DEGIRO App für Android: Darum empfiehlt sich die Nutzung der mobilen Webseite für iOS, Windows Phone & Co.

DEGIRO App für Android: Darum empfiehlt sich die Nutzung der mobilen Webseite für iOS, Windows Phone & Co. INHALTSVERZEICHNIS
1.Der erste Eindruck der DeGiro App
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2.Was muss eine gute Broker App bieten?
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3.DeGiro App im Test
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4.Was ist die DeGiro Web App?
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5.Fazit zur Degiro App
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Wer die Bewertungen zur DeGiro App liest, findet dort fast durchgehend sehr schlechte Noten. Das spricht zwar gegen die App, aber nicht unbedingt gegen den Broker, denn es gibt eine Alternative.

Inhalt

  • Der erste Eindruck
  • Was muss eine gute App bieten?
  • Die Bewertung der Nutzer
  • Haben die Kritiker recht?
  • Mobile Website als Alternative
  • Unabhängige Börsen Apps

Der erste Eindruck der DeGiro App

Der Name DeGiro App ist zunächst etwas missverständlich. Das De steht nicht für Deutschland, vielmehr hat das Unternehmen seinen Sitz in den Niederlanden. Und mit einem Girokonto hat das Ganze auch nichts zu tun, vielmehr handelt es sich um die App eines Brokers, der den Namen DeGiro trägt.

Der Broker DeGiro

DeGiro ist der Name eines relativ jungen Brokers, der 2008 als Dienstleister für professionelle Anleger gegründet wurde. Seit 2013 können auch Privatanleger Kunden werden - und das zu sensationell niedrigen Preisen.

Die kann das Unternehmen auch deshalb gewähren, weil es das Prinzip des Discountbrokers noch weiter führt als Konkurrenten wie Flatex. Natürlich gibt es bei DeGiro keine Anlageberatung. Daneben ist aber auch eine Reihe von Dienstleistungen kostenpflichtig, die ansonsten selbst bei Discountbrokern umsonst sind. Wer beispielsweise an einer Hauptversammlung teilnehmen will und dafür Karten bestellt, muss eine stattliche Gebühr bezahlen.

Außerdem verfügt das Unternehmen über keine Banklizenz. Stattdessen werden die Einlagen der Kunden in einen Geldmarktfonds eingezahlt. So umgeht der Broker die strengen Auflagen der Bankenregulierer, die immer höhere Verwaltungskosten zur Folge haben.

Mit dieser Strategie hat es das Unternehmen in den Niederlanden in kürzester Zeit geschafft, rund 25 Prozent des Handelsvolumens auf sich zu vereinen. Das bedeutet keineswegs, dass jeder vierte niederländische Aktienanleger Kunde der Bank ist. Auch liegt nicht jedes vierte niederländische Wertpapiere in einem Depot von DeGiro. Wohl aber zieht das Unternehmen viele Trader an, die Wertpapiere schnell kaufen und wieder verkaufen. Wer ein Depot mit 10.000,- Euro jeden Tag verkauft und wieder neu kauft, der erzielt natürlich einen vielfach höhren Umsatz als ein Anlegers, der seine Wertpapiere mehrere Jahr hält.

Bei ETF- und Aktiensparplänen, die bei langfristigen Anlegern sehr beliebt sind, ist DeGiro schlecht aufgestellt. Dafür liegen die Orderkosten teilweise deutlich unter dem Niveau der großen Broker wie Consorsbank und Comdirect.

Die DeGiro App gibt es als Anwendung zum Download aktuell nur für das Betriebssystem Android. Wer bei iTunes danach sucht, landet statt bei der Börsen App bei der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie, die sich DEGRO abkürzt.

Auch auf der Website von DeGiro finden sich keine Links zum Download einer App, sondern nur eine sogenannte Web App. Das ist einfach eine für Mobilgeräte optimierte Website, die mit dem Browser des Smartphones aufgerufen wird.

Was muss eine gute Broker App bieten?

Bevor wir die DeGiro App bewerten können müssen wir uns erst fragen, was wir überhaupt von einer Broker App erwarten. Wichtig sind mit Sicherheit diese Funktionen.

