten fallen unter diesen Schutz – sogar 90 Prozent der Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften.

§ 4 EAEG

Tagesgeld Einlagensicherung Umfang Entschädigungsanspruch
Der Entschädigungsanspruch ist EU-Weit einheitlich geregelt

Tagesgeld Einlagensicherung

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Wichtig zu wissen

Seit dem 1. Januar 2011 gilt überall in der Europäischen Union die gesetzliche Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro. Da die Einlagensicherung für die gesamte EU besteht, ist es ebenfalls bis zu diesem Schutzbetrag bedenkenlos, ein Anlagekonto auch in einem Staat außerhalb Deutschlands zu führen. In Deutschland tritt die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) für insolvente privatrechtliche Finanzinstitute im Entschädigungsfall ein. Diese hat die Verbraucher bzw. Anleger im Insolvenzfalle einer Bank zu entschädigen. Der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH (EdÖ) tritt für Schaden- bzw. Verlustfälle öffentlich-rechtlicher Institute ein. Die in der EU zugelassenen Banken müssen sich per Gesetz einer Entschädigungseinrichtung auch anschließen.

Viele Geldinstitute sichern ihre Anleger allerdings auch mit darüber hinausgehenden freiwilligen Einlagensicherungen – den sog. Einlagensicherungsfonds – ab. Zum einen schützen diese Einlagensicherungsfonds Beträge auch über 100.000 Euro und sollen gleichzeitig das Vertrauen in Geldinstitute wieder aufbauen. Ein kleiner Auszug zeigt dir, wie und in welcher Höhe Banken ihre Anleger schützen:

Tagesgeldeinlagen sind also auch per EU-Richtlinie zu 100 Prozent und europaweit bis zu einem Betrag von 100.000 Euro abgesichert. Noch bis Ende 2010 waren Geldanlagen nur bis zu einem Betrag von 50.000 Euro geschützt.

Wichtig zu wissen

Guthaben auf Sparbüchern, Tages- oder Festgeldkonten, Kreditkarten oder Girokonten fallen unter den gesetzlichen Einlagensicherungsschutz bis zu einem Betrag von 100.000 Euro, sollte eine Bank Insolvenz anmelden. Diese Einlagensicherung gilt sogar europaweit. Darüber hinaus schützen Banken die Einlagen ihrer Kunden freiwillig über den Betrag von 100.000 Euro hinaus und haften noch bis zum Ende des Jahres mit 30 Prozent ihres Eigenkapitals. Danach soll die Absicherungsgrenze bis zum Jahr 2025 stufenweise auf 8,75 Prozent gesenkt werden.

Einlagensicherungsfonds – die freiwillige Einlagensicherung

icon_SicherheitWie vorstehende Übersicht bereits zeigt, haben sich viele Banken und Sparkassen freiwilligen Einlagensicherungsfonds angeschlossen. Diese bieten Schutz bei Anlagebeträgen von über 100.000 Euro. Die Höhe der Sicherung ist allerdings bei den diversen Banken unterschiedlich. Die Banken haben hier die Wahl, ob sie die einzelnen Einlagen zu 100 Prozent sichern oder mit 30 Prozent ihres Eigenkapitals haften, was einer Sicherung von 100 Prozent in der Regel entspricht.

Geschützt sind auch durch freiwillige Einlagensicherheitsfonds – wie auch bei der gesetzlichen Einlagensicherung – die sogenannten Sicht-, Termin- und Spareinlagen der Anleger zuzüglich der Zinsen. Hierzu gehören:

  • Girokonten
  • Tages- sowie Festgelder
  • Sparbücher und Sparbriefe
  • Festverzinsliche Wertpapiere
  • Bausparverträge etc.

Die freiwilligen Einlagensicherungsfonds stärken – über die gesetzlichen Vorgaben hinaus – das Vertrauen der Anleger hinsichtlich der Sicherheit ihres angelegten Vermögens. Organisationen, denen sich Banken zur freiwilligen Einlagensicherung anschließen können, sind in Deutschland folgende:

  • Einlagensicherungsfond des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB)
  • Bundesverband öffentlicher Banken (VöB)
  • Haftungsverbund der Sparkassen
  • Sicherungseinrichtung der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken

Die ING-DiBa hat sich beispielsweise zusätzlich – neben der gesetzlichen Einlagensicherung – dem Bundesverband deutscher Banken angeschlossen. Der Einlagenschutz richtet sich bei dieser nach dem Eigenkapital der Bank. Die ING-DiBa verfügt aktuell über ein Eigenkapital in Höhe von 1,56 Milliarden Euro. Das bedeutet auch, dass nachfolgende Einlagenprodukte eines jeden Kunden der ING-DiBa bis zu 1,56 Milliarden Euro auch geschützt sind:

