Depotwechsel – Aktiendepot wechseln in 4 Schritten

  • Qomparo Ratgeber: aktiendepot

Wer sein Aktiendepot bei einer Bank mit ungünstigen Gebühren führt, sollte einen Depotwechsel zu einem kostengünstigeren Anbieter angehen. Die Sparmöglichkeiten sind vielfältig. Geld sparen kann man beispielsweise mit dem Umstieg auf ein kostenfreies Depot, mit ermäßigten Ausgabeaufschlägen für Investmentfonds und günstigeren Transaktionsgebühren für den Wertpapierhandel an Börsen und außerbörslich.

4 Schritte bis zum neuen Aktiendepot

  • Banken und Online-Broker – Anbieter vergleichen
  • Depot online eröffnen
  • Depotwechsel organisieren – Umzugsservice nutzen
  • Wertpapierübertrag prüfen und altes Depot schließen

Angebote von Banken und Brokern vergleichen

Vergleiche mehrere Angebote. Das sollte immer der erste Schritt beim Depotwechsel sein. Wichtige Vergleichskriterien sind Depotkosten, Handelsmöglichkeiten, Orderkosten sowie Service und zusätzliche Leistungen. Bei einigen Brokern wird ein Demokonto angeboten. Hier kannst du dich mit dem Aufbau von Depot und Konten und Funktionen vertraut machen. Mitunter gibt es bei Brokern die Möglichkeit, vor dem Einstieg in den realen Börsenhandel ein Musterdepot zu eröffnen und beispielsweise die Aktienanlage anhand eigener Strategien zu üben.

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Ein Wechsel des Anbieters für dein Aktiendepot kann viel Geld sparen

Was kosten Aktiendepot und Orders?

Den “einen“ Preis für das Wertpapierdepot gibt es nicht. Je nach Anbieter fallen verschiedene Kostenpositionen an. Diese setzen sich aus der jährlichen Grundgebühr, den Orderkosten beim Wertpapierhandel sowie weiteren Servicegebühren zusammen.

Gehörst du zu den Anlegern, die nicht häufig handeln, solltest du die jährliche Grundgebühr genauer betrachten. Als aktiver Trader Transaktionen stellst du vor allem die Orderkosten in den Fokus. Bei einigen Brokern kannst du Rabatte für hauseigene Produkte nutzen. Teilweise ist der Handel bei Sonderaktionen für 0 Euro möglich. Das lohnt sich für dich, wenn dieses Anlageprodukt passend für dich ist.

Was kostet dem Anleger die Ordererteilung?

Die Kosten für die Ordererteilung hängen grundsätzlich vom jeweiligen Broker und dessen Preisgestaltung ab. Dann spielt das jeweilige Produkt eine Rolle und ob das an der Börse oder außerbörslich gehandelt wird. In der Regel wird auch zwischen in- und ausländischen Börsen unterschieden. Die konkreten Gebühren findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis der Bank. Bei den Orderkosten gibt es zahlreiche sehr unterschiedliche Modelle von der Festpreis-Flat-Order über vergünstigtes Ordern bis zur kostenlosen Free-Buy-Order.

Hinweis

Ein Depot gibt es bei einigen Banken ohne jährliche Grundgebühr. Vor allem Direktbanken und Online-Broker verzichten auf eine allgemeine Depotgebühr. Depot und Konten können kostenfrei geführt werden. Selbst bei zeitweiliger Inaktivität fallen keine Kosten an. Lediglich für die Ausführung von Orders und für zusätzliche Extraleistungen werden Gebühren erhoben.

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Ein Depotübertrag kann in der Regel schnell und einfach vorgenommen werden

Depotwechsel

Depotwechsel organisieren – Umzug der Wertpapiere

Hast du dich für eine Bank oder Online-Broker entschieden, gilt es den Antrag auf Depoteröffnung auszufüllen. Die Eröffnung eines neuen Depots ist in Filialbanken oder online bei Direktbanken und Online-Brokern möglich. Bei der Online-Eröffnung musst du dich als Neukunde extra identifizieren. In der Regel geschieht das mit Hilfe des Postident-Verfahrens. Du musst dich dazu in eine Postfiliale begeben und Personaldokument und Antragsunterlagen vorlegen. Nach der Prüfung werden alle Unterlagen vom Postmitarbeiter an deinen neuen Depotanbieter geschickt. Nach einigen Tagen erhältst du erst eine Bestätigung zur Depoteröffnung, später Folgen die Zugangsdaten

Ist das neue Aktiendepot eröffnet, kannst du den eingeleiteten Depotwechsel mit dem Übertrag der Wertpapiere zum Abschluss bringen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Am einfachsten geht das bei deinem neuen Broker, wenn der einen Wechsel-/Umzugsservice anbietet. Du musst ihm lediglich eine entsprechende Bevollmächtigung zukommen lassen. Um den Übertrag der Wertpapiere, das Einbuchen ins neue Depot sowie Schließung des alten Wertpapierdepots kümmert er sich. Selbst den Verkauf nicht übertragbarer Bruchstücke von Fondsanteilen übernimmt er.