  • Aktuelle Kurse
  • Charts
  • Hintergrundinformationen zum Wert
  • Aktuelle Nachrichten
  • Depotübersicht
  • Oderaufgabe und -überwachung

Hinzu kommen noch andere Anforderungen, die sich meist nicht auf den ersten Blick zeigen, sondern erst wenn die App längere Zeit genutzt wurde - oder die gar nur von Experten bewertet werden können:

  • Sicherheit
  • Stabilität
  • Geschwindigkeit

Wie sieht es mit diesen Kriterien bei der DeGiro App aus? Wir gehen sie Punkt für Punkt durch.

DeGiro App im Test

Über die DeGiro App sollen Kunden Wertpapiere handeln und ihr Depot sowie die Märkte überwachen können. Bietet die DeGiro App das auch?

Betrachten wir zunächst das offensichtliche, nämlich den Aufbau und die Konstruktion der App.

Aktuelle Kurse und Charts

Aktuelle Kurse lassen sich mit der App problemlos abrufen. Allerdings fehlen Charts. Für die meisten Smartphone-Besitzer dürfte das nur ein kleines Minus sein, denn auf den Bildschirmen der Mobiltelefone macht die Chartanalyse ohnehin wenig Spaß.

Allerdings wenden sich die Apps ja auch an Tablet PC Nutzer. Und die sind oft groß genug, dass sie sich für eine Chartanalyse nutzen lassen. Nicht aber bei der DeGiro App, denn Charts fehlen hier leider.

Hintergrundinformationen

Zielgruppe von DeGiro sind kurzfristig anlegende Händler, die Daytrader. Sie treffen Kauf- und Verkaufsentscheidungen oft auf Basis der Technischen Analyse. Dazu gehört nicht nur die Chartanalyse, sondern auch eine ganze Reihe von technischen Indikatoren wie die relative Stärke oder der auf exponentiell gleitenden Durchschnitten basierende MACD.

Aber nicht immer lassen sich Investoren so einfach in kurz- und langfristig agierende Anleger teilen. Mancher Händler verfolgt mit einem Teil seines Geldes eine kurzfristige Trendfolgestrategie und betreibt mit einem anderen Value Investing. Deshalb sind auch fundamentale Daten wichtig.

Hintergrund: Fundamentalanalyse und Technische Analyse

Grundsätzlich lassen sich zwei große Analyseformen unterscheiden, nämlich

  1. die Technische Analyse und
  2. die Fundamentalanalyse.

Bei der Technischen Analyse werden Kursverläufe und -daten ausgewertet, um aus der Entwicklung in der Vergangenheit Prognosen für die Zukunft abzuleiten. Wichtigster Teil der Technischen Analyse ist die Chartanalyse. Dabei werden Charts, Abbildungen der Kursverläufe, im Hinblick auf auffällige Punkten und Trends untersucht. Beispielsweise kann es sogenannte Widerstandslinie geben, also Geraden, die bisher nicht nach oben durchbrochen werden konnten. Das Gegenstück dazu sind Unterstützungslinien, also Geraden, die nicht nach unten durchbrochen wurden.

Eine bekannte Chartformation ist auch die Schulter-Kopf-Schulter-Formation. Sie besteht aus drei Spitzen, wobei die mittlere die höchste ist. Das bedeutet, dass der Kurs zunächst angestiegen ist um dann kurzzeitig zurückzugehen. Dann steigt der Kurs wieder und übertrifft sogar den vorherigen Höchstkurs. Schließlich fällt der Kurs erneut um dann ein drittes Mal anzusteigen. Diesmal fehlt dem Aufwärtstrend aber die Kraft, einen neuen Höchstkurs zu erreichen, die dritte Spitze liegt niedriger als die zweite. Ein Hinweis auf eine Trendwende.

Aber nicht nur die Charts geben Hinweise, sondern auch sogenannte Technische Indikatoren. Das sind Kennzahlen, die auf Basis der zurückliegenden Kursentwicklung berechnet wurden. Ein bekannter Indikator ist die Relative Stärke (Relative Strength). Dabei wird die relative Veränderung des Kurses ins Verhältnis zur relativen Veränderung eines Index gesetzt.

Eine bekannte Strategie auf Basis der Technischen Analyse ist die Trendfolgestrategie. Sie geht davon aus, dass Trends sich nicht kurzfristig ändern, sondern einige Zeit bestand haben. Aktien, die in der Vergangenheit stark gestiegen sind, werden demnach meist auch weiter einige Zeit steigen.

Dagegen sucht die Fundamentalanalyse nach Informationen über den inneren Wert einer Firma und ihre Zukunftsaussichten. Denn schließlich sind Aktien kein Glücksspiel, sondern Anteilsscheine an einem Unternehmen. Geht es diesem schlecht, kann auch die Aktie nicht steigen.