  • Extra-Konto
  • Festgeld
  • Girokonto
  • Sparbrief
  • VL-Sparen
  • Zinswachstum

Nach Ankündigung des Bundesverbandes deutscher Banken soll die freiwillige Einlagensicherung von 30 Prozent stufenweise auf letztlich 8,75 Prozent des Eigenkapitals der jeweiligen Bank im Jahr 2025 gesenkt werden. Ein Eigenkapital von mindestens fünf Millionen Euro muss eine Bank dann für eine Mitgliedschaft im Bundesverband aufweisen. Ab dem 1. Januar 2015 sinkt die Absicherungsgrenze bereits auf 20 Prozent.

Hinweis

Freiwillige Einlagensicherungsfonds schützen das Vermögen von Privatanlegern über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus. Das bedeutet, dass hierdurch auch Vermögen mit einem Wert von über 100.000 Euro gesichert werden, sollte die jeweilige Bank zahlungsunfähig werden. Nach der Bankenkrise sind Geldinstitute bemüht, das Vertrauen in ihre Anleger zurückzugewinnen. Banken haften pro Kunde häufig mit einem festgesetzten Prozentsatz ihres Eigenkapitals.

Wie verläuft ein Entschädigungsverfahren?

icon_PuzzleSollte eine Bank insolvent werden, so wird diese im Regelfall auch für den Kundenverkehr geschlossen. Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) informiert alle Kunden der entsprechenden Bank über die eingetretene Situation. Nachdem die EdB alle Kunden namentlich erfasst und deren Forderungen ermittelt hat, erhalten die Anleger ein Schreiben der EdB zur Anmeldung ihrer jeweiligen Ansprüche auf Entschädigung.

Angemeldete und tatsächliche bestehende Forderungen der Anleger sind binnen einer Frist von 20 Arbeitstagen nach Feststellung des Entschädigungsfalles auch zu erfüllen. Das bedeutet, dass die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken den angemeldeten Anspruch auch innerhalb dieser Frist auszugleichen hat. Für Forderungen, die erst zwei Wochen nach dem Eintreten des Entschädigungsfalles angemeldet werden, beträgt die Frist zur Begleichung der Schuld 20 Arbeitstage ab Eingang der Forderungsanmeldung. Eine Fristverlängerung kann bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) beantragt werden. Für Verbindlichkeiten aus Wertpapiergeschäften gilt eine Frist zum Ausgleich der Forderung von 30 Arbeitstagen.

Anleger sollten ihre Ansprüche gegen die insolvente Bank spätestens innerhalb eines Jahres nach der Mitteilung über den Entschädigungsfall durch die EdB bei dieser anmelden. Denn nach Ablauf dieser Frist verlieren die Ansprüche auf Entschädigung ihre Gültigkeit. Sind die Entschädigungsbeträge an die ehemaligen Anleger gezahlt, gehen die Ansprüche gegenüber der insolventen Bank auf die EdB über. Die nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung oder die freiwilligen Einlagensicherungsfonds gesicherten Forderungen bzw. Ansprüche können ausschließlich im Rahmen des Insolvenzverfahrens beim Insolvenzverwalter angemeldet werden.

Hinweis

Tritt die Zahlungsunfähigkeit einer Bank ein, führt in Deutschland die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) das Entschädigungsverfahren für privatrechtliche Finanzinstitute durch. Für öffentlich-rechtliche Institute ist der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands GmbH (EdÖ) zuständig. Geschädigte Anleger werden nach der Anmeldung ihrer Forderungen innerhalb einer zeitnahen Frist in der Höhe ihres Verlustes entschädigt. Die in der EU zugelassenen Banken sind dazu verpflichtet, in eine entsprechende Entschädigungseinrichtung in ihrem Land als Mitglied einzutreten.

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Bilderquellen:
https://www.jurion.de/Gesetze/EAEG/4
http://www.youtube.com/watch?v=S1EFOQX_oME&list=PLC87F9275905D513F

Über den Autor: Tilman Weigel

Der Ökonom, Dozent und Wirtschaftsjournalist Tilman Weigel hat für Spiegel Online, manager-magazin.de und die Süddeutsche Zeitung gearbeitet und befasst sich vor allem mit Finanz- und Verbraucherthemen.

Autor: Tilman Weigel

Tilman Weigel befasst sich mit Finanz- und Verbraucherthemen und arbeitete bereits für Spiegel Online, Süddeutsche Zeitung etc.

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