Depotumzug – Aktiendepot in 3 Schritten umziehen

Jedes Jahr im Januar erhalten viele Anleger den Depotjahresauszug von ihrer Bank oder Sparkasse. Grund zum Ärgern bieten nicht selten abhängig vom Depotgegenwert berechnete Depotgebühren. Direktbanken und Online-Broker ermöglichen dir die Depotverwaltung zu günstigeren Konditionen. Es ist an der Zeit für einen Depotumzug.

Alle 3 Schritte auf einen Blick

  • Depotumzug vorbereiten – informieren und analysieren
  • Online-Vergleich der Aktiendepot-Anbieter
  • Depot online eröffnen – Depotumzug in Auftrag geben
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Aktiendepot umziehen – Vorbereitung

Als Aktienbesitzer sparst du Geld und verbesserst deinen Gewinn, wenn du Depot- und Orderkosten optimieren kannst. Ungünstige Gebühren wirken sich besonders bei kleinen Depotvermögen negativ auf die Rendite aus. Im gegenteiligen Fall kannst du deinen Gewinn um einige Euro erhöhen.

Angenommen deine Bank A erhebt für ein Aktiendepot im Wert von 10.000 Euro eine Jahresgebühr von 30 Euro, je Order verlangt sie im Durchschnitt 12 Euro. Die Kosten bei zehn Aktienkäufen im Jahr machen rund 150 Euro. Das sind 1,5 Prozent der Depoteinlage. Im Vergleich dazu führt eine Direktbank B das Depot kostenlos. Jede Order kostet nur 10 Euro. Dein Vorteil hierbei: Die Kostenquote beträgt nur noch ein Prozent. Deine Rendite erhöht sich bei gleicher Wertentwicklung um 0,5 Prozent.

Online-Vergleich –  günstige Aktiendepot-Anbieter finden

Wenn du deine Entscheidung für einen Depotumzug getroffen hast, vergleiche vor der Festlegung auf einen Anbieter mehrere Online-Broker miteinander. Mitunter offerieren sie spezielle Angebote, bei denen sie Wechselprämienin Aussicht stellen. Als Neukunde kannst du unter Umständen von einer zeitweiligen Gebührenermäßigung oder guten Zinsen für dein Anlagekonto profitieren.

Bei vielen Direktbanken und Online-Brokern kannst du dein Aktiendepot gebührenfrei führen. Einige Banken werben zwar mit dem kostenlosen Depot, knüpfen das allerdings an Bedingungen. Du musst dann regelmäßig Wertpapiere kaufen, das Girokonto deiner Depotbank nutzen oder dein Depotbestand muss sich in einer bestimmten Höhe bewegen. Im Vergleich mit den Filialbanken, deren Depotgebühren bis zu einem Prozent vom Depotwert betragen, sind die Jahresbeträge einiger Broker (10 bis 30 Euro) immer noch günstig.

Im Gegensatz zu Depotkosten fallen Transaktionskosten bei jedem Depot an. Die Gebühren werden auf der Grundlage der Orderhöhe berechnet. Dazu werden sie mit einem bestimmten Prozentsatz multipliziert. Häufig sind es 0,25 Prozent vom Kurswert.

Eine 1.000-Euro-Order würde demnach 2,50 Euro kosten. In der Praxis kommt eine derart geringe Gebühr nicht vor. Denn es werden Mindestgebühren erhoben. Die betragen zwischen 5 und 10 Euro. Weitere Gebühren können entstehen, wenn du bestimmte Börsenplätze bevorzugst oder wenn du die Order nicht via Internet erteilst.

Wie günstig ein Broker ist, erfährt man nicht allein beim Blick auf die Hauptseite. Genaue Auskunft erhalt man im Preis- und Leistungsverzeichnis im Privatkundengeschäft des Brokers. Eine einfache Gebührenstruktur sorgt dafür, dass du deine Depotkosten stets im Überblick hast.