Bei der Fundamentaldatenanalyse werden deshalb Faktoren wie die Dividendenhöhe, der Gewinn, die Umsatzentwicklung oder das frei verfügbare Kapital (Cash Flow) betrachtet. Auch volkswirtschaftliche Faktoren können bei der Analyse eine Rolle spielen.

Die Fundamentaldatenanalyse spielt beispielsweise beim Value Investing eine große Rolle. Dabei werden Unternehmen gesucht, deren Aktienkurs nicht die tatsächliche Ertragskraft widerspiegelt. Also beispielsweise eine Firma, die ihre Kosten reduziert und ihre Gewinne erhöht hat, ohne dass sich das bisher in steigenden Aktienkursen niedergeschlagen hätte.

Im Gegensatz zur Trendfolgestrategie ist das Value Investing eher langfristig ausgerichtet. Denn bis sich wirtschaftliche Stärker auch in einem steigenden Aktienkurs niederschlägt, kann es einige Zeit dauern.

Grundsätzlich nutzen kurzfristige Strategien häufiger die Technische Analyse, langfristige die Fundamentalanalyse. Eine von wenigen kurzfristigen Vorgehensweisen, die auf fundamentalen Überlegungen basiert, ist das Newstrading. Dabei wird auf Basis von aktuellen Nachrichten ge- oder verkauft. Zinserhöhungen der Zentralbanken führen beispielsweise meist zu fallenden Kursen, weil höhere Zinsen dazu führen, dass Anleger ihr Geld von Aktien in festverzinsliche Wertpapiere umschichten.

Für die Fundamentalanalyse benötigen Anleger Daten zur Dividendenrendite, zum Cash Flow und zum Kurs-Gewinn-Verhältnis. Hier bietet die DeGiro App leider wenig.

Aktuelle Nachrichten

Ein Nachrichtenticker ist keineswegs die wichtigste Funktion einer Börsenapp. Schließlich gibt es dafür eine Reihe anderer Quellen. Es ist aber eine interessante Zusatzfunktion, vor allem wenn die Meldungen dort gut ausgewählt und auf den Bedarf eines Trades zugeschnitten sind. Meldungen über Gewaltverbrechen, Sportereignisse oder Umweltpolitik sind dagegen oft nur von untergeordnetem Interesse.

Arbeitslosenzahlen als Teil des Newstrading
Die Arbeitslosenzahlen spielen in Deutschland für die Börse nicht die gleiche Rolle wie in den USA. Das liegt auch daran, dass die US-Notenbank auch die Förderung der Beschäftigung zum Ziel hat, die EZB dagegen ausschließlich die Preisstabilität. Foto: Pressefoto der Bundesagentur für Arbeit

Natürlich hängt die Börse mit fast allen Teilbereichen unseres Lebens zusammen, das macht das Trading ja so spannend. Neue Umweltauflagen können den Kurs des einen Unternehmens fallen und eines anderen steigen lassen. Und wenn Adidas, wie bei der Fußball-WM 2014, beide Teilnehmer des Finales ausrüstet, dann kann das auch den Aktienkurs des Unternehmens beflügeln.

Trotzdem filtert eine gute Börsen-App vor. DeGiro dagegen verzichtet ganz auf einen Nachrichtenticker.

Depotübersicht

Unverzichtbar ist natürlich eine Übersicht über das Depot. Das ist bei jeder App eines Brokers wahrscheinlich die wichtigste Funktion. Denn auch wer nicht von unterwegs tradet, der will doch zumindest hin und wieder einen Blick auf seine Wertpapiere werfen um ihre Entwicklung zu verfolgen.

Natürlich bietet auch die DeGiro App eine solche Funktion. Angezeigt werden der Wert des Portfolios sowie dessen Entwicklung, einmal prozentual und einmal absolut in Euro. Genauere Informationen, etwa zum Kaufzeitpunkt, fehlen allerdings. Für den täglichen Bedarf ist die Funktion aber ausreichend.

Orderfunktionen

Daneben bietet die App auch die Möglichkeit, direkt über das Smartphone Aktien zu kaufen oder zu verkaufen. Dabei lässt sich auch ein Limit setzen und ein Gültigkeitszeitraum festlegen. Orderzusätze wie "Kill or fill" fehlen aber. Offene Aufträge lassen sich in einem weiteren Segment überwachen.