Du kannst den Wertpapierübertrag auch beim alten Broker veranlassen. In beiden Fällen fallen keine Gebühren an. Fremde Spesen können allerdings an dich weitergereicht werden. Es gibt einige Broker, die auch diese Fremdkosten bis zu einer bestimmten Höhe übernehmen. Der Übertrag der Wertpapiere sollte in vielen Fällen innerhalb von 5 bis 7 Tagen erledigt sein. Meist werden verschiedene Wertpapiere nicht auf einen Schlag, sondern nach und nach übertragen. Bei einzelnen Wertpapieren kann der Übertrag auch drei Wochen und mehr dauern. Eine gesetzlich geregelte Frist zur Dauer des Depotübertrags gibt es nicht. Solange die Wertpapiere nicht beim neuen Depot eingebucht sind, kannst du keine Käufe oder Verkäufe tätigen.

Fazit: Depotwechsel ist keine Hexerei

Der Depotwechsel geht ganz einfach. Zuerst den Antrag auf Depoteröffnung erledigen, dann den Übertrag der Wertpapiere erledigen. Dazu braucht man nur dem neuen Broker eine Bevollmächtigung erteilen.

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Wenn du bei der Wahl des neuen Anbieters richtig vergleichst ist einiges Sparpotentiel vorhanden

Buchungen prüfen und altes Depot schließen

Deine Wertpapiere sollten nach und nach in deinem neuen Aktiendepot als Buchungsposition erscheinen.  Auch im Zeitalter der elektronischen Abwicklung solltest du nicht auf die Prüfung der verbuchten Stücke verzichten. Kontrolliere die Stückzahl, Kaufdatum und Einstandspreise. Bei älteren Papieren, die du vor Januar 2009 erworben hast, prüfe das Kaufdatum genau. Fehlt eine Angabe, können sie ihre Abgeltungssteuerfreiheit verlieren.

Dein altes Depot wird erst nach dem Übertrag aller Wertpapiere geschlossen, soweit du es über deine neue Depotbank oder selbst veranlasst hast. Wenn Fondsanteile übertragen werden, geschieht das nur mit den vollen Anteilen. Eventuelle Bruchstücke (alles nach dem Komma) müssen vor der Schließung des Depots verkauft werden. Wenn dein neuer Anbieter einen entsprechenden Service anbietet, übernimmt er diese Aufgaben. Konntest du dein bisheriges Depot kostenlos führen, besteht nur ein geringer zeitlicher Druck. Im Fall eines bisher kostenpflichtigen Depots kann eine verzögerte Depotschließung bei ungünstigen Umständen zur erneuten Jahresgebühr führen.

Beachte

Alle beim bisherigen Depotanbieter veranlassten Limits und Stopps sowie Kauf- und Verkaufsaufträge werden durch den Depotwechsel hinfällig. Limits und Stopps musst du wieder neu einrichten. Kontrolliere deine Freistellungsaufträge und ändere sie bei Bedarf.

Fazit: Aktiendepot wechseln – durch Depotwechsel sparen

Überteuerte Depot-, Order- oder Kontogebühren gehen zu Lasten der Rendite. Das Sparpotenzial ist bei der Wahl eines günstigeren Aktiendepots enorm. Ein Depotwechsel ist aus organisatorischer Sicht kein Problem. Im besten Fall bietet der neue Broker einen Umzugsservice an. Dann übernimmt er alle Formalitäten.

Über den Autor: Christian Habeck

Christian Habeck handelt seit mehreren Jahren aktiv an der Börse. Hierbei bevorzugt er die technische Analyse. Darüber hinaus ist er Technik- und Sportbegeistert und betätigt sich leidenschaftlich gern als Autor.

Autor: Christian Habeck

Christian Habeck ist leiden- schaftlicher Autor & seit Jahren an der Börse aktiv, sein besonderes Interesse gilt der technische Analyse.

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