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Neues Aktiendepot eröffnen – Kosten beim Depotumzug

Grundsätzlich kostet das Umziehen eines Aktiendepots von einer Bank zur anderen nichts. Der Bundesgerichtshof hat bereits 2004 entschieden, dass die Gebührenerhebung nicht zulässig ist. Die Bank kommt mit der Herausgabe der im Kundenauftrag verwahrten Wertpapiere lediglich ihrer gesetzlichen Pflicht nach. Die Verwaltungskosten fallen aufgrund reiner Umbuchungen sehr gering aus. Unter Umständen sind anfallende fremde Spesen von dir zu übernehmen. Auch einige sehr spezielle Leistungen wie Auslieferung effektiver Wertpapiere oder die Einstandskurskorrektur nach Wertpapierübertrag kosten extra. In letzterem Fall würde dein neuer Anbieter eine Gebühr verlangen. Wie hoch eine Gebühr ausfällt, kannst du im entsprechenden Preis- und Leistungsverzeichnis nachlesen oder durch eine Direktanfrage bei der Depotbank erfahren.

Einige Direktbanken und Broker bieten dir als Neukunden an, den Depotumzug komplett zu übernehmen. Dieser Service schließt den Verkauf der Bruchstücke aus Fondsanlagen ein. Auch die Löschung deines ehemaligen Aktiendepots wird erledigt. Bei Banken ohne Umzugsservice musst du deine alte Bank mit dem Verkauf eventueller Bruchstücke beauftragen, da nur volle Fondsanteile übertragen werden. Erst dann kann dein altes Depot gelöscht werden.

Im Rahmen der Depoteröffnung musst du deinem künftigen Broker eine entsprechende Vollmacht erteilen. Übernimmt dein neuer Anbieter dem Umzug nicht, musst du deiner alten Depotbank selbst kündigen. Wichtig ist die Löschung bzw. Kündigung, weil du unter Umständen Depotgebühren von der alten Bank gefordert werden.

Wertpapierübertrag – Handel nach Einbuchung wieder möglich

Beim Depotumzug handelt es sich buchungstechnisch um einen Wertpapierübertrag. Banken sind verpflichtet, verwahrte Wertpapiere herauszugeben. Wie lange sie sich damit Zeit lassen können, ist nicht gesetzlich geregelt. Bis zum Abschluss des Wertpapierübertrages können bis zu drei Wochen vergehen. Im Idealfall ist der Depotumzug bereits nach wenigen Tagen abgeschlossen. Nicht in jedem Fall werden Wertpapiere auf einen Schlag ins neue Aktiendepot eingebucht

Liegen deine Aktien in deinem neuen Depot, kannst du wieder in den Aktien- oder Fondshandel einsteigen. Hast du freies Kapital, kannst du sofort nach der Freischaltung des neuen Online-Depots Aktien oder andere Wertpapiere kaufen.

Die im Rahmen des Depotumzugs erfolgten Buchungen solltest du prüfen. Schaue dir die Stückzahl, den Anschaffungspreis und das Kaufdatum genau an. Notwendig ist das, damit vor 2009 gekaufte Aktien ihre Befreiung von der Abgeltungsteuer nicht verlieren. Stimmige Buchungen sind die Grundlage, um künftige Gewinne und Verluste korrekt zu ermitteln.

Hast du im alten Aktiendepot Limits und Stopps gesetzt, werden diese beim Umziehen nicht automatisch übernommen. Diese musst du beim neuen Broker erneut einrichten.

Im Allgemeinen wirkt sich ein Depotumzug steuerlich nicht aus. Voraussetzung ist, dass die Wertpapiere in deinem Besitz bleiben. Werden bestimmte Wertpapiere auf den Namen eines Dritten übertragen, gilt dies als Wertpapierverkauf. Dann wird Abgeltungsteuer fällig.

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Fazit: Aktiendepot umziehen –Broker mit Umzugsservice gute Wahl

Die Auswahl unterschiedlicher Depotanbieter ist groß, Leistungen und Gebühren sind unterschiedlich. Durch günstige Gebühren kannst du deine Rendite optimieren. Eine Begrüßungsprämie kann deine Entscheidung zum Aktiendepot umziehen erleichtern. Den Depotumzug übernimmt meist der neue Broker. Du hast nichts mit Umzugsformalitäten zu tun.

Bilderquelle: shutterstock.com