Sicherheit und Technik

Bei der Übertragung der Aufträge verwendet die DeGiro App die üblichen Sicherheitsverfahren. Passwörter lassen sich nicht speichern um zu verhindern, dass Diebe direkt auf das Konto zugreifen können, falls ihnen das Smartphone in die Hände fällt.

Das sagen die Nutzer zur DeGiro App

Wer in den einschlägigen Foren nachliest, der liest viele negative Bewertungen. Der Grundtenor ist: Die App ist relativ rudimentär und bietet wenig Extras. Das entspricht auch unseren Erfahrungen. Bei Google Play, dem größten App Store für Android, bekommt die Anwendung (Stand Mitte 2016) gerade einmal zwei von fünf möglichen Sternen, das ist tatsächlich eine denkbar schlechte Bewertung.

Betriebssysteme Marktanteile
Android dominiert den Markt für mobile Betriebssysteme. Quelle: Statista.de

Nicht jede Kritik können wir teilen. Dass sich das Kennwort nicht speichern lässt, wie mehrfach bemängelt, dient der Sicherheit und ist bei einer Broker App durchaus sinnvoll.

Was ist die DeGiro Web App?

Auf der Internetseite von DeGiro wird die App nicht verlinkt. Stattdessen findet man dort eine sogenannte Web App. Was ist das?

Genau genommen ist die Web App keine App, sondern einfach nur ein Link zu einer für Mobilgeräte optimierten Internetseite. Das hat gegenüber einer "echten" Anwendung ein paar Nachteile. Beispielsweise lassen sich weniger Einstellungen speichern und weniger Informationen auf dem Smartphone ablegen, was die Ladezeiten verkürzen würde.

Dafür lässt sich die mobile Internetseite mit jedem Betriebssystem aufrufen, sofern ein handelsüblicher Browser installiert wurde. Auch Nutzer von iOS, Windows Phone und Blackberry OS können die Web App also nutzen, ja sogar unter "exotischeren" Systemen wie Ubuntu Touch funktioniert sie.

Wer die App ausprobieren will, kann das sogar vom PC aus tun, er muss nur die Adresse https://m.degiro.nl eingeben. Und natürlich benötigt er ein Depot um sich anzumelden.

Die meisten Kritikpunkte an der De Giro App für Android treffen aber auch auf die mobile Website zu. Sie ist kein Ersatz für eine gute Börsen App.

Die beste Börsen App

Wer die niedrigen Gebühren von DeGiro nutzen, gleichzeitig aber auch unterwegs gut informiert sein will, kann sich als Alternative die Anwendung eines unabhängigen Anbieters herunterladen.

Welches die beste Börsen App ist, ist umstritten. Ein paar Kandidaten dafür gibt es aber. Ein gutes Informationsangebot bietet beispielsweise OnVista. Allerdings könnten die Nachrichten etwas besser ausgewählt und stärker auf das Thema Börse zugeschnitten sein.

Sehr übersichtlich ist die App von Finanzen.net. Außerdem bietet kaum ein Anbieter seine Anwendung für so viele Betriebssysteme, neben Android und iOS auch für Windows Phone und Blackberry OS.

Finanzen100 besticht dagegen vor allem durch sein gutes Angebot an Hintergrundinformationen. Durch seine Zugehörigkeit zur Burda Gruppe kann die Seite mit zahlreichen Artikel und Analysen anderer Teile des Medienunternehmens aufwarten und besitzt außerdem eine eigene Redaktion.

Fazit zur Degiro App

Die DeGiro App ist nicht der große Wurf, sondern eine relativ einfache Anwendung zum Ordern von Wertpapieren. Die Android App wird auf der DeGiro Seite mittlerweile gar nicht mehr beworben. Stattdessen werden Kunden auf die sogenannte DeGiro Web App verwiesen. Das ist einfach nur eine für Mobilgeräte optimierte Version der Internetseite. Das muss kein Nachteil sein, allerdings ist auch diese recht spartanisch eingerichtet. DeGiro ist eben ein Discount-Broker mit wenig Service, dafür aber niedrigen Preisen. Wer regelmäßig handelt, für den kann es sich deshalb durchaus lohnen, sich für die Analyse und Informationsbeschaffung eine App von OnVista, Finanzen.net oder einem anderen Anbieter zu installieren und über die DeGiro App nur die Käufe und Verkäufe auszuführen.

Jetzt direkt zu Degiro

 